Wenn sich alle ganz sicher sind...

Mittwoch, 27.09.06 09:00
Guten Tag liebe Leserinnen und Leser,

Massenmeinungen sind an der Börse bekanntlich gefährlich. Denn wenn alle Marktteilnehmer von einer großen Story überzeugt sind, dann ist es stets nur noch eine Frage weniger Monate, bis der Ballon platzt und die Kurse die Gegenrichtung einschlagen. Jüngstes Beispiel:

In diesen Wochen haben die Rohstoff- und Edelmetall-Anhänger einen mächtigen Dämpfer bekommen. Rohöl ist z.B. vom August-Top bei 78 Dollar auf zuletzt nur noch 59 Dollar weggebrochen und damit um 24%. Gleichzeitig notierte die Feinunze Gold soeben im Tief bei nur noch 589 Dollar, nach 725 Mitte Mai, also 19% niedriger. Die Konsequenz:

Damit haben viele Gedankenwelten (und Depots) erhebliche Risse bekommen, denn dieser Einbruch passt überhaupt nicht in das super-bullishe Szenario, für das die Börsenindustrie (insbesondere die Derivate-Emittenten bzw. die davon gesponsorte Presse) in den letzten Monaten immer lauter getrommelt hat. Denn demnach sollte - angetrieben durch den schier unstillbaren Hunger Chinas - ein niemals zuvor gesehener Nachfrageboom ausgelöst worden sein, der ein Jahrzehnt der Rohstoffanlagen eingeleitet hätte...

Natürlich gibt es viele Argumente, die für langfristig steigende Rohstoffpreise sprechen. Doch es darf dabei nicht vergessen werden, dass die Preise alleine an der Börse (also von Menschen) festgestellt werden und damit natürlichen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Denn wenn alle einer Meinung (und dementsprechend investiert) sind, dann ist das Potential in die Gegenrichtung das weitaus größere. Ein vergleichbar uniformes Schwadronieren über eine vermeintlich neue Ära haben Sie z.B. zuletzt Ende der 90er Jahre beobachten können, als das Schlagwort der „New Economy“ die Runde machte. Die angebliche Revolution (für Aktien) sollte damals vom Internet ausgelöst werden, genauso wie jetzt (für Rohstoffe) von den Chinesen...

Dabei haftet Gold schon immer der Mythos einer ganz besonders sicheren Anlage an. Doch für die Generation der heute aktiven Investoren war Gold noch niemals eine „Anlage“, zumindest keine wertbeständige. Der Goldpreis erreichte z.B. sein All-Time-High im August 1980 bei damals 850 Dollar. Seitdem sind 26 Jahre vergangen und Gold hat bis heute 31% verloren! Und wer bei 500 Dollar im Februar 1983 oder im Dezember 1987 gekauft hatte, musste bis Ende 2005 warten, um alleine seinen Einstandspreis wieder zu sehen. Deshalb:

Sie können Gold „traden“, genauso wie Indizes, Devisen oder auch Aktien (und das Edelmetall ist um keinen Deut interessanter als andere Basisobjekte). Sie dürfen aber nicht in einen Mythos „investieren“, sondern nur in Anlagen, die ihren Erfolg in der Vergangenheit unter Beweis gestellt haben. Gold gehört ganz sicher nicht dazu. Zumal:

Während Gold in einem Vierteljahrhundert ein Drittel an Wert verloren hat, ist der Dow Jones um 1100% explodiert (plus Dividenden). Dennoch hat Gold die Optimisten auf seiner Seite, die Wall Street aber die Pessimisten. Und auch deshalb können Sie jede Wette eingehen, dass Dax und Dow Jones den Goldpreis bis Jahrzehntende deutlich schlagen werden!

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief

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Thomas Müller ist seit 1987 Verleger, Gründer und Vorstand der TM BÖRSENVERLAG AG, sowie Gründer und Vorstand der boerse.de Finanzportal AG. Börsenwissen,...
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