Churning bezeichnet im Finanzwesen und Börsenhandel eine Praxis, bei der ein Broker oder Finanzberater exzessive Handelsaktivitäten im Kundenkonto durchführt, um Provisionen zu generieren, ohne dass dies im Interesse des Kunden liegt. Ziel ist nicht die Optimierung der Anlagestrategie, sondern die Erhöhung der Gebühreneinnahmen. Churning ist illegal, da es gegen Treuepflichten und gesetzliche Vorschriften verstößt und die Interessen der Kunden schädigt. Betroffene Anleger können durch ständige Transaktionen hohe Kosten und mögliche Verluste erleiden, während der Broker von jeder Bewegung profitiert.
Beim Churning tätigt der Broker viele Käufe und Verkäufe von Aktien, Fonds oder Derivaten im Kundenkonto. Beispiel: Ein Anleger besitzt Aktien der Siemens Aktie. Anstatt eine langfristige Strategie zu verfolgen, verkauft der Broker die Aktien mehrfach innerhalb kurzer Zeit und kauft sie erneut oder ersetzt sie durch andere Wertpapiere. Jeder Trade erzeugt eine Provision, die der Broker erhält. Für den Kunden entstehen hohe Handelskosten und oft auch steuerliche Belastungen, ohne dass eine Verbesserung der Rendite erfolgt.
Churning ist besonders problematisch für private Anleger, die auf langfristige Vermögensbildung setzen. Durch übermäßige Handelsaktivität können Renditen erheblich gemindert werden, während die Kosten steigen. Anleger sollten daher regelmäßig die Transaktionshistorie ihres Kontos prüfen, auf übermäßige Handelsfrequenz achten und sicherstellen, dass jede Transaktion strategisch begründet ist. Finanzaufsichtsbehörden wie die BaFin in Deutschland oder die SEC in den USA überwachen solche Praktiken, um Anleger zu schützen und faire Handelsbedingungen zu gewährleisten.
Ein klassisches Beispiel für Churning ist die übermäßige Handelsaktivität in Kundenportfolios bei Online-Brokern oder Fondsberatern. In den USA kam es in den 1990er-Jahren zu mehreren Prozessen gegen Brokerfirmen, die systematisch Churning betrieben, um Provisionen zu steigern. Auch heute kann Churning in Form von häufigem Kauf und Verkauf von ETFs, Aktien oder Optionen auftreten, insbesondere wenn der Kunde wenig Kontrolle über das Handeln des Beraters hat. Der Effekt ist immer derselbe: Der Kunde trägt hohe Kosten und erhält keinen realen Mehrwert.
Für den Broker bestehen die Vorteile ausschließlich in den Provisionen. Für den Kunden hingegen sind die Risiken erheblich: erhöhte Handelskosten, potenzielle Verluste durch steuerliche Effekte, Abweichung von der langfristigen Anlagestrategie und geringere Rendite. Außerdem kann Churning das Vertrauen in Finanzberater und die Finanzmärkte untergraben. Daher sollten Anleger auf Transparenz, klare Verträge und eine nachvollziehbare Anlagestrategie achten.
Churning ist eine unerwünschte Praxis, bei der Broker oder Berater übermäßige Handelsaktivitäten durchführen, um Provisionen zu generieren, ohne dass dies im Interesse des Kunden liegt. Für Anleger entstehen hohe Kosten und mögliche Verluste, während der Broker profitiert. Um Churning zu vermeiden, sollten Anleger ihre Konten überwachen, auf klare strategische Entscheidungen achten und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten. Transparenz und langfristige Anlagestrategien sind entscheidend, um den negativen Effekt von Churning zu verhindern.