Tiefpunkt

Was ist ein Tiefpunkt?

Ein Tiefpunkt bezeichnet in der Finanz- und Börsenwelt den niedrigsten Kursstand eines Wertpapiers, Index oder Marktes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Er ist ein wichtiger Indikator für die Analyse von Marktbewegungen, Trends und potenziellen Kaufgelegenheiten. Der Tiefpunkt zeigt an, zu welchem Kurs ein Wertpapier zuletzt am stärksten gefallen ist, bevor es entweder eine Seitwärtsbewegung oder eine Trendwende einleitet.

Definition und Funktionsweise

Der Tiefpunkt wird oft in technischen Analysen verwendet, um Unterstützungslinien und Wendepunkte zu identifizieren. Wesentliche Merkmale sind:

  • Minimaler Kurs: Der Tiefpunkt ist der niedrigste Wert innerhalb eines definierten Zeitraums, z.B. Tag, Woche, Monat oder Jahr.
  • Trendindikator: Er hilft, den Verlauf eines Auf- oder Abwärtstrends zu erkennen.
  • Psychologische Bedeutung: Tiefpunkte können als Signal für Kaufgelegenheiten oder als Warnung vor anhaltender Schwäche dienen.
  • Relation zu Hochpunkten: In Kombination mit Hochpunkten lassen sich Kursbewegungen und Volatilität analysieren.

Bedeutung für Anleger und Unternehmen

Die Identifikation von Tiefpunkten hat mehrere strategische Funktionen:

  • Kaufsignale: Anleger nutzen Tiefpunkte, um unterbewertete Wertpapiere zu erwerben.
  • Risikomanagement: Tiefpunkte dienen als Indikator für mögliche Verluste und helfen bei der Festlegung von Stop-Loss-Limits.
  • Technische Analyse: Tiefpunkte werden zur Bestimmung von Unterstützungszonen und Trendwenden eingesetzt.
  • Unternehmensbewertung: Tiefpunkte können zeigen, wann ein Unternehmen vorübergehend unterbewertet ist und eine Investition attraktiv sein könnte.

Arten von Tiefpunkten

Je nach Betrachtungszeitraum und Analyse können Tiefpunkte unterschiedlich interpretiert werden:

  • Intraday-Tief: Der niedrigste Kurs innerhalb eines Handelstages.
  • Wochentief: Tiefster Kurs innerhalb einer Handelswoche.
  • Monatstief: Tiefster Kurs im Verlauf eines Monats.
  • Jahrestief: Der tiefste Kurs innerhalb eines Jahres, oft als Referenz für langfristige Marktanalysen genutzt.

Praxisbeispiel

Ein Anleger beobachtet die Siemens-Aktie und stellt fest, dass der Kurs innerhalb eines Monats von 140€ auf 120€ gefallen ist. Dieser Kurs von 120€ stellt den Tiefpunkt des Monats dar. Anhand dieser Information entscheidet der Anleger, ob er die Aktie zu diesem Preis kauft, auf eine Trendwende wartet oder Risiken begrenzt. Der Tiefpunkt gibt ihm somit wertvolle Hinweise für seine Investitionsstrategie.

Unterschied zu einem Boden

Ein Tiefpunkt unterscheidet sich von einem Boden:

  • Tiefpunkt: Ein zeitlich begrenzter niedrigster Kurswert innerhalb eines definierten Zeitraums.
  • Boden: Ein nachhaltiger Kursbereich, der als Unterstützung dient und von dem langfristig eine Aufwärtsbewegung ausgeht.

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein Tiefpunkt ist ein essenzieller Indikator für die Analyse von Märkten und Wertpapieren. Er hilft Anlegern, unterbewertete Kaufgelegenheiten zu erkennen, Risiken einzuschätzen und Trends zu beurteilen. In Kombination mit Hochpunkten und weiteren Kennzahlen ermöglicht die Analyse von Tiefpunkten eine fundierte Entscheidung über Ein- und Ausstiegsstrategien und ist damit ein zentrales Werkzeug im Portfolio-Management und der technischen Marktanalyse.



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