Zehn Jahre nach der Finanzkrise oder wenn die Börsen Geschenke machen

Samstag, 26.05.18 16:00
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor zehn Jahren herrschte an den Börsen noch die Ruhe vor dem Sturm, der sich in den folgenden Monaten zum regelrechten Finanzkrisen-Tsunami auswachsen sollte. Der Dax war von 8000 Punkten zum Jahresauftakt 2008 bis Mai auf 7000 Punkte gefallen, der Dow Jones oszillierte um die 13.000er-Grenze. Doch:

Im Juni 2008 verloren beide Barometer rund 10%, und die Jahrestiefs sollten – im September beschleunigt durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers – erst im November bei 4127 bzw. 7552 Punkten entstehen. Per saldo verlor der Dax 2008 heftige 40,4%, und das war (nach -43,9% im Jahr 2002) der zweitgrößte Einbruch der Dax-Rückrechnung (bis 1959). Im Dow Jones betrug das Jahresminus 33,8%, womit 2008 nach 1907 (-37,7%) und 1931 (-52,7%) das drittschlechteste Jahr der bis Mai 1896 zurückreichenden Index-Geschichte bedeutete. Doch Sie wissen:

Kurse kommen zu ihren Mittelwerten zurück! Nach den Finanzkrisen-Tiefs im März 2009 bei 3666 (Dax) bzw. 6547 Punkten (Dow Jones) startete eine erfolgreiche Börsenphase, die bis heute anhält. Beide Indizes kletterten im Jahr 2013 auf neue All-Time-Highs und durchbrachen damit hartnäckige Seitwärtsphasen, die 13 Jahre lang den Auftrieb gebremst hatten. Seitdem befinden wir uns in einer neuen Aktien-Ära (siehe „Das Börsenbuch“), die noch rund ein Jahrzehnt anhalten sollte und zu zahlreichen Kursvervielfachungen führen dürfte. Doch der Rückblick erklärt mein Motto „Zeitraum schlägt Zeitpunkt“:

An der Börse heilt die Zeit viele Wunden, und die Dividenden tun ihr Übriges. Von Mitte November 2008 bis heute haben sich der Dax um 11,3% p.a. (inklusive Dividenden) und der Dow Jones um 11,9% p.a. (plus Dividenden) verbessert, wobei acht der vergangenen neun Börsenjahre mit einem Gewinn beendet wurden. Krisen eröffnen also herausragende Gewinnmöglichkeiten für mutige Investoren – das war immer so, und das wird immer so sein. Anleger, die das Pech hatten, auf den Höchstkursen vor der Finanzkrise einzusteigen, und denen danach Mut bzw. Liquidität fehlte, bei niedrigeren Kursen nachzukaufen, haben zwar unterdurchschnittliche Börsenrenditen erzielt (4,5% p.a. bzw. 5,4% p.a.), aber selbst von solchen Zuwächsen träumen die meisten Kapitalanleger. Die Krux:

„Heute“ wäre es für Anleger ein Geschenk, noch einmal bei 8000 Punkten im Dax oder 13.000 im Dow Jones einkaufen zu dürfen. Aber wenn die Börsen „morgen“ im nächsten Crash ein solches Geschenk anbieten würden, hätten die meisten dann doch wieder keinen Mut zum Einkauf ...

Also lassen Sie sich nicht beirren und nehmen Sie Crash-Geschenke konsequent an. Übrigens haben Dax-Aktien seit Mitte November 2008 im Mittel 214% gewonnen, bei den Dow-Jones-Titeln waren es +318%, und unsere 100 Aktienbrief-Champions verbesserten sich sogar um 673%! Nur machen uns Champions viel zu selten Crash-Geschenke ...

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief

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Thomas Müller ist seit 1987 Verleger, Gründer und Vorstand der TM BÖRSENVERLAG AG, sowie Gründer und Vorstand der boerse.de Finanzportal AG. Börsenwissen,...
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