Chande Momentum Oszillator (CMO) Erklärung – Technische Analyse

Aussage:
Mit seinem „Momentum Oszillator“ reproduziert Tushar Chande 1994 im Wesentlichen die Ideen von „Wilder’s RSI“, indem er in dessen Berechnung die exponentielle Glättung durch eine einfache lineare Glättung ersetzt (und den Anzeigebereich nach unten versetzt, so dass der Indikator, statt zwischen 0 und 100 aufgetragen zu sein, um die Nullachse oszilliert). Der „CMO“ gehört also zu den Momentum-Oszillatoren und wird hauptsächlich über seine Extremzonen als Overbought/Oversold-Indikator verwendet. Durch seine Verwandtschaft mit dem „RSI“ steht er jedoch für diverse andere Interpretationsmöglichkeiten offen.

Berechnung:
Innerhalb des Betrachtungszeitraums werden die Beträge der Kursbewegungen getrennt nach Aufwärts- und Abwärtstagen summiert. Der „CMO“ ist dann der Anteil der aufwärtsgerichteten Kursbewegungen an der Summe aller Kursbewegungen, wobei das Ergebnis so normiert wird, dass ein Gleichstand von Aufwärts- zu Abwärtsbewegungen auf die Null-Achse fällt.

Formel:
u = Ct - Ct-1 und d = 0 wenn Ct > Ct-1 d = Ct-1 - Ct und u = 0 wenn Ct < Ct-1 Ut = ut + ... + ut-n+1 Dt = dt + ... + dt-n+1 CMO = 100 * (U – D) / (U + D) = 100 * (2*U / (U + D) –1) wobei U = Summe der Aufwärts-Schlusskursbewegungen der letzten n Tage D = Summe der Abwärts-Schlusskursbewegungen der letzten n Tage. Bemerkung: Die Formel des RSI vereinfacht sich durch die Verwendung einer linearen Glättung noch wesentlich weiter, als das in der Definition des „CMO“ betrieben wird. Der Term U+D ist die Summe der periodenbezogenen Bewegungsbeträge, während der Term U-D dem n-Perioden-Momentum entspricht. Die Unterscheidung von Aufwärts- und Abwärtstagen kann also entfallen: CMOt = 100 * (Ct – Ct-n) / (|Ct – Ct-1| + (|Ct-1 – Ct-2| + … + |Ct-n+1 – Ct-n|) Wegen dieses Zusammenhangs wird der „CMO“ mitunter auch „fraktale Effizienz“ genannt (vgl. „Polarized Fractal Efficiency“).

Einstellung:
n = 14

Interpretation:
Nach der zweiten Formulierung, ist der „CMO“ als Verhältnis von Momentum zum Ausmaß der Kursbewegungen zu verstehen. Er ist also ein Maß für die Gleichgerichtetheit von Kursbewegungen. Da diese Gleichgerichtetheit mit zunehmendem Betrachtungszeitraum notwendigerweise abnimmt, erreicht der „CMO“ (wie auch der „RSI“) mit hohen Zeitraumeinstellungen immer seltener extreme Werte und das Band, das er um die Mittelpunktslinie einnimmt, verengt sich. Standardinterpretation des „CMO“ ist seine Verwendung als Overbought/Oversold-Indikator. Dabei hat Chande die Zonengrenzen bei -50 und +50 angesetzt (das entspricht 25/75 auf der „RSI“-Skala). Bei „CMO“-Werten ab +50 gilt der Wert als überkauft und dementsprechend unterhalb von -50 als überverkauft. Im Vergleich zum „RSI“ zeigt der „CMO“ extremere Ausschläge doch dieses Verhalten kann beim „RSI“ durch Herabsetzen des Bewertungszeitraums ebenso hervorgerufen werden. Weitere Ansätze für Handelssignale bilden Kreuzungen mit dem eigenen GD (z.B. „CMO“(20) mit 9-Perioden Durchschnitt) oder Kreuzungen mit der Mittelpunktslinie. Auf der anderen Seite kann der „CMO“ auch zur Trendbestimmung herangezogen werden. Denn je höher der Betrag des „CMO“ ist, desto stärker ist der jeweilige Trend. So verwendet z.B. „Kaufman’s Adaptive Moving Average“ den Betrag des „CMO“ als sog. Trendeffizienzfaktor (bzw. den 100sten Teil davon, vgl. „KAMA“).

Empfehlung:


Querverweise:
RSIVHFKAMAPFE

Quelle:
Thomas Müller, TM BÖRSENVERLAG AG: Das GROSSE Buch der TECHNISCHEN INDIKATOREN

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