Ease of Movement EMV von Arms Erklärung – Technische Analyse

Aussage:
Der „Ease of Movement Indikator“ wurde von Richard W. Arms, Jr. als Zusatzinstrument zu seinen Equivolume-Charts entwickelt. Er kombiniert das Momentum mit einem Trägheitsmaß, das aus den Umsätzen und der Handels-Range hervorgeht. Je kleiner die Kursbewegungen und je größer das Volumen, desto mühevoller und träger bewegen sich die Kurse. Diese Situation zeigt häufig das Ende von Trendphasen an. Denn es existieren zwar zunächst noch viele Käufer, die an den Trend glauben, ihr beliebig hohes Kaufinteresse wird jedoch auf der Gegenseite bereitwillig bedient, so dass sich die Kurse nicht signifikant verändern. Auch wenn die Trendrichtung bei diesem Indikator durch die Momentumsbetrachtung definiert wird, ergibt sich durch den Eintrag der Bewegungsleichtigkeit ein besonderes Timing. Der Indikator wird häufig zusammen mit Equivolume-Charts in individuellen Studien betrachtet, kann aber auch in jedem normalen Chart angewendet werden.

Berechnung:
Als Momentum verwendet Arms den Midpoint-Move, also die Vortagsdifferenz des Mittelwerts von Low und High. Das erwähnte Trägheitsmaß entspricht der Box-Ratio der Equivolume-Charts und ist das Verhältnis von Umsatz zu Range. Der „Ease of Movement-Value“ ist dann die (meist exponentielle) Glättung des Quotienten aus Momentum und Box-Ratio, stellt also eine mit der Trägheit gedämpfte Momentumsschwingung dar. Das Konzept lässt sich einfach auf den Mehrperiodenfall übertragen, indem Hoch-/Tiefpunkte bzw. Volumensummen über mehrere Perioden hinweg betrachtet werden.

Formel:
mid-point = (L + H) / 2 mid-point-move = mid-pointt - mid-pointt-1 box-ratio = V / (H – L) EMV = EMAn( mid-point-move / box-ratio ) wobei n = Periodenzahl für die Glättung Bemerkung: Zur besseren Lesbarkeit der Skala wird das Volumen (bzw. der „EMV“) im Allgemeinen mit einer 10er-Potenz skaliert.

Einstellung:
n = 14

Interpretation:
Der „EMV“ ist eine nach oben und unten offene Kurve, die um die Null-Linie oszilliert. Er besitzt also keine standardisierten Extremzonen. Hohe „EMV“-Werte zeigen die Leichtigkeit der Kursbewegung an, während der Indikator in trägen Phasen zur Null-Linie zurückkehrt. Notiert der „EMV“ oberhalb der Null-Linie, wird ein Aufwärtstrend angezeigt, notiert er unterhalb der Null-Linie ein Abwärtstrend. Konkrete Handelssignale gibt der Indikator mit dem Kreuzen der Null-Linie (nach oben = Kaufsignal, nach unten = Verkaufssignal). Mögliche weitere Signalgeber sind Schnittpunkte mit dem eigenen GD oder Kreuzungspunke zweier verschiedener Glättungen.

Empfehlung:
Auch wenn der Indikator Trendphasen relativ zuverlässig anzeigt, hat er Schwächen in Seitwärtsphasen, die sich in häufigen Positionswechseln äußern. Ratsam ist also die Kombination mit weiteren Indikatoren, z.B. solchen, die eine Aussage über die zu erwartende Stärke der Kursbewegung zulassen, wie dem „Directional Movement Index“.

Querverweise:
DMI

Quelle:
Thomas Müller, TM BÖRSENVERLAG AG: Das GROSSE Buch der TECHNISCHEN INDIKATOREN

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