Bezugspreis

Was ist der Bezugspreis?

Der Bezugspreis ist der Preis, zu dem bestehende Aktionäre neue Aktien eines Unternehmens im Rahmen einer Kapitalerhöhung erwerben können. Er ist ein zentraler Bestandteil von Bezugsangeboten und Bezugsrechten und wird vom Unternehmen vor der Kapitalmaßnahme festgelegt. Der Bezugspreis liegt in der Regel unter dem aktuellen Börsenkurs, um den bestehenden Aktionären einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen und den Erwerb neuer Aktien attraktiv zu machen.

Definition und Berechnung

Der Bezugspreis wird häufig auf Basis des aktuellen Aktienkurses, der Anzahl der auszugebenden neuen Aktien und der angestrebten Kapitalaufnahme berechnet. Das Ziel ist, den Marktpreis anzupassen, sodass bestehende Aktionäre ihre Beteiligung wahren können, ohne dass der Unternehmenswert durch die Kapitalerhöhung unverhältnismäßig verwässert wird.

Mathematisch kann der Bezugspreis mit folgender Formel approximiert werden:

  • Bezugsrechtspreis = (Aktienkurs alt – Bezugspreis neue Aktie) / (Bezugsverhältnis + 1)

Das Bezugsverhältnis definiert, wie viele alte Aktien notwendig sind, um eine neue Aktie zu beziehen. Zusammen mit dem Bezugspreis kann so der Wert eines Bezugsrechts berechnet werden, der an der Börse handelbar ist.

Bedeutung für Anleger

Der Bezugspreis ist für Aktionäre und Investoren aus mehreren Gründen relevant:

  • Schutz vor Verwässerung: Mit dem Bezugspreis können Aktionäre neue Aktien zu günstigen Konditionen erwerben und ihre Beteiligung am Unternehmen aufrechterhalten.
  • Handelsstrategie: Der Bezugspreis ermöglicht es Aktionären, Bezugsrechte zu bewerten und zu entscheiden, ob sie die Rechte ausüben oder verkaufen möchten.
  • Preisvergleich: Anleger können den Bezugspreis mit dem aktuellen Börsenkurs vergleichen, um den wirtschaftlichen Vorteil eines Bezugsrechts zu bestimmen.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen kündigt eine Kapitalerhöhung an. Das Bezugsverhältnis beträgt 1:5, und der Bezugspreis für neue Aktien liegt bei 20€. Ein Anleger hält 500 Aktien. Er kann daher 500 / 5 = 100 neue Aktien zum Bezugspreis von 20€ pro Aktie erwerben. Der aktuelle Börsenkurs der Aktie liegt bei 25€. Durch den Bezugspreis hat der Anleger einen Vorteil von 5€ pro Aktie im Vergleich zum Marktpreis. Alternativ kann er seine Bezugsrechte am Markt verkaufen und den Wert realisieren, ohne neue Aktien zu kaufen.

Auswirkungen auf den Aktienkurs

Der Bezugspreis beeinflusst kurzfristig den Aktienkurs, da neue Aktien zu einem niedrigeren Preis ausgegeben werden. Anleger und Trader berücksichtigen diesen Effekt bei der Bewertung von Bezugsrechten und der Prognose von Kursbewegungen. Ein attraktiver Bezugspreis kann zudem die Nachfrage nach den neuen Aktien erhöhen und den Erfolg der Kapitalerhöhung sichern.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Bezugspreis ist ein wesentliches Instrument im Rahmen von Kapitalerhöhungen und Bezugsangeboten. Er ermöglicht es bestehenden Aktionären, ihre Beteiligung zu wahren, neue Aktien zu einem wirtschaftlich attraktiven Preis zu erwerben und Bezugsrechte strategisch zu nutzen. Für Investoren ist das Verständnis des Bezugspreises entscheidend, um fundierte Entscheidungen bei Kapitalmaßnahmen zu treffen, die eigene Beteiligung zu optimieren und potenzielle Renditechancen zu erkennen.



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