Operativer Cashflow

Was ist der operative Cashflow?

Der operative Cashflow zeigt die Zahlungsmittel, die ein Unternehmen durch seine laufende Geschäftstätigkeit erwirtschaftet. Er gibt Auskunft darüber, wie viel Geld aus dem Kerngeschäft tatsächlich verfügbar ist, um Investitionen zu tätigen, Schulden zu bedienen oder Dividenden auszuschütten. Der operative Cashflow ist eine zentrale Kennzahl für die Finanzanalyse, da er die Liquidität und die finanzielle Stabilität eines Unternehmens widerspiegelt.

Definition und Funktionsweise

Der operative Cashflow wird aus der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz abgeleitet, indem nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge (z.B. Abschreibungen) korrigiert werden. Wesentliche Merkmale sind:

  • Fokus auf Kerngeschäft: Zeigt die Zahlungsmittel, die direkt aus dem operativen Geschäft stammen.
  • Berechnung: Jahresüberschuss + Abschreibungen + Veränderungen des Working Capitals = operativer Cashflow.
  • Vergleichbarkeit: Unabhängig von Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten lässt sich die Liquidität des Kerngeschäfts beurteilen.
  • Transparenz: Unterstützt die Analyse der Fähigkeit eines Unternehmens, laufende Kosten zu decken und finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Bedeutung für Anleger und Unternehmen

Der operative Cashflow ist ein entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit:

  • Liquidität: Zeigt, wie viel Geld tatsächlich aus dem Kerngeschäft zur Verfügung steht.
  • Finanzielle Stabilität: Ein hoher operativer Cashflow deutet auf eine solide Finanzierungskraft hin.
  • Investitionsfähigkeit: Unternehmen können geplante Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren.
  • Dividendenfähigkeit: Der operative Cashflow bildet die Basis für nachhaltige Ausschüttungen an Aktionäre.

Praxisbeispiel

Die Siemens-Aktie meldet für ein Geschäftsjahr einen Jahresüberschuss von 6 Mrd.€ und Abschreibungen von 4 Mrd.€. Gleichzeitig steigt das Working Capital um 1 Mrd.€. Daraus ergibt sich ein operativer Cashflow von 9 Mrd.€. Diese Kennzahl zeigt, dass Siemens aus dem laufenden Geschäft genügend Zahlungsmittel generiert, um Investitionen zu tätigen und finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Unterschied zu anderen Cashflows

Der operative Cashflow unterscheidet sich von Investitions- und Finanzierungscashflows:

  • Operativer Cashflow: Zahlungsmittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit.
  • Investitions-Cashflow: Zahlungsmittel für Investitionen in Sachanlagen, Beteiligungen oder immaterielle Werte.
  • Finanzierungs-Cashflow: Zahlungsmittel aus der Aufnahme oder Rückzahlung von Krediten sowie Dividendenzahlungen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der operative Cashflow ist eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Liquidität und finanziellen Stabilität eines Unternehmens. Er zeigt, wie viel Geld aus dem Kerngeschäft verfügbar ist, um Investitionen, Schulden oder Ausschüttungen zu finanzieren. Für Investoren und Analysten ist er ein wichtiger Indikator, um die wirtschaftliche Gesundheit und die nachhaltige Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu bewerten.



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