Funding Rate

Was ist die Funding Rate?

Die Funding Rate ist ein Mechanismus im Handel mit unbefristeten Terminkontrakten (Perpetual Futures), der dafür sorgt, dass der Preis eines Derivats möglichst nahe am aktuellen Kassapreis des zugrunde liegenden Vermögenswerts bleibt. Sie spielt vor allem im Kryptomarkt eine zentrale Rolle, da dort Perpetual Futures weit verbreitet sind.

Im Gegensatz zu klassischen Futures besitzen Perpetual Contracts kein festes Ablaufdatum. Um dennoch eine Preisbindung an den Spotmarkt sicherzustellen, wurde die Funding Rate eingeführt. Sie regelt regelmäßige Zahlungen zwischen Long- und Short-Positionen und gleicht Angebots- und Nachfrageungleichgewichte aus.

Funktionsweise der Funding Rate

Die Funding Rate ist kein Entgelt, das an eine Börse gezahlt wird. Stattdessen erfolgt die Zahlung direkt zwischen Marktteilnehmern. Abhängig von der Marktlage zahlen entweder Long-Positionen an Short-Positionen oder umgekehrt.

Ist der Preis eines Perpetual Futures höher als der Kassapreis, fällt die Funding Rate in der Regel positiv aus. In diesem Fall zahlen Long-Positionen eine Gebühr an Short-Positionen. Liegt der Futures-Preis unter dem Kassapreis, ist die Funding Rate negativ, und Short-Positionen zahlen an Long-Positionen. Auf diese Weise wird ein Anreiz geschaffen, Positionen zu eröffnen, die den Preis wieder näher an den Spotmarkt heranführen.

Funding Rate im Kryptohandel

Im Markt für Kryptowährungen wird die Funding Rate häufig in festen Intervallen berechnet, beispielsweise alle acht Stunden. Die genaue Berechnungsformel kann je nach Handelsplattform variieren, basiert jedoch meist auf der Differenz zwischen Futures-Preis und Kassapreis sowie einem Zinskomponentenfaktor.

Besonders bei stark gehandelten Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum dient die Funding Rate als wichtiger Stimmungsindikator. Eine dauerhaft hohe positive Funding Rate kann auf eine überhitzte Long-Nachfrage hindeuten, während eine stark negative Funding Rate auf eine pessimistische Markterwartung schließen lässt.

Bedeutung für Trader

Für aktive Trader ist die Funding Rate ein entscheidender Kosten- und Ertragsfaktor. Wer eine Position über mehrere Funding-Intervalle hält, muss die regelmäßigen Zahlungen berücksichtigen, da diese die Rendite erheblich beeinflussen können.

In manchen Marktphasen nutzen Händler die Funding Rate gezielt als Strategie. Beispielsweise können extrem hohe Funding Rates Anreize für sogenannte Arbitrage-Geschäfte schaffen, bei denen Händler entgegengesetzte Positionen im Spot- und Futures-Markt eingehen.

Risiken und Marktverzerrungen

Eine dauerhaft hohe Funding Rate kann spekulative Übertreibungen begünstigen. Wenn viele Marktteilnehmer dieselbe Richtung handeln, steigen die Finanzierungskosten, was bei plötzlichen Kursbewegungen zu schnellen Liquidationen führen kann. Solche Effekte verstärken die Volatilität und können abrupte Marktbewegungen auslösen.

Insbesondere in Phasen starker Euphorie oder Panik kann die Funding Rate stark schwanken und als Warnsignal für übermäßige Marktpositionierung dienen.

Abgrenzung zum Kassamarkt

Im Gegensatz zum direkten Kauf einer Kryptowährung im Kassamarkt fallen dort keine Funding Rates an. Die Funding Rate ist ausschließlich ein Merkmal von Perpetual Futures und anderen derivativen Produkten. Anleger, die langfristig investieren möchten, bevorzugen daher häufig den Spotmarkt, um laufende Finanzierungskosten zu vermeiden.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Funding Rate ist ein zentrales Steuerungsinstrument im Handel mit unbefristeten Krypto-Derivaten. Sie sorgt für eine enge Kopplung zwischen Futures- und Kassapreisen und dient gleichzeitig als Indikator für die Marktstimmung. Für Trader ist es essenziell, die Funding Rate zu verstehen und in ihre Handelsentscheidungen einzubeziehen, da sie sowohl Kosten verursachen als auch Chancen eröffnen kann.



Kennen Sie bereits die 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt? Klicken Sie hier...