Commodity Channel Index CCI Erklärung – Technische Analyse

Aussage:
Der von Donald Lambert entwickelte „Commodity Channel Index (CCI)“ ist ein recht komplexer, trendfolgend ausgerichteter Indikator. Die Namensgebung bezieht sich auf die ursprüngliche Absicht Lamberts, einen Indikator zu entwickeln, der Anfang und Ende eines Rohstoffzyklus anzeigt. Der „CCI“ findet seine regelmäßige Anwendung heute aber sowohl in der Commodity-, wie in der Aktien- bzw. Index-Analyse. Vereinfacht ausgedrückt wird im „CCI“ eine Zahl errechnet, die den Abstand zu einem „Moving Average“ quantifiziert. Sofern dieser Abstand ein bestimmtes Maß überschreitet, wird ein beginnender Trend unterstellt, womit sich ein Handelssignal in die angezeigte Trendrichtung ergibt.

Berechnung:
Zur Erstellung des „CCI“ wird zunächst ein einfacher „GD“ der täglichen Durchschnittskurse errechnet, indem Tages-Hoch, -Tief und -Schluss addiert und dann durch 3 dividiert werden. Auf diesen Durchschnitt – Lambert bezeichnete ihn als „signifikanten Kurs“ – wird die mittlere Abweichung berechnet, die der Summe der Differenzen zwischen dem Durchschnittskurs jeder Periode und einem einfachen „GD“ entspricht. Der aktuelle „CCI“ ergibt sich, indem die mittlere Abweichung mit einer Konstanten multipliziert und durch die Differenz zwischen dem einfachen „GD“ und dem heutigen Durchschnittskurs dividiert wird. Das Ergebnis ist eine positive oder negative Zahl. Durch die willkürliche Konstante (Lambert schlug den Wert 0.015 vor) wird der „CCI“ formalisiert, d.h. der „CCI“ befindet sich die meiste Zeit in der Range von +100 bis -100. Lambert empfahl eine Einstellung des „CCI“ auf 20 Perioden (Tage, Wochen oder Monate), die aber auch variiert werden kann.

Formel:
1.) Xt = (H + L + C) / 3 2.) MAXt = (Xt + Xt-1 + Xt-2 ... + Xt-n+1 ) / n 3.) sXt = abs(Xt - MAXt) + abs(Xt-1 - MAXt) + ... abs(Xt-n+1 - MAXt)) / n 4.) CCI = (Xt - MAXt) / (0.015 * sXt) wobei X = signifikanter Kurs MAX = Moving Average von X sX = mittlere Abweichung des Kurses von MAX abs = Absolutbetrag

Einstellung:
20 Tage (Wochen)

Interpretation:
Der „CCI“ misst den Abstand der Kurse von ihrem „gleitenden Durchschnitt“ und erlaubt damit ein Messen der Trendstärke bzw. Trendintensität. Nach Lambert deuten „CCI“-Werte zwischen der Range von +100 bis -100 auf einen trendlosen Markt hin und liefern somit keine Handelsindikationen. Kauf- und Verkaufssignale sind vielmehr mit dem Kreuzen des „CCI“ mit diesen beiden Entscheidungsmarken gegeben. Lambert schlug die folgende Vorgehensweise vor: Wenn der „CCI“ die Marke von +100 übersteigt, soll eine Long-Position eröffnet werden. Fällt der „CCI“ anschließend wieder unter die Marke von +100, ist die Long-Position zu schließen. Es gilt grundsätzlich, dass ein steiler Anstieg/Rückfall der „CCI“-Linie auf eine hohe Stärke des sich etablierenden Trends hindeutet. Ein langsamer Anstieg/Rückfall deutet analog auf ein Nachlassen der Trendintensität hin. Der „CCI“ kann damit nicht nur zur Signalgenerierung, sondern – in Verwandtschaft zum „ADX“ – auch zum Messen einer vorhandenen Trendstärke benutzt werden. Lambert empfahl eine Standardeinstellung von 20 Wochen, benutzte aber auch Zeitperioden von 5 bis 20 Tagen. Mit dieser relativ kurzen Einstellung repräsentiert der „CCI“ einen vorauslaufenden bzw. gleichlaufenden Indikator. Colby und Meyers empfahlen die Berechnung eines 90-Wochen-„CCI“, womit der „CCI“ einen trendfolgenden Charakter bekam. Die langsamere Reaktion des „CCI“ wurde durch eine Adjustierung des Signalbereichs ausgeglichen. So benutzten Colby/Meyers die Mittelpunktslinie zur Signalgenerierung und nannten diesen Indikator dann „Zero-CCI“. LeBeau und Lucas betrachteten den 20-Monats-„CCI“ als geeignetes Hilfsmittel zur Trendbestimmung (Mittelpunktslinie zur Signalgenerierung), wobei kürzere Indikatoren zum Timing des Ein- und Ausstiegs in Trendrichtung herangezogen werden sollten. Bei einem Timingeinsatz des „CCI“ auf einer kürzeren Basis (bspw. 10-Tage) sollte zur Verringerung von Fehltrades das „CCI“-Signal erst befolgt werden, wenn der Basistitel am Folgetag das Signal bestätigt, d.h. wenn bei einem „CCI“-Kaufsignal („CCI“ > +100), die Kurse am Folgetag ansteigen und bei einem „CCI“-Verkaufssignal („CCI“ < -100) die Kurse am Folgetag zurückfallen.

Empfehlung:
Neben der Signalgenerierung ist das Messen eines möglichen Trends eine wichtige Eigenschaft des „CCI“. So empfiehlt sich beispielsweise bei einem „CCI“ zwischen -100 und +100 die Benutzung von Oszillatoren, erst bei einem Ausbruch die Berücksichtigung von Trendfolgern.

Querverweise:
DMIMoving Averages

Quelle:
Thomas Müller, TM BÖRSENVERLAG AG: Das GROSSE Buch der TECHNISCHEN INDIKATOREN

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