Die Down Tick Rule ist eine Regel im US-amerikanischen Aktienhandel, die darauf abzielt, den Verkauf von Aktien in fallenden Märkten zu regulieren. Offiziell als „Rule 10a-1“ bekannt, wurde sie 1938 von der US-Börsenaufsicht SEC eingeführt, um exzessive Abwärtsbewegungen einzelner Aktien zu begrenzen und sogenannte „Bear Raids“ zu verhindern. Ein Bear Raid bezeichnet eine aggressive Verkaufsstrategie, bei der große Mengen an Aktien kurzzeitig verkauft werden, um den Kurs stark zu drücken und Profit aus fallenden Kursen zu schlagen.
Die Regel besagt, dass Leerverkäufe einer Aktie nur dann getätigt werden dürfen, wenn der Verkaufspreis höher als der letzte gehandelte Preis ist oder sich der Preis seit dem letzten Handel nicht verändert hat. Mit anderen Worten: Verkäufe, die den Kurs weiter nach unten treiben (sog. „Down Ticks“), waren nicht erlaubt. Die Regel sollte so die Dynamik von stark fallenden Kursen bremsen und Marktmanipulationen verhindern.
Die Down Tick Rule funktionierte wie folgt:
Ziel war es, den Verkaufsdruck in fallenden Märkten zu begrenzen und extreme Kursabstürze zu verhindern. Die Regel war insbesondere während der Finanzkrisen der 20. Jahrhunderts relevant, als spekulative Abwärtsbewegungen zu massiven Verlusten bei Anlegern führten.
Für Trader und Investoren hatte die Down Tick Rule mehrere wichtige Funktionen:
Die Down Tick Rule galt als Schutzmechanismus für schwächere Marktteilnehmer und half, Marktmanipulationen zu reduzieren. Allerdings führte sie auch zu Kritik, da sie die Flexibilität von professionellen Tradern einschränkte und moderne Handelsalgorithmen teilweise nicht optimal integrierbar waren.
Die Down Tick Rule wurde nach der Finanzkrise 2008 modernisiert und teilweise aufgehoben, da Untersuchungen zeigten, dass sie in Zeiten elektronischer Handelsplattformen und hoher Handelsvolumina weniger wirksam war. Heute gelten in den USA stattdessen sogenannte „Alternative Uptick Rules“ oder „Circuit Breaker“-Mechanismen, die ähnliche Schutzfunktionen erfüllen, jedoch besser auf schnelle elektronische Märkte zugeschnitten sind.
Beispiel: Während der 1987er Börsenkrise zeigte sich, dass unregulierte Leerverkäufe die Kurse stark nach unten treiben können. Die Down Tick Rule sollte ähnliche Szenarien verhindern, ist aber durch moderne Regelungen ersetzt worden.
Die Down Tick Rule war eine frühe regulatorische Maßnahme, um Leerverkäufe in fallenden Märkten einzuschränken und extreme Kursverluste zu verhindern. Sie spielte eine wichtige Rolle im Schutz kleiner Anleger und bei der Stabilisierung der Märkte. Mit der Entwicklung moderner elektronischer Handelsplätze wurde die Regel angepasst und teilweise durch alternative Mechanismen ersetzt, die die Marktstabilität weiterhin gewährleisten, ohne den Handel übermäßig zu beschränken. Sie bleibt ein bedeutendes historisches Beispiel für regulatorisches Eingreifen zum Schutz der Marktintegrität.