Was ist die Original Margin?
Die Original Margin ist ein zentraler Begriff im Derivatehandel, insbesondere bei Futures, Optionen und anderen Margin-basierten Finanzinstrumenten. Sie bezeichnet den ursprünglich erforderlichen Betrag, den ein Trader oder Anleger auf ein Margin-Konto einzahlen muss, um eine Position zu eröffnen. Die Original Margin dient als Sicherheit für den Kontrakt und schützt die Gegenpartei vor Zahlungsausfällen.
Funktionsweise der Original Margin
Die Original Margin wird beim Eröffnen einer Position festgelegt und basiert auf dem Risikoprofil des gehandelten Instruments:
- Sicherheitsleistung: Sie stellt sicher, dass der Anleger mögliche Verluste decken kann.
- Berechnung: Die Höhe richtet sich nach der Volatilität des Basiswertes, der Positionsgröße und den Regeln der jeweiligen Börse oder Clearingstelle.
- Unterschied zur Maintenance Margin: Während die Original Margin beim Einstieg in eine Position hinterlegt wird, verlangt die Maintenance Margin eine laufende Sicherstellung der Position, um Margin Calls zu vermeiden.
Beispiel: Ein Anleger möchte Futures auf den DAX handeln. Die Börse verlangt eine Original Margin von 5.000 €, die der Trader vor der Eröffnung der Position einzahlen muss. Diese Summe dient als Sicherheit für potenzielle Verluste während der Laufzeit des Kontrakts.
Bedeutung für Anleger
Die Original Margin hat mehrere Funktionen für Anleger und die Märkte:
- Risikokontrolle: Sie begrenzt das Risiko für den Broker oder die Clearingstelle, da Verluste aus der hinterlegten Margin gedeckt werden.
- Hebeleffekt: Durch die Margin kann ein Anleger größere Positionen handeln, als das Kapital auf dem Konto zulassen würde, was sowohl Gewinnchancen als auch Verlustrisiken erhöht.
- Marktstabilität: Die Marginanforderungen verhindern, dass extreme Verluste auf Seiten der Anleger die Stabilität des Marktes gefährden.
Praktische Beispiele
Original Margin wird bei verschiedenen Finanzprodukten genutzt:
- Futures: Beim Handel von Rohstoff- oder Index-Futures hinterlegt der Anleger die Original Margin als Sicherheitsleistung.
- Optionen: Optionen auf Aktien oder Indizes erfordern bei bestimmten Strategien (z.B. Leerverkäufen oder Writing-Strategien) ebenfalls eine Original Margin.
- Forex-Handel: Im Devisenhandel müssen Trader eine Margin hinterlegen, die teilweise als Original Margin betrachtet wird, um Hebelpositionen zu ermöglichen.
Beispiel: Ein Händler möchte 10 Gold-Futures-Kontrakte handeln, für die die Original Margin je Kontrakt 2.000 € beträgt. Insgesamt muss er 20.000 € auf dem Margin-Konto hinterlegen, bevor die Position eröffnet werden kann.
Besonderheiten
Bei der Original Margin ist zu beachten:
- Volatilität: Bei höherer Marktvolatilität können Börsen oder Broker die Marginanforderungen erhöhen.
- Margin Calls: Wenn Verluste die Maintenance Margin unterschreiten, muss der Trader zusätzlich Kapital nachschießen, um die Position aufrechtzuerhalten.
- Hebelwirkung: Die Original Margin ermöglicht den Einsatz von Fremdkapital, erhöht aber gleichzeitig das Risiko schneller Verluste.
boerse.de-Schlussfolgerung
Die Original Margin ist der ursprünglich erforderliche Sicherungsbetrag beim Handel von Derivaten. Sie schützt die Gegenparteien vor Zahlungsausfällen, ermöglicht Hebeleffekte und trägt zur Stabilität der Märkte bei. Für Anleger ist sie ein wesentliches Instrument des Risikomanagements, das sowohl Chancen auf höhere Renditen als auch das Risiko größerer Verluste beinhaltet.