Gezeichnetes Kapital

Was ist gezeichnetes Kapital?

Gezeichnetes Kapital, auch als Nominalkapital bezeichnet, ist der Teil des Eigenkapitals einer Aktiengesellschaft (AG) oder Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), der von den Gesellschaftern bei der Gründung oder Kapitalerhöhung verbindlich zugesagt wurde. Es bildet die rechtliche Grundlage für die Haftung der Gesellschaft gegenüber Gläubigern und gibt den Anteil an, den Aktionäre oder Gesellschafter zur Finanzierung des Unternehmens einbringen. Das gezeichnete Kapital ist im Handelsregister eingetragen und stellt eine wichtige Größe für die Bonität und Stabilität eines Unternehmens dar.

Funktionen des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital erfüllt mehrere zentrale Aufgaben:

  • Haftungsgrundlage: Es bestimmt die maximale Haftung der Gesellschafter im Insolvenzfall.
  • Finanzierungsbasis: Das Kapital stellt dem Unternehmen Mittel für Investitionen, Betrieb und Wachstum zur Verfügung.
  • Rechtliche Transparenz: Die Höhe des gezeichneten Kapitals ist im Handelsregister veröffentlicht und gibt Geschäftspartnern und Investoren Sicherheit.
  • Berechnungsgrundlage für Dividenden: Das gezeichnete Kapital bildet die Basis, auf die Gewinnausschüttungen und Dividenden verteilt werden.

Unterschied zwischen gezeichnetem Kapital und Grundkapital

In Aktiengesellschaften wird das gezeichnete Kapital häufig als Grundkapital bezeichnet. Beide Begriffe beschreiben die Summe, die die Aktionäre bei der Gründung oder Kapitalerhöhung verbindlich einbringen. Ein wichtiger Unterschied besteht darin, dass das gezeichnete Kapital im engeren Sinn die zugesagten Einlagen der Gesellschafter umfasst, während das Grundkapital oft als Oberbegriff verwendet wird, der auch die ausgegebenen Aktien darstellt.

Praxisbeispiele

Ein Beispiel: Die Allianz AG gibt Aktien mit einem Nennwert von insgesamt 2,5 Milliarden Euro aus. Dieses Geld entspricht dem gezeichneten Kapital und bildet die Haftungs- und Finanzierungsbasis der Gesellschaft. Aktionäre, die Aktien zeichnen, verpflichten sich, die Nennwerte ihrer Aktien zu zahlen, wodurch das Unternehmen über liquide Mittel verfügt, um Investitionen zu tätigen oder operative Tätigkeiten zu finanzieren.

Erhöhung und Herabsetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital kann durch Beschluss der Hauptversammlung oder Gesellschafterversammlung erhöht werden, z.B. durch Ausgabe neuer Aktien oder Gesellschafteranteile. Auch eine Herabsetzung ist möglich, um Verluste auszugleichen oder Eigenkapital umzustrukturieren. Jede Änderung muss ins Handelsregister eingetragen werden und ist für Gläubiger und Investoren von zentraler Bedeutung.

boerse.de-Schlussfolgerung

Das gezeichnete Kapital ist die verbindlich zugesagte Einlage der Gesellschafter oder Aktionäre und bildet die finanzielle und rechtliche Grundlage einer Gesellschaft. Es sichert die Haftung, ermöglicht Investitionen und schafft Transparenz gegenüber Investoren und Geschäftspartnern. Für Unternehmen ist es eine essenzielle Größe, um Wachstum zu finanzieren, die Bonität zu stärken und die Eigentümerstruktur klar zu dokumentieren.



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