Al pari

Was ist Al pari?

Der Begriff Al pari stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich übersetzt „zum Nennwert“ oder „zum Parikurs“. In der Finanz- und Börsensprache beschreibt „al pari“ eine Situation, in der der Kurs eines Wertpapiers dem Nennwert entspricht. Das heißt: Ein Anleger zahlt genau den Betrag, der auf dem Wertpapier aufgedruckt ist – weder mehr (über pari) noch weniger (unter pari). Der Ausdruck wird vor allem im Zusammenhang mit Anleihen und festverzinslichen Wertpapieren verwendet, kann aber auch bei anderen Finanzinstrumenten wie Zertifikaten oder Schuldscheinen eine Rolle spielen.

In der Praxis hat der Begriff „al pari“ eine hohe Relevanz für die Bewertung von Wertpapieren und für das Verständnis von Preisbildungsmechanismen am Kapitalmarkt. Er ist ein zentrales Element der Zinsstruktur und der Renditeberechnung von Anleihen.

Al pari im Anleihehandel

Eine Anleihe (auch Rentenpapier oder Bond genannt) wird von einem Emittenten – beispielsweise einem Staat oder Unternehmen – ausgegeben, um Kapital von Anlegern aufzunehmen. Der Nennwert (auch Nominalwert genannt) gibt dabei den Betrag an, den der Anleger bei Fälligkeit der Anleihe zurückerhält. Wird eine Anleihe „al pari“ emittiert, bedeutet das, dass der Emissionskurs genau dem Nennwert entspricht. Mit anderen Worten: Der Anleger zahlt beim Kauf 100 % des Nominalwerts.

Ein Beispiel: Gibt ein Unternehmen eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro aus und der Emissionskurs liegt ebenfalls bei 1.000 Euro, wird diese Anleihe „al pari“ ausgegeben. Der Anleger erhält bei Fälligkeit die 1.000 Euro zurück und zusätzlich während der Laufzeit die vereinbarten Zinszahlungen (Kupons).

Damit unterscheidet sich die al-pari-Emission von anderen Preisniveaus wie:

  • Über pari: Wenn der Kurs einer Anleihe über dem Nennwert liegt (z. B. 102 %), also der Anleger mehr zahlt, als er am Ende zurückerhält.
  • Unter pari: Wenn der Kurs einer Anleihe unter dem Nennwert liegt (z. B. 98 %), also der Anleger weniger zahlt, als er am Ende zurückbekommt.

Rendite und Bewertung bei Al-pari-Anleihen

Wenn eine Anleihe „al pari“ gehandelt wird, bedeutet das, dass der Marktzins dem Kuponzins der Anleihe entspricht. Anleger erhalten somit genau die Rendite, die der vereinbarte Zinssatz vorsieht. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das:

Eine fünfjährige Unternehmensanleihe hat einen Nennwert von 1.000 Euro und einen Kuponzins von 3 %. Liegt der Marktzinssatz ebenfalls bei 3 %, dann wird die Anleihe „al pari“ gehandelt, also zu 100 %. Steigt der Marktzins über 3 %, sinkt der Kurs der Anleihe unter pari, da andere Anleihen am Markt höhere Zinsen bieten. Sinkt der Marktzins dagegen, steigt der Kurs über pari, da die Anleihe nun überdurchschnittlich verzinst ist.

Das Prinzip „al pari“ ist also ein Indikator für das Gleichgewicht zwischen Nominalzins und Marktzins. Es spielt in der Renditeberechnung und der Anleihebewertung eine zentrale Rolle.

Al pari bei Emissionen und Rückzahlungen

Nicht nur bei der Ausgabe, sondern auch bei der Rückzahlung kann eine Anleihe „al pari“ erfolgen. Das bedeutet, dass der Emittent den Nennwert ohne Auf- oder Abschlag zurückzahlt. In der Praxis wird in den Emissionsbedingungen festgelegt, ob die Rückzahlung al pari (zum Nennwert) oder mit einem Auf- oder Abschlag (z. B. 101 % bei Prämienanleihen) erfolgt.

Ein weiteres Beispiel: Eine Anleihe wird zu 100 % ausgegeben, aber mit 102 % zurückgezahlt. In diesem Fall liegt keine al-pari-Rückzahlung vor, sondern eine Rückzahlung über pari, was für den Anleger eine zusätzliche Rendite bedeutet.

Al pari im weiteren Finanzkontext

Der Begriff „al pari“ findet sich nicht nur bei klassischen Anleihen, sondern auch in anderen Bereichen des Finanzmarkts. So können beispielsweise Unternehmensfusionen oder Aktientauschangebote „al pari“ gestaltet werden, wenn der Tausch im Verhältnis 1:1 erfolgt, also ohne Auf- oder Abschlag. In diesem Zusammenhang steht „al pari“ sinngemäß für Gleichwertigkeit oder Gleichstellung der Vermögenswerte.

Darüber hinaus kann „al pari“ auch in der Bilanzierung oder bei der Bewertung von Finanzinstrumenten auftauchen, wenn Nominal- und Marktwert identisch sind. Damit signalisiert der Begriff stets ein ökonomisches Gleichgewicht zwischen Emissionswert, Marktpreis und Rückzahlungsbetrag.

Beispiel aus der Praxis

Ein praktisches Beispiel: Die Bundesrepublik Deutschland emittiert eine neue zehnjährige Staatsanleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einem Zinssatz von 2,5 %. Wird diese Anleihe zu 100 % ausgegeben, erfolgt die Emission al pari. Liegt der Kurs später aufgrund von Marktschwankungen bei 98 %, handelt die Anleihe unter pari; steigt er auf 102 %, liegt der Kurs über pari. Der al-pari-Punkt bildet somit das zentrale Bezugssystem für alle Kursbewegungen von Anleihen am Sekundärmarkt.

Al pari und Unternehmensfinanzierung

Auch Unternehmen nutzen al-pari-Emissionen, um Investoren anzulocken. Eine al-pari-Ausgabe signalisiert, dass das Unternehmen ein faires Gleichgewicht zwischen Risiko und Rendite anstrebt. Beispielhaft kann hier die Allianz SE genannt werden, die bei der Ausgabe ihrer Unternehmensanleihen häufig auf al-pari-Konditionen setzt, um institutionellen Investoren stabile Renditebedingungen zu bieten.

Für Anleger ist die Information, ob ein Wertpapier al pari ausgegeben oder gehandelt wird, ein wichtiges Entscheidungskriterium. Sie ermöglicht die Einschätzung, ob der aktuelle Kurs im Verhältnis zur Marktrendite fair bewertet ist.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Begriff Al pari beschreibt den Zustand, in dem der Kurs eines Wertpapiers – meist einer Anleihe – genau dem Nennwert entspricht. Wird eine Anleihe „al pari“ ausgegeben, erhält der Anleger weder einen Kursvorteil noch einen Abschlag, sondern zahlt exakt den Nominalwert. Dieses Prinzip ist wesentlich für die Bewertung von Rentenpapieren und dient als Maßstab für Zins- und Renditevergleiche. Auch in modernen Finanztransaktionen steht „al pari“ symbolisch für Gleichwertigkeit und Ausgewogenheit zwischen Preis und Wert. Für Anleger ist es ein zentraler Begriff, um faire Bewertungssituationen am Kapitalmarkt zu erkennen und fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Siehe Pari



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