Der Begriff Long Put stammt aus dem Optionshandel und beschreibt eine Strategie, bei der ein Anleger eine Verkaufsoption (Put) auf einen Basiswert kauft. Ziel dieser Position ist es, von fallenden Kursen zu profitieren. Durch den Erwerb eines Long Puts sichert sich der Anleger das Recht, den Basiswert zu einem vorher festgelegten Ausübungspreis (Strike-Preis) innerhalb einer bestimmten Frist zu verkaufen. Diese Strategie wird sowohl zur Spekulation auf fallende Kurse als auch zur Absicherung bestehender Positionen im Portfolio genutzt.
Bei einem Long Put zahlt der Anleger die Optionsprämie, um das Recht zu erwerben, den Basiswert zu einem festen Preis zu verkaufen. Steigt der Kurs des Basiswertes, verfällt die Option wertlos, und der maximale Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Fällt der Kurs jedoch unter den Strike-Preis, gewinnt der Put an Wert, da der Anleger das Recht hat, den Basiswert zu einem höheren Preis zu verkaufen, als er aktuell am Markt gehandelt wird.
Beispiel: Ein Anleger erwirbt einen Long Put auf die Siemens-Aktie mit einem Strike-Preis von 150 Euro und einer Laufzeit von einem Monat. Fällt der Kurs der Aktie auf 130 Euro, kann der Anleger die Aktie theoretisch für 150 Euro verkaufen und somit von der Differenz abzüglich der gezahlten Prämie profitieren. Steigt die Aktie hingegen über 150 Euro, verfällt der Put und der Verlust beschränkt sich auf die gezahlte Prämie.
Der Long Put eignet sich sowohl für spekulative als auch für defensive Strategien. Spekulative Anleger setzen auf fallende Kurse eines Basiswerts, während defensive Anleger Long Puts nutzen, um bestehende Aktienpositionen abzusichern. Diese Strategie ist besonders in volatilen Märkten, vor wichtigen Unternehmensnachrichten oder wirtschaftlichen Ereignissen sinnvoll, die zu starken Kursbewegungen führen können.
Investoren sollten beim Einsatz von Long Puts sowohl die Volatilität als auch die Laufzeit der Option berücksichtigen. Kurze Laufzeiten bergen ein höheres Risiko des Zeitwertverlusts, während längere Laufzeiten teurer sind, dafür aber mehr Flexibilität und Zeit für Kursbewegungen bieten.
Der Long Put ist eine Optionsstrategie, die es Anlegern ermöglicht, von fallenden Kursen eines Basiswerts zu profitieren oder bestehende Positionen abzusichern. Durch den Kauf eines Puts werden Risiken auf die gezahlte Prämie begrenzt, gleichzeitig können bedeutende Gewinne erzielt werden, wenn der Kurs des Basiswerts stark fällt. Die Strategie erfordert ein Verständnis für Optionsbewertung, Volatilität und Marktbewegungen und ist ein wesentliches Instrument im professionellen Portfoliomanagement. Long Puts bieten sowohl für spekulative als auch für defensive Anleger eine wertvolle Möglichkeit, sich flexibel und risikobewusst im Markt zu positionieren.