Handel an der Börse - Kauf und Verkauf

Plant ein Anleger den Handel an der Börse, also den Kauf und Verkauf von Wertpapieren, stellt sich die Frage nach der praktischen Umsetzung dieses Vorhabens. Während man im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" Wertpapiere sogar im Supermarkt kaufen kann, ist der Erwerb börsennotierter Aktien oder Rentenpapiere in Deutschland nur in bzw. über eine Bank möglich.

Hier aber hat sich mit der Gründung der "Discount-Broker" in den letzten Jahren eine ganz massive Konkurrenz für die traditionellen Kreditinstitute entwickelt. Da Discount-Broker in der Regel keine Filialen unterhalten und keine Kundenberatung durchführen, können sie ihren Kunden eine wesentlich günstigere Gebührenstruktur offerieren.

Die Entscheidung für die eine oder andere Bankform sollte indes zunächst weniger von der Gebührenstruktur des Instituts abhängig gemacht werden, sondern vielmehr von der Fragestellung des Anlegers, ob er sich (mehr oder weniger) zu den Börsenneulingen zählt oder bereits über ein solides Basiswissen verfügt. Wer erst geringe Erfahrung in der Anlage bzw. im Handel in Wertpapieren gesammelt hat, für den sollte die Entscheidung für die Bank seiner Wahl -in absteigender Reihenfolge- von folgenden Kriterien abhängig gemacht werden:

1. Kompetenz der Mitarbeiter
2. Ausführliche Beratung
3. Schnelle Orderausführung
4. Gebühren

Wie eröffnet man ein Wertpapierdepot?

Bevor Sie an der Börse so richtig loslegen können, brauchen Sie neben einem Konto natürlich auch ein Wertpapierdepot. Dies ist ein Konto, auf dem Ihre Wertpapierbestände sozusagen "gelagert" werden.

Ein solches Depot können Sie im Prinzip bei jeder Bank eröffnen, auch, wenn Sie dort kein Girokonto haben. Es bietet sich aber im Sinne einer unkomplizierteren Abwicklung an, das Wertpapierdepot bei derselben Bank zu eröffnen, bei der Sie auch über ein Girokonto verfügen.

 

Alternativ steht Ihnen seit einigen Jahren auch die Möglichkeit offen, Ihre Börsengeschäfte über einen Discount-Broker abzuwickeln. Diese in Deutschland besser unter dem Begriff Direktbanken bzw. Discountbanken bekannten Häuser zeichnen sich neben verbraucherfreundlichen Geschäftszeiten insbesondere durch eine - gegenüber den "traditionellen" Banken - wesentlich günstigere Gebührenstruktur aus. Die Gebühren variieren von Bank zu Bank und sollten Sie beim jeweiligen Institut separat erfragen. Diese Vorteile müssen allerdings damit erkauft werden, dass Discount-Broker in der Regel nur ausführend, aber nicht beratend tätig sind. Da der Geschäftskontakt mit Direktbanken nahezu ausschließlich über Telefon, Fax oder elektronische Online-Medien erfolgt, muss auch auf das persönliche Gegenüber eines Bankmitarbeiters verzichtet werden.

 

Wenn Sie als Kunde jedoch "wissen, was Sie wollen", und bereits über Börsenerfahrung verfügen, bieten sich mit Discount-Brokern hochinteressante Alternativen zur herkömmlichen Orderabwicklung via Hausbank.

 

Wenn Sie nun Wertpapiere kaufen, werden die Kosten hierfür von diesem Girokonto abgebucht, das auch "Korrespondenzkonto" oder "Verrechnungskonto" genannt wird. Beim Verkauf landet der Verkaufserlös dann ebenfalls auf diesem Konto. Ein Tipp hierzu: Wenn Sie sich den Überblick über Ihre Gewinne und Verluste einfacher gestalten wollen, bietet sich die Eröffnung eines weiteren Girokontos an, auf dem nur die Zu- und Abgänge Ihrer Wertpapiergeschäfte verbucht werden. Diesen Service der Übersichtlichkeit muss man aber natürlich mit einem Mehr an Kontoführungsgebühren bezahlen.

 

Neben Ihren persönlichen Daten und der Angabe des Korrespondenzkontos benötigt der Wertpapierberater Ihrer Bank von Ihnen auch noch die eindeutige Bestätigung, dass Sie zumindest über Grundkenntnisse des Börsengeschäfts verfügen. Hierzu werden Sie vor Ort über wichtige Grundlagen, z.B. das immer vorhandene Verlustrisiko aufgeklärt, über Ihre persönlichen Ziele, Interessen und den zeitlichen Horizont Ihrer zukünftigen Wertpapiertransaktionen befragt. Dies wird protokolliert und Ihnen auch schriftlich ausgehändigt. Der Grund: Die Banken möchten verhindern, dass sich völlig unerfahrene Anleger gleich in hoch komplizierte, riskante Transaktionen stürzen und sich dadurch um ihre Ersparnisse bringen - verständlich! Zudem:

 

Schließt eine Bank für Sie Wertpapiergeschäfte ab, ohne sich zuvor über Ihre Vermögensverhältnisse, insbesondere aber Ihre "Geschäftsfähigkeit" für die jeweiligen Börsensegmente informiert zu haben, ist Sie laut deutscher Rechtsprechung in der sogenannten Beraterhaftung, d. h. eventuell entstehende Verluste können von Ihnen gegenüber der Bank gegebenenfalls juristisch geltend gemacht werden. Dass Banken diese Risiken nicht tragen wollen, dürfte klar sein.

 

Gerade für Börseneinsteiger ist es häufig schwierig, alle Vorgänge gleich richtig zu durchschauen. Bevor Sie mit einem richtigen Wertpapierkonto starten, und echtes Geld investieren, lohnt es sich mit Spielgeld erste Erfahrungen zu sammeln. Dafür eignet sich ein virtuelles Wertpapierdepot. In so einem Depot können Sie ihr Geschick an der Börse testen ohne gleich volles Risiko zu nehmen. Auf boerse.de finden Sie diese Möglichkeit im boerse.de-Aktienclub (BAC), in dem bereits mehr als 80.000 Mitglieder von diesem kostenlosen Service profitieren.

 


Die Auftragserteilung

Kaum etwas kann ärgerlicher sein als ein Fehler bei der Erteilung eines Kauf- oder Verkaufsauftrages - denn so etwas ist immer und absolut vermeidbar. Daher wollen wir Ihnen hier Tipps geben, wie Sie eine perfekte Order erteilen.

 

Gleich der erste Ratschlag vorweg: Besorgen Sie sich am besten alle erforderlichen Daten und Informationen, bevor Sie den Auftrag bei Ihrem Wertpapierberater aufgeben! Was brauchen Sie dazu?

 


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