Ein Future-Kontrakt ist ein standardisierter Terminkontrakt, der den Kauf oder Verkauf eines Basiswertes zu einem festgelegten Preis und einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft regelt. Er wird an Futures-Börsen gehandelt und ermöglicht es Marktteilnehmern, Preisrisiken abzusichern oder auf zukünftige Preisbewegungen zu spekulieren. Der Future-Kontrakt ist damit ein zentrales Instrument im modernen Finanzhandel, sowohl für institutionelle Anleger als auch für private Trader.
Der Future-Kontrakt legt verbindlich fest, dass ein Basiswert wie Rohstoffe, Aktienindizes, Währungen oder Anleihen zu einem bestimmten Preis zu einem späteren Zeitpunkt geliefert oder abgerechnet wird. Anders als bei Spotgeschäften erfolgt die Lieferung oder der Ausgleich nicht sofort, sondern zu dem vereinbarten Fälligkeitstermin. Die Börse standardisiert die Kontrakte in Bezug auf Menge, Qualität, Laufzeit und Lieferzeitpunkt, sodass sie einfach gehandelt und vergleichbar sind.
Die Funktionsweise eines Future-Kontrakts lässt sich in drei Hauptschritten erklären:
Future-Kontrakte erfüllen zwei zentrale Funktionen. Erstens dienen sie der Absicherung gegen Preisrisiken. Unternehmen, die Rohstoffe oder Finanzprodukte zukünftig benötigen, können durch den Kauf eines Future-Kontrakts ihre Kosten bereits heute fixieren. Ein Energieunternehmen könnte zum Beispiel Erdöl-Futures kaufen, um sich gegen steigende Ölpreise abzusichern. Zweitens ermöglichen Future-Kontrakte spekulative Strategien: Trader können auf steigende oder fallende Preise setzen, ohne den Basiswert physisch zu besitzen.
Darüber hinaus tragen Future-Kontrakte wesentlich zur Preisfindung bei. Die Kontraktpreise spiegeln nicht nur die aktuelle Marktsituation wider, sondern auch die Erwartungen der Marktteilnehmer über zukünftige Entwicklungen. Dies schafft transparente, liquide Märkte, die Investoren und Unternehmen als verlässliche Referenz dienen.
Future-Kontrakte gibt es in vielen verschiedenen Varianten:
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Investor hält einen DAX-Future, um auf steigende Kurse zu setzen. Der Kontrakt wird über die Eurex gehandelt, täglich über das Margin-Konto abgerechnet. Gewinne oder Verluste werden sofort verrechnet, wodurch das Risiko eines Zahlungsausfalls reduziert wird und der Handel sicher bleibt.
Future-Kontrakte unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben. Börsen wie die Eurex oder die CME Group überwachen die Margin-Konten, setzen konservative Risikomodelle ein und gewährleisten so die Stabilität des Handels. Diese Maßnahmen verhindern Zahlungsausfälle und schützen sowohl institutionelle als auch private Marktteilnehmer.
Der Future-Kontrakt ist ein unverzichtbares Instrument für Hedging und spekulative Strategien an den Finanzmärkten. Er bietet Transparenz, Liquidität und Sicherheit durch standardisierte Kontrakte und die tägliche Abrechnung über Marginkonten. Ob Rohstoffe, Aktienindizes, Währungen oder Zinsprodukte – Future-Kontrakte ermöglichen Marktteilnehmern, Preisrisiken effizient zu steuern und Chancen aus Marktbewegungen zu nutzen. Ein fundiertes Verständnis der Funktionsweise, Margin-Anforderungen und Abrechnungsmechanismen ist entscheidend für erfolgreichen Handel mit Future-Kontrakten.