Der Begriff Long Straddle stammt aus dem Optionshandel und beschreibt eine Strategie, bei der ein Anleger gleichzeitig eine Kaufoption (Call) und eine Verkaufsoption (Put) auf denselben Basiswert, mit gleichem Ausübungspreis und identischem Verfallsdatum erwirbt. Ziel dieser Strategie ist es, von starken Kursbewegungen des Basiswerts zu profitieren, unabhängig davon, in welche Richtung diese gehen. Ein Long Straddle ist somit besonders interessant in Phasen hoher Volatilität oder vor wichtigen Ereignissen, wie Unternehmensberichten oder politischen Entscheidungen, die den Kurs des Basiswerts stark bewegen können.
Bei einem Long Straddle kauft der Anleger sowohl einen Call als auch einen Put mit identischem Strike-Preis. Fällt der Kurs des Basiswertes stark, steigt der Wert der einen Option, während die andere Option möglicherweise wertlos verfällt. Der Gewinn entsteht, sobald die Kursbewegung die Summe der gezahlten Prämien übersteigt. Die Strategie ist besonders geeignet, wenn ein Anleger erwartet, dass es zu einem starken Kursanstieg oder -rückgang kommt, aber unsicher über die Richtung der Bewegung ist.
Beispiel: Ein Anleger kauft einen Call und einen Put auf die Siemens-Aktie mit einem Strike von 150 Euro und einem Verfall in einem Monat. Steigt der Kurs der Siemens-Aktie auf 170 Euro, steigt der Wert des Calls erheblich, während der Put nahezu wertlos wird. Sinkt der Kurs jedoch auf 130 Euro, gewinnt der Put, während der Call an Wert verliert. In beiden Szenarien kann der Anleger die gezahlten Optionsprämien übertreffen.
Ein Long Straddle eignet sich besonders für Anleger, die große Kursausschläge erwarten, aber unsicher über die Richtung sind. Typische Anwendungsbeispiele sind vor Quartalsberichten von Unternehmen, bevorstehende politische Entscheidungen, Wirtschaftsdaten oder andere Events, die starke Marktbewegungen auslösen können. Wichtig ist, dass die Strategie bewusst mit der Erwartung hoher Volatilität eingesetzt wird, da stagnierende Märkte zu Verlusten führen können.
Der Long Straddle ist eine Optionsstrategie, bei der gleichzeitig ein Call und ein Put auf denselben Basiswert mit identischem Strike und Verfall gekauft werden. Ziel ist es, von starken Kursbewegungen in beide Richtungen zu profitieren. Die Strategie bietet begrenztes Risiko auf die gezahlten Prämien, erfordert jedoch ein Verständnis für Volatilität und Optionsbewertung. Ein Long Straddle ist besonders geeignet für volatile Marktphasen und Ereignisse mit unvorhersehbaren Kursbewegungen, bietet aber keinen Vorteil in Seitwärtsmärkten. Für Anleger, die sich intensiv mit Optionen beschäftigen und bereit sind, Prämien zu investieren, kann ein Long Straddle ein wirksames Instrument zur Diversifikation und Risikoabsicherung darstellen.