Das Front Running bezeichnet eine verbotene Praxis im Wertpapierhandel, bei der ein Broker oder Trader eigene Käufe oder Verkäufe tätigt, bevor er Kundenaufträge ausführt, um von der erwarteten Kursbewegung zu profitieren. Dabei nutzt die handelnde Person das Wissen über bevorstehende größere Transaktionen anderer Marktteilnehmer aus, um einen finanziellen Vorteil zu erzielen. Front Running gilt als Marktmissbrauch und ist in den meisten Ländern gesetzlich verboten.
Front Running tritt häufig im Zusammenhang mit großen Orders auf, die den Marktpreis beeinflussen können. Ein Broker, der weiß, dass ein institutioneller Kunde eine große Kauforder platzieren will, kann vorher selbst Aktien kaufen. Sobald die Kundenorder ausgeführt wird, steigt der Kurs, und der Broker verkauft seine Aktien mit Gewinn. Analog kann Front Running bei Verkaufsorders erfolgen, indem der Broker vor der Kundenorder verkauft und später zurückkauft.
Beispiel: Ein Fonds plant, große Mengen der Allianz-Aktie zu kaufen. Ein Broker, der über diese Order informiert ist, kauft vorher selbst Aktien und verkauft sie nach der Kurssteigerung durch die Fondsorder. Dieses Verhalten ist illegal, da es die Markttransparenz verletzt und Kunden benachteiligt.
Front Running kann in verschiedenen Formen auftreten:
Front Running ist in den meisten Ländern illegal, da es den fairen Handel an den Finanzmärkten untergräbt. Aufsichtsbehörden wie die US-amerikanische SEC oder die deutsche BaFin verfolgen Verstöße und verhängen hohe Strafen. Neben Geldbußen kann auch der Entzug der Handelslizenz drohen. Ziel der Regulierung ist es, die Marktintegrität zu schützen und Anleger vor unfairen Praktiken zu bewahren.
Front Running kann das Vertrauen in die Finanzmärkte erheblich beeinträchtigen. Anleger könnten sich benachteiligt fühlen, wenn größere Marktteilnehmer bevorzugt handeln. Die Praxis verzerrt den fairen Marktpreis, da Kursbewegungen nicht ausschließlich durch Angebot und Nachfrage, sondern durch unfaire Vorabtransaktionen beeinflusst werden. Zudem erhöht Front Running die Volatilität, insbesondere bei weniger liquiden Wertpapieren.
Um Front Running zu verhindern, implementieren Finanzinstitute Compliance-Richtlinien, strikte Trennung von Kundendaten und Handelsabteilungen sowie Überwachungssysteme für ungewöhnliche Handelsaktivitäten. Hochfrequenz- und algorithmische Handelsstrategien werden zusätzlich reguliert, um sicherzustellen, dass sie nicht als Front Running missbraucht werden. Anleger können sich ebenfalls schützen, indem sie Orders auf mehrere kleinere Transaktionen aufteilen, um die Marktbewegung zu minimieren.
Front Running ist eine illegale Marktpraktik, bei der Broker oder Trader eigene Geschäfte vor Kundenorders ausführen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Sie verletzt die Markttransparenz, benachteiligt andere Anleger und erhöht die Volatilität. Regulierungsbehörden verfolgen Verstöße streng, während Finanzinstitute Compliance-Maßnahmen implementieren, um die Integrität der Märkte zu schützen. Ein tiefes Verständnis von Front Running ist für Anleger und Marktteilnehmer wichtig, um Risiken zu erkennen und faire Handelspraktiken zu gewährleisten.