Frontmonat

Was ist der Frontmonat?

Der Frontmonat bezeichnet den nächstfälligen Liefer- oder Abrechnungsmonat eines Futures- oder Optionskontrakts. In der Terminbörse ist der Frontmonat der Kontrakt, der aktuell die höchste Liquidität aufweist und daher am häufigsten gehandelt wird. Anleger und Trader richten sich bei kurzfristigen Handelsentscheidungen in der Regel am Frontmonat aus, da er die engste Preisbildung und die niedrigsten Spreads bietet.

Definition und Bedeutung

Bei Futures und Optionen gibt es standardisierte Kontrakte mit verschiedenen Fälligkeiten. Der Frontmonat ist der Kontrakt, dessen Lieferdatum am nächsten liegt. Dieser Monat wird auch als „Near Month“ bezeichnet. Für Rohstoffe wie Öl, Gold oder Weizen, aber auch für Aktien- und Anleihefutures, ist der Frontmonat besonders relevant, weil die Liquidität hier am höchsten ist und der Preis die aktuelle Markterwartung am besten widerspiegelt.

Ein praktisches Beispiel: Ein Öl-Future mit Fälligkeit im nächsten Monat ist der Frontmonat. Trader, die kurzfristig auf Preisbewegungen setzen wollen, handeln überwiegend diesen Kontrakt. Sobald der Frontmonat ausläuft, wird der nächstfällige Kontrakt zum neuen Frontmonat, und die Handelsaktivitäten verlagern sich entsprechend.

Rolle im Handel

Der Frontmonat spielt im Terminhandel mehrere zentrale Rollen:

  • Liquiditätsfokus: Aufgrund der hohen Handelsvolumina sind Ein- und Ausstiege im Frontmonat leichter und günstiger.
  • Preisreferenz: Der Frontmonat dient als Referenz für die Preisbildung aller anderen Fälligkeiten.
  • Rollstrategien: Investoren, die längerfristig engagiert bleiben möchten, rollen Positionen vom Frontmonat auf den nächsten Kontrakt, bevor der aktuelle ausläuft.
  • Basis für Arbitrage: Der Frontmonat ist entscheidend für Arbitragegeschäfte zwischen Spotmarkt und Terminkontrakten.

Beispiele aus der Praxis

Ein typisches Beispiel ist der Handel mit Rohöl-Futures an der NYMEX. Der Frontmonat ist der nächstfällige Kontrakt, z.B. Mai-Kontrakt, während der Juni- oder Juli-Kontrakt die Folgemonate darstellen. Trader, die kurzfristig auf Preisschwankungen reagieren, kaufen oder verkaufen primär den Mai-Kontrakt. Kurz vor Ablauf des Kontrakts rollen sie ihre Positionen auf den Juni-Kontrakt, um physische Lieferung zu vermeiden und weiterhin im Markt engagiert zu bleiben.

Auch im Aktienfutures-Handel spielt der Frontmonat eine zentrale Rolle. Bei Futures auf den DAX, S&P 500 oder Euro Stoxx 50 wird der Frontmonat aktiv gehandelt, während spätere Kontrakte weniger liquide sind und daher höhere Spreads aufweisen.

Vorteile und Limitierungen

Die Vorteile des Frontmonats liegen vor allem in der hohen Liquidität und der engen Preisspanne, die Transaktionen effizient und kostengünstig machen. Außerdem spiegelt der Frontmonat die aktuelle Markterwartung am genauesten wider. Nachteilig ist, dass er kurzfristig starken Schwankungen unterliegen kann, insbesondere bei Rohstoffen oder während wirtschaftlicher Ereignisse. Zudem erfordert der Umgang mit Frontmonaten ein aktives Management, da Positionen rechtzeitig auf den nächsten Kontrakt übertragen werden müssen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Frontmonat ist der nächstfällige Termin-Kontrakt an Terminbörsen und spielt eine zentrale Rolle im Futures- und Optionshandel. Er bietet hohe Liquidität, enge Spreads und dient als Preisreferenz für alle anderen Fälligkeiten. Für Trader und Investoren ist er die bevorzugte Handelsbasis, sowohl für kurzfristige Spekulationen als auch für Absicherungsstrategien. Das Verständnis des Frontmonats ist daher essenziell, um Marktbewegungen richtig einzuschätzen, Risiken zu steuern und Terminpositionen effektiv zu managen.



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