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Der Mindestschluss bezeichnet im Börsenhandel den minimalen Schlusskurs, der für ein Wertpapier am Ende eines Handelstages zulässig ist. Er legt die untere Preisgrenze fest, unterhalb der ein Wertpapier nicht offiziell gehandelt werden darf. Ziel des Mindestschlusses ist es, extreme Kursschwankungen zu begrenzen, die Marktstabilität zu erhöhen und Anleger vor übermäßigen Verlusten zu schützen.
Der Mindestschluss wird von der jeweiligen Börse oder durch die handelnden Institutionen vorgegeben. Er orientiert sich häufig am Referenzkurs des Vortages und kann als prozentuale Abweichung definiert sein. Kurse, die unter diese Grenze fallen würden, werden nicht im offiziellen Handel gebucht, sondern als „unter dem Mindestschluss“ betrachtet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Preisbildung eines Wertpapiers nicht durch kurzfristige extreme Verkäufe verzerrt wird.
Ein Beispiel für den Mindestschluss ist eine Aktie, deren Schlusskurs am Vortag bei 100 € lag. Die Börse legt eine Schwankungsgrenze von ±10 % fest. Der Mindestschluss beträgt somit 90 €. Sinkt der Kurs während des Handelstages unter 90 €, wird der niedrigere Kurs nicht offiziell als Schlusskurs verbucht, und der Handel kann vorübergehend ausgesetzt oder angepasst werden. Dieses System kommt beispielsweise an vielen europäischen Börsen zum Einsatz, um plötzliche Marktpaniken abzufedern.
Der Mindestschluss hat mehrere Funktionen und Vorteile für Anleger:
Obwohl der Mindestschluss Schutz bietet, kann er keine fundamentalen Verluste verhindern. Langfristig sinkt der Wert eines Wertpapiers weiterhin, wenn das Unternehmen oder die wirtschaftliche Lage dies erforderlich macht. Der Mindestschluss wirkt primär kurzfristig und dient der Tageskursstabilisierung.
Der Mindestschluss ist ein Instrument der Börsen, das extreme Kursschwankungen am Ende eines Handelstages begrenzt und so die Marktstabilität erhöht. Für Anleger bietet er Schutz vor plötzlichen Verlusten und sorgt für eine nachvollziehbare Preisbildung. Langfristige Kursentwicklungen werden durch den Mindestschluss jedoch nicht beeinflusst, weshalb er vor allem ein Mittel der kurzfristigen Risikobegrenzung ist.
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