Milliarden für Start-ups: Bayern überholt Berlin

Donnerstag, 17.07.25 08:14
Milliarden für Start-ups: Bayern überholt Berlin
Bildquelle: iStock by Getty Images
BERLIN (dpa-AFX) - Harte Konkurrenz für die Gründermetropole Berlin: Start-ups aus Bayern ziehen immer mehr Geld von Investoren an - und hängen die einst unangefochtene Hauptstadt ab. Im ersten Halbjahr sammelten bayerische Wachstumsfirmen knapp 2,1 Milliarden Euro Wagniskapital ein und damit deutlich mehr als Start-ups aus Berlin (1,5 Milliarden), zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY.



Dabei profitierten bayerische Start-ups vom Boom um Rüstung und Künstliche Intelligenz (KI), schreibt EY und spricht von einer "Wachablösung". Demnach floss vom ganzen Wagniskapital für deutsche Start-ups, das im ersten Halbjahr um ein Drittel auf 4,6 Milliarden Euro stieg, knapp jeder zweite Euro nach Bayern.

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Während Wachstumsfirmen aus dem Freistaat die Gelder binnen Jahresfrist fast vervierfachen konnten, stand in Berlin ein Plus von 41 Prozent; in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gab es Rückgänge. Wagniskapital, mit dem sich Fonds und Konzerne an Start-ups beteiligen, ist entscheidend für Wachstum in der Gründerbranche.

"Gewichte verschieben sich"

Bereits 2024 habe Bayern hauchdünn vor Berlin gelegen, nun werde der Vorsprung deutlich, resümiert EY. "Das Startup-Ökosystem in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verändert, die Gewichte verschieben sich", sagt EY-Partner Thomas Prüver.

Auch unter den größten Finanzierungsrunden hat Bayern die Nase vorn mit großen Geldspritzen für die KI-Firma Helsing (600 Millionen Euro) und den Batteriespeicheranbieter Green Flexibility aus Kempten (400 Mio. Euro). Es folgen das Rüstungsunternehmen Quantum Systems und die Finanzplattform Scalable Capital. Unter den Top 5 landet aus Berlin nur die Softwarefirma Amboss, so die Studie, die auf der Datenbank "Crunchbase" und Zahlen von Start-ups und Investoren basiert.

Zwar bleibe Berlin mit 132 Finanzierungsrunden klar vor Bayern (76) und führe weiter im Online-Handel. Doch legten Geldgeber derzeit den Schwerpunkt auf Rüstung, KI und Energietechnologien - wo der Freistaat gut dasteht.

Zudem profitiere der Start-up-Standort von der Wirtschaftskraft Bayerns, sagt Prüver. "Das hilft vor allem, wenn es darum geht, die eigenen Dienstleistungen, Anwendungen oder Produkte traditionellen Industrien anzubieten, wie beispielsweise dem Automobil- und Maschinenbau oder der Medizintechnik, oder hier Kooperationspartner und Investoren zu finden."

Mehr Finanzierungsrunden, mehr Mega-Deals

Die Studie zeigt zudem, dass sich die Gründerbranche von ihrer Krise nach dem Ende des Corona-Booms erholt. Mit der Summe von 4,6 Milliarden Euro Wagniskapital bundesweit verbuchten deutsche Start-ups das drittbeste erste Halbjahr seit 2015, so EY. Auch wuchs die Zahl der Finanzierungsrunden und der großen Deals jenseits von 100 Millionen Euro. Die Start-up-Branche habe nach dem Rekordjahr 2021 eine harte Landung erlebt, als Ganzes sei sie "aber offenbar gestärkt aus dieser Phase hervorgegangen"./als/DP/zb

Quelle: dpa-AFX



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