Spread-Auftrag

Was ist ein Spread-Auftrag?

Ein Spread-Auftrag ist eine spezielle Orderform im Börsenhandel, bei der ein Anleger gleichzeitig zwei Positionen kauft und verkauft, um von der Differenz zwischen den Preisen zu profitieren. Dabei handelt es sich in der Regel um verbundene Finanzinstrumente wie Optionen, Futures oder unterschiedliche Aktien. Ziel eines Spread-Auftrags ist es, Preisunterschiede auszunutzen und das Risiko im Vergleich zu einer klassischen Einzelposition zu reduzieren.

Grundprinzip des Spread-Auftrags

Beim Spread-Auftrag steht nicht die absolute Kursbewegung eines einzelnen Instruments im Fokus, sondern die relative Bewegung zwischen zwei verbundenen Positionen. Beispielsweise kann ein Anleger einen Future mit kürzerer Laufzeit kaufen und gleichzeitig einen Future mit längerer Laufzeit verkaufen. Der Gewinn entsteht, wenn sich die Preisdifferenz zwischen beiden Kontrakten in die gewünschte Richtung entwickelt. Typische Arten von Spread-Aufträgen sind vertikale, horizontale und diagonale Spreads im Optionshandel, ebenso wie Intermarket-Spreads zwischen verschiedenen Märkten.

Beispiele für Spread-Aufträge

Ein klassisches Beispiel ist der Options-Spread: Ein Anleger kauft eine Call-Option auf die Siemens-Aktie mit einem bestimmten Ausübungspreis und verkauft gleichzeitig eine Call-Option mit einem höheren Strike. Durch die Differenz zwischen den Optionsprämien entsteht ein begrenztes Gewinn- und Verlustprofil. Ein weiteres Beispiel sind Zins- oder Rohstoffspreads: Hier werden Futures-Kontrakte auf verschiedene Laufzeiten oder Produkte gleichzeitig gehandelt, um von Preisunterschieden zu profitieren, z.B. bei Rohöl-Futures oder Bund-Futures.

Vorteile eines Spread-Auftrags

Spread-Aufträge bieten mehrere Vorteile für Anleger:

  • Risikoreduzierung: Durch die gleichzeitige Long- und Short-Position wird das Marktrisiko begrenzt.
  • Profit in Seitwärtsmärkten: Selbst bei stabilen Kursen kann der Spread profitabel sein.
  • Flexibilität: Spread-Aufträge können auf verschiedene Märkte, Laufzeiten und Basiswerte angewendet werden.
  • Kosteneffizienz: Oft fallen durch die geringere Volatilität niedrigere Margin-Anforderungen an.

Risiken und Herausforderungen

Trotz der Vorteile sind Spread-Aufträge nicht risikofrei. Die Strategie erfordert ein genaues Verständnis von Preisrelationen, Volatilität und Marktliquidität. Unerwartete Bewegungen einzelner Basiswerte können die geplante Gewinnspanne reduzieren oder Verluste verursachen. Besonders bei komplexen Spreads im Optionshandel ist eine sorgfältige Analyse notwendig, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Praktische Anwendung

Spread-Aufträge werden sowohl von professionellen Tradern als auch von institutionellen Investoren genutzt. Im Rohstoffhandel können Spread-Aufträge zwischen Futures unterschiedlicher Laufzeiten Preisunterschiede absichern oder ausnutzen. Im Aktien- und Optionsbereich dienen sie häufig als Absicherungsinstrument, um Portfolios gegen extreme Schwankungen abzusichern. Auch bei Zinsprodukten oder Währungsfutures sind Spread-Aufträge ein gängiges Instrument, um Risiken gezielt zu steuern.

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein Spread-Auftrag ist ein effizientes Werkzeug im professionellen Börsenhandel, das es ermöglicht, Preisunterschiede zwischen verbundenen Finanzinstrumenten zu nutzen und gleichzeitig das Risiko zu steuern. Ob bei Optionen, Futures oder Aktien: Wer Spread-Aufträge gezielt einsetzt, kann von Preisrelationen profitieren, Portfolios absichern und in Märkten mit moderaten Bewegungen Renditen erzielen. Voraussetzung ist jedoch fundiertes Wissen über Marktmechanismen, Volatilität und die Dynamik der gehandelten Basiswerte.



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