Die Finanztransaktionssteuer (FTT) ist eine Abgabe auf den Handel mit Finanzinstrumenten wie Aktien, Anleihen, Derivaten oder Devisen. Sie wird auf jede Transaktion erhoben und zielt darauf ab, den Finanzsektor stärker zu besteuern, spekulative Handelsaktivitäten zu dämpfen und zusätzliche Staatseinnahmen zu generieren. Die Steuer wird häufig als Prozentsatz des Transaktionsvolumens berechnet und kann je nach Finanzmarkt unterschiedlich ausfallen.
Die FTT greift direkt beim Kauf oder Verkauf eines Finanzinstruments. Bei einer Aktientransaktion in Höhe von 10.000€ und einem Steuersatz von 0,1% fallen beispielsweise 10€ Steuern an. Für Hochfrequenzhändler, die tausende Transaktionen pro Tag durchführen, kann dies zu erheblichen Kosten führen. Ziel ist es, kurzfristige Spekulationsgeschäfte zu verteuern, während langfristige Investitionen weniger belastet werden.
Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer verfolgt mehrere Ziele:
Die Finanztransaktionssteuer wird in verschiedenen Ländern unterschiedlich umgesetzt. In der EU gibt es Bestrebungen, eine koordinierte FTT einzuführen, zunächst jedoch nur von einigen Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, Frankreich und Italien.
In Deutschland könnte die Steuer beispielsweise auf Aktienhandel wie bei der Siemens-Aktie wirken: Wer Siemens-Aktien kauft oder verkauft, würde eine geringe Abgabe auf jede Transaktion entrichten. Für langfristige Investoren sind die Kosten eher marginal, während kurzfristige Spekulanten stärker betroffen wären.
Die Finanztransaktionssteuer ist ein Instrument, das sowohl fiskalische als auch regulative Ziele verfolgt. Sie kann kurzfristige Spekulationen reduzieren und zusätzliche Einnahmen für den Staat generieren, birgt jedoch das Risiko, Handelsvolumen und Liquidität zu verringern. Für Anleger und institutionelle Investoren ist die FTT ein wichtiger Faktor bei der Handelsplanung und Kostenkalkulation, während sie für die Stabilität und Fairness der Finanzmärkte potenziell positive Effekte bietet.