Lombardkredit

Was ist ein Lombardkredit?

Ein Lombardkredit ist ein kurzfristiger Kredit, bei dem Wertpapiere oder andere liquide Vermögenswerte als Sicherheit hinterlegt werden. Die Bank gewährt den Kredit auf Basis des Beleihungswertes der Sicherheiten, sodass der Kreditnehmer schnell Liquidität erhält, ohne die Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Lombardkredite werden sowohl von vermögenden Privatkunden als auch von Unternehmen und institutionellen Anlegern genutzt und gelten als flexibles Instrument zur Finanzierung und Liquiditätsoptimierung.

Funktionsweise eines Lombardkredits

Bei einem Lombardkredit hinterlegt der Kreditnehmer Wertpapiere, Fondsanteile, Anleihen oder andere liquide Anlagen bei der Bank. Die Bank bewertet diese Sicherheiten und legt einen Beleihungssatz fest, der bestimmt, wie viel Kredit maximal gewährt wird. Typische Beleihungssätze liegen zwischen 50 und 80 Prozent des aktuellen Marktwertes der Sicherheiten.

Beispiel: Ein Anleger hinterlegt Aktien der Allianz im Wert von 100.000 Euro. Bei einem Beleihungssatz von 70 Prozent kann er einen Lombardkredit von 70.000 Euro aufnehmen, ohne seine Aktien verkaufen zu müssen. Die Zinsen auf den Kredit sind abhängig von der Bank und der Laufzeit.

Typische Anwendungsbereiche

Lombardkredite werden vor allem für kurzfristige Finanzierungen genutzt. Typische Anwendungsfälle sind:

  • Privatanleger sichern sich Liquidität, um größere Anschaffungen oder Immobilienfinanzierungen zu stemmen.
  • Unternehmen überbrücken kurzfristige Liquiditätsengpässe oder finanzieren Betriebsmittel.
  • Investmentfonds und institutionelle Anleger nutzen Lombardkredite, um Marktchancen schnell wahrzunehmen, ohne bestehende Wertpapiere zu verkaufen.

Vorteile eines Lombardkredits

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • Schnelle Liquidität: Kreditnehmer erhalten kurzfristig Geld, ohne Vermögenswerte verkaufen zu müssen.
  • Flexibilität: Die Kredithöhe passt sich dem Wert der Sicherheiten an, und die Rückzahlung kann variabel gestaltet werden.
  • Eigentum der Sicherheiten: Der Kreditnehmer bleibt Eigentümer der hinterlegten Vermögenswerte und kann weiterhin Dividenden oder Zinsen daraus erhalten.

Risiken und Besonderheiten

Der Lombardkredit birgt auch Risiken. Vor allem die Kursschwankungen der hinterlegten Wertpapiere sind relevant: Fällt der Kurs, kann die Bank zusätzliche Sicherheiten oder eine sofortige Rückzahlung verlangen. Außerdem sind Lombardkredite in der Regel höher verzinst als Standardkredite, da die Bank das Risiko der Schwankungen übernimmt. Anleger müssen daher sorgfältig prüfen, ob sie im Fall von Kursverlusten ausreichende Mittel für Nachschüsse bereitstellen können.

Beispiele für lombardfähige Sicherheiten

Typische Sicherheiten sind:

  • Aktien stabiler Unternehmen, z. B. Allianz
  • Staats- oder Unternehmensanleihen mit hoher Bonität
  • Investmentfonds mit anerkanntem Marktwert
  • Bankeinlagen oder Sparkonten

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein Lombardkredit ist ein bewährtes Instrument, um kurzfristige Finanzierungsbedarfe zu decken, ohne Vermögenswerte verkaufen zu müssen. Er bietet Vorteile wie schnelle Liquidität, Flexibilität und Eigentum an den Sicherheiten, erfordert aber ein aktives Risikomanagement, da Kursschwankungen zu Nachschussforderungen führen können. Für erfahrene Anleger, Unternehmen und institutionelle Investoren ist der Lombardkredit eine effiziente Möglichkeit, Liquidität zu sichern und gleichzeitig die Anlagestrategie beizubehalten.



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