Parität (Derivate)

Was ist die Parität (Derivate)?

Die Parität bei Derivaten bezeichnet den theoretischen Preis eines Options- oder Termingeschäfts, bei dem der innere Wert eines Derivats genau dem Marktwert entspricht. Mit anderen Worten: Parität ist erreicht, wenn die Kosten für den Kauf oder Verkauf eines Derivats im Verhältnis zum zugrunde liegenden Basiswert fair bewertet sind. Diese Kennzahl ist besonders wichtig für Optionen, Futures und andere derivative Finanzinstrumente, da sie als Referenz für Arbitrage, Preisfindung und Risikokontrolle dient.

Grundlagen der Derivateparität

Die Parität bei Derivaten basiert auf dem Verhältnis zwischen dem Preis des Basiswertes, dem Ausübungspreis und der Restlaufzeit der Option oder des Kontrakts. Die wichtigsten Aspekte sind:

  • Call-Put-Parität: Eine fundamentale Beziehung zwischen Kauf- (Call) und Verkaufsoptionen (Put) auf denselben Basiswert, mit identischem Ausübungspreis und Fälligkeitsdatum.
  • Fairer Preis: Die Parität zeigt den theoretischen Marktwert einer Option oder eines Derivats an, basierend auf mathematischen Modellen wie dem Black-Scholes-Modell.
  • Arbitrage-Prinzip: Liegt der Marktpreis über oder unter der theoretischen Parität, können Trader durch Arbitrage-Geschäfte risikolose Gewinne erzielen.

Die Einhaltung der Parität ist ein Indikator für einen effizienten Markt und verhindert überhöhte oder zu niedrige Preise von Derivaten.

Call-Put-Parität im Detail

Die Call-Put-Parität ist das bekannteste Beispiel der Parität bei Optionen. Sie besagt mathematisch:

Call-Preis + Barwert des Ausübungspreises = Put-Preis + Preis des Basiswertes

Dies bedeutet: Der Preis einer Call-Option plus der abgezinste Ausübungspreis sollte gleich dem Preis einer Put-Option plus dem aktuellen Preis des Basiswerts sein. Wenn diese Beziehung nicht stimmt, können Arbitrage-Trader durch gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Calls, Puts und dem Basiswert risikofreie Gewinne erzielen.

Bedeutung für Anleger und Händler

Die Parität bei Derivaten ist für verschiedene Marktteilnehmer relevant:

  • Preisbewertung: Sie hilft Anlegern, den fairen Wert von Optionen und Futures zu bestimmen.
  • Arbitrage-Möglichkeiten: Marktineffizienzen können erkannt und ausgenutzt werden.
  • Risikomanagement: Parität ermöglicht die Absicherung von Positionen, da sie die theoretische Preisrelation zwischen Derivaten und Basiswerten zeigt.
  • Markteffizienz: Eine Einhaltung der Parität zeigt, dass Preise von Derivaten und Basiswerten konsistent sind.

Praktische Beispiele

Ein Beispiel ist eine Option auf die Allianz-Aktie. Angenommen, der Call-Preis liegt bei 5 €, der Put-Preis bei 4 €, der Aktienkurs bei 50 € und der Barwert des Ausübungspreises bei 49 €. Wenn die Call-Put-Parität gilt, sollte der theoretische Wert der Option genau diesen Werten entsprechen. Liegt der Marktpreis deutlich darüber oder darunter, können Trader Arbitragegeschäfte durchführen, um von der Preisabweichung zu profitieren.

Auch bei Futures wird die Parität genutzt, um den fairen Preis in Relation zu Spot-Preisen zu bestimmen. Dabei spielen Kosten für Lagerung, Zinsen und Dividenden eine Rolle, um die theoretische Preisrelation zu errechnen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Parität bei Derivaten ist ein zentrales Konzept für die Preisbewertung, Arbitrage und Absicherung von Optionen und Futures. Sie zeigt die theoretische Preisrelation zwischen Derivaten und Basiswerten auf und dient als Benchmark für faire Marktpreise. Für Händler, institutionelle Investoren und Arbitrageure ist die Parität ein unverzichtbares Instrument, um Risiken zu steuern, Marktineffizienzen zu erkennen und fundierte Handelsentscheidungen zu treffen.



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