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Was sind Kryptowährungen?

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Definition Kryptowährungen

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel, die in einem dezentralen System gehandelt werden. Als Grundlage hierfür dient das Prinzip der Kryptografie zur Verschlüsselung der Zahlungsströme. Digitale Währungen unterscheiden sich von traditionellen Devisen (Fiatgeld) in mehreren Punkten: Sie werden nicht von einer staatlichen Notenbank ausgegeben und reguliert, existieren ausschließlich virtuell, befinden sich im direkten Besitz der jeweiligen Person und werden nicht von Banken oder anderen Finanzdienstleistern verwahrt. Zudem folgt der Kurs von Cyberdevisen dem Grundsatz von Angebot und Nachfrage und unterliegt deshalb starken Schwankungen.

Die Geschichte der Kryptowährungen

Bereits während des Dotcom-Booms in den 90er-Jahren gab es mit Flooz, Beenz oder DigiCash erste digitale Währungen, die sich jedoch nicht durchsetzen konnten. Für das Scheitern der Projekte gab es mehrere Gründe wie Betrug, Cashflow-Probleme und interne Konflikte bei den Verantwortlichen. Erst im November 2008 beschrieb ein unbekannter Programmierer unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ein „Peer-to-Peer System für digitales Geld" - den Bitcoin. Dessen Open-Source-Referenzsoftware wurde im Januar 2009 veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der internationalen Finanzkrise war die Grundidee der „Mutter der Kryptowährungen”, ein neues, dezentrales Zahlungssystem zu erschaffen. Es sollte unabhängig von Banken und staatlichen Institutionen funktionieren, da jede Transaktion in einer sogenannten Blockchain unveränderlich abgespeichert wird und anschließend für alle Marktteilnehmer im Netzwerk nachvollziehbar ist. Im Jahr 2013 gab es erst eine Handvoll unterschiedlicher Cyberdevisen. 2021 existierten bereits zehntausende Kryptowährungen, wobei auch große Konzerne wie Facebook mit digitalen Währungen wie „Libra” oder „Diem” experimentieren. Auch die EU (E-Euro) und China (E-Yuan) arbeiten an digitalen Devisen, die jedoch deutliche Unterschiede zu Bitcoin & Co. aufweisen, da sie z.B. staatlichen Regularien unterworfen sind.

Wie funktionieren Kryptowährungen?

Kryptowährungen basierten dagegen auf einem dezentral organisierten Buchungssystem, das Blockchain genannt wird. Transaktionen werden kryptografisch legitimiert und über ein Netzwerk abgewickelt. Anders als im klassischen Banksystem üblich ist kein zentrales Clearing der Geldbewegungen mehr notwendig. Das Versenden und Empfangen von Kryptowährungen findet direkt von Person zu Person (Peer-to-Peer) statt.

Um eine Transaktion abzuschließen, muss sie bestätigt werden. Die Bestätigung kann nur von sogenannten Minern („Schürfern”) durch Lösen einer mathematischen Aufgabe erfolgen. Bei Kryptowährungen gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Protokolle für das „Schürfen“: „Proof of Work” (PoW) und „Proof of Stake” (PoS).

Der Unterschied zwischen Proof of Stake und Proof of Work liegt darin, wie eine Transaktion auf der Blockchain validiert wird. Im Rahmen von Proof of Work erhalten Teilnehmer (Miner), die eine komplizierte kryptografische Aufgabe lösen, Transaktionen validieren und somit neue Blöcke auf der Blockchain generieren, eine Entlohnung. Führenden Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Litecoin basieren auf dem PoW-Protokoll, das aufgrund des damit verbundenen, hohen Energieaufwands häufig in der Kritik steht.

Bei Proof of Stake erfolgt die Validierung der Transaktionen auf der Blockchain durch einen Konsens-Algorithmus, der auf dem wertmäßigem Anteil des Validator am Netzwerk beruht: Die Validatoren stimmen per Mehrheitsentscheid darüber ab, ob der Block gültig ist. Die Auswahl des Validierers erfolgt beim Proof of Stake zufällig, ähnlich wie in einer Lotterie. Allerdings ist die Wahl gewichtet. Das bedeutet: Wer mehr Token besitzt, hat eine höhere Chance als Validierer ausgewählt zu werden. Bei Proof of Stake verdient derjenige, der einen neuen Block validiert, eine zuvor festgelegte Transaktionsgebühr. Im Gegensatz zu Proof of Work kommt Proof of Stake ohne zeit- und energieintensives Mining aus. PoS wird zum Beispiel von Kryptowährungen wie Cardano, Polkadot und Ethereum 2.0 verwendet.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Mittlerweile gibt es über zehntausende Kryptowährungen. Doch nur wenige verfügen über ein relevantes Marktvolumen, was sich aufgrund der hohen Volatilität jedoch täglich ändern kann. Addiert man die Summe der Marktkapitalisierung der beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum, so machen diese mehr als 80 Prozent des Gesamtmarktes aus. Die gemessen an der Marktkapitalisierung relevantesten vier digitalen Devisen (Stand Oktober 2021) sind:

  • Bitcoin

Auf dem ersten Platz der größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung liegt der Bitcoin. In den vergangenen Jahren hat die älteste Cyberdevise eine Kursentwicklung hingelegt, die ihresgleichen sucht. Nach einigen volatilen und verlustreichen Phasen ab 2018 feierte der Bitcoin in Folge der Corona-Pandemie ein furioses Comeback als „Krisenwährung” und erreichte neue Höchststände. Die Kurs-Rallye hat unter anderem mit Verknappung zu tun. Denn das Bitcoin-System wurde so programmiert, dass die maximale Menge 21 Millionen Bitcoin beträgt und nachträglich nicht mehr erhöht werden kann.

  • Ethereum

Ethereum ist die zweitgrößte Kryptowährung. Im Unterschied zu Bitcoin lassen sich auf der Ethereum-Blockchain allerdings auch sogenannte Smart Contracts abbilden. Das sind automatisierte Verträge, die sich selbst erfüllen, wenn eine vordefinierte Bedingung erfüllt wird. 2017 begannen die ersten Unternehmen, mit den Smart Contracts der Ethereum-Plattform zu experimentieren, was für immense Kurssprünge sorgte.

  • Binance Coin

Auf Platz drei steht Binance Coin - die Kryptowährung der Handelsplattform Binance. Diese auf der Ethereum-Blockchain basierende Digitaldevise hat das primäre Ziel, das Trading über Binance zu fördern. Zudem wird sie verwendet, um Transaktionen im Netzwerk zu validieren und zu verifizieren. Binance Coin existiert erst seit 2017, war beim ICO (Initial Coin Offering) für unter einem Euro zu haben und gewann in den Folgejahren rasant an Wert.

  • Cardano

Cardanos native Coin trägt die Bezeichnung ADA und ist benannt nach Ada Lovelace, einer berühmten Mathematikerin des 19. Jahrhunderts. Ziel der Proof of Stake basierten Kryptowährung ist es, Probleme bei Blockchainwährungen wissenschaftlich zu erforschen und zu lösen. So soll beispielsweise der globale Transfer von Werten schnell und sicher möglich werden. Zudem können auch Smart Contracts über die Blockchain ausgetauscht werden, die nach Aussage der Entwickler beispiellose Sicherheit und Stabilität bietet.

Wie werden Kryptowährungen ge- und verkauft?

Besitzer einer Kryptowährungen verfügen über einen sogenannten „Private Key“, einem Schlüssel, der das Eigentumsrecht an der jeweiligen Menge an Kryptowährungseinheiten innerhalb des Netzwerkes widerspiegelt. Er wird benötigt, um Kryptowährungen zu versenden und zu empfangen und muss unbedingt sicher in einer virtuellen Geldbörse „Wallet” aufbewahrt werden. In sogenannten „Cold Wallets” werden Kryptowährungen offline aufbewahrt. Die bekanntesten Cold Wallets sind Paper-Wallets und Hardware-Wallets. Im Gegensatz dazu sind „Hot Wallets” immer mit dem Internet verbunden. Sie eignen sich vor allem dazu, kleinere Summen aufzubewahren und regelmäßige Transaktionen durchzuführen. Zu den verschiedenen Arten von Hot Wallets zählen Web-, Desktop- und Mobile-Wallets.

Kryptowährungen können über spezialisierte Plattformen gehandelt werden. Manche Einzel- und Onlinehändler wie beispielsweise Expedia haben digitale Devisen auch als Zahlungsmittel akzeptiert und es gibt sogar Automaten, an denen Bargeld in Bitcoin getauscht werden kann.

Investoren sollten sich trotz der niedrigen Eintrittsbarrieren immer dessen bewusst sein, dass Kryptowährungen überwiegend als Spekulationsobjekt genutzt werden und einem extrem hohen Verlustrisiko ausgesetzt sind. Denn im Gegensatz zu Gold oder anderen Sachwerten besitzen Bitcoin & Co. keinerlei intrinsischen Wert und unterliegen auch nicht den strengen Regularien der Zentralbanken.

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