Der Capped Warrant ist ein strukturiertes Finanzprodukt, das dem Inhaber das Recht, aber nicht die Pflicht gibt, einen Basiswert wie Aktien, Indizes oder Rohstoffe zu einem vorher festgelegten Preis innerhalb einer bestimmten Laufzeit zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen ist der Gewinn beim Capped Warrant nach oben begrenzt („cap“), während das Verlustrisiko auf den eingesetzten Kaufpreis beschränkt ist. Dadurch bietet das Produkt eine kalkulierbare Chance-Risiko-Struktur und eignet sich für Investoren, die von moderaten Kursbewegungen profitieren möchten, ohne ein unbegrenztes Gewinnpotenzial anzustreben.
Ein Capped Warrant funktioniert ähnlich wie ein Standardwarrant, allerdings wird die maximale Rendite durch einen vorher festgelegten Höchstkurs des Basiswerts begrenzt. Beispiel: Ein Anleger kauft einen Capped Call auf die Siemens Aktie mit Strikepreis von 100€ und Cap bei 120€. Steigt der Aktienkurs auf 130€, wird der Gewinn nur bis zum Cap von 120€ berechnet, sodass der Anleger eine Rendite auf die Differenz zwischen Strike und Cap erzielt, nicht jedoch darüber hinaus. Fällt der Aktienkurs unter den Strike, verfällt der Warrant wertlos, und der Anleger verliert den eingesetzten Kaufpreis.
Der Hauptvorteil eines Capped Warrant liegt in der klar definierten Risiko-Rendite-Struktur. Der Anleger kann das Verlustrisiko auf den eingesetzten Kaufpreis begrenzen, während die mögliche Rendite vorher bekannt ist. Außerdem sind Capped Warrants meist kostengünstiger als klassische Optionsscheine mit unbegrenztem Gewinnpotenzial, da die Emittenten das Risiko durch die Gewinnbegrenzung reduzieren. Sie eignen sich besonders für Anleger, die einen gezielten Einstieg in einen Basiswert mit überschaubaren Chancen und Risiken suchen.
Capped Warrants werden vor allem im Handel mit Aktien, Indizes oder Rohstoffen eingesetzt. Investoren nutzen sie, um von moderaten Kursanstiegen oder -rückgängen zu profitieren, ohne große Summen zu investieren. Auch im Portfolio-Management können sie eingesetzt werden, um gezielt Chancen zu nutzen und gleichzeitig das Risiko zu begrenzen. Die Produkte werden von Banken und Finanzinstituten emittiert und an Terminbörsen oder außerbörslich gehandelt.
Die Risiken eines Capped Warrant bestehen primär im Totalverlust des eingesetzten Kapitals, falls der Basiswert den Strikepreis nicht erreicht. Zudem ist die Gewinnchance nach oben begrenzt, sodass extreme Kursbewegungen nicht voll ausgeschöpft werden können. Weitere Risiken umfassen Liquiditätsrisiken, Spread-Kosten und mögliche negative Effekte bei vorzeitiger Fälligkeit oder vorzeitigem Verkauf. Anleger sollten daher die Produktbedingungen genau prüfen und die Strategie in ein diversifiziertes Portfolio einbinden.
Ein praktisches Beispiel ist ein Anleger, der von moderaten Kurssteigerungen der Siemens Aktie ausgeht. Er kauft einen Capped Call mit Strike bei 100€ und Cap bei 120€, Laufzeit sechs Monate. Steigt der Kurs auf 115€, realisiert er einen Gewinn auf die Differenz zwischen Strike und aktuellem Kurs, jedoch maximal bis zum Cap. Fällt der Kurs auf 95€, verfällt der Warrant wertlos, und der Anleger verliert nur den eingesetzten Kaufpreis. Auf diese Weise lässt sich eine gezielte Chancen-Risiko-Strategie umsetzen, ohne ein unbegrenztes Risiko einzugehen.
Der Capped Warrant ist ein strukturiertes Derivat, das Anlegern die Möglichkeit bietet, von Kursbewegungen eines Basiswerts zu profitieren, während die Gewinnchancen nach oben begrenzt und Verluste auf den Kaufpreis beschränkt sind. Mit klar definierter Risiko-Rendite-Struktur eignet er sich für Investoren, die moderate Kursgewinne nutzen möchten, ohne ein unbegrenztes Risiko einzugehen. Durch die Kombination aus Chancebegrenzung und kalkulierbarem Risiko ist der Capped Warrant ein flexibles Instrument für gezielte Anlagestrategien im Aktien-, Index- oder Rohstoffbereich.