Underwriting

Was ist Underwriting?

Der Begriff Underwriting beschreibt im Finanzwesen die Absicherung und Übernahme von Risiken durch Banken oder Versicherungsgesellschaften. Ursprünglich aus der Versicherungsbranche kommend, wird der Begriff heute vor allem im Zusammenhang mit Kapitalmarkttransaktionen, insbesondere bei Börsengängen (IPOs) oder Anleiheemissionen, verwendet. Beim Underwriting übernimmt die Bank die Garantie, Wertpapiere zu einem festen Preis abzunehmen und sie anschließend am Markt zu platzieren.

Definition und Funktionsweise

Underwriting bedeutet wörtlich „unterzeichnen“ und geht auf die Praxis zurück, dass Versicherer oder Banken unter einem Vertrag unterschreiben, um das Risiko zu übernehmen. Im Kapitalmarktumfeld bedeutet dies konkret:

  • Die Bank kauft die neu emittierten Aktien oder Anleihen vom Emittenten.
  • Sie garantiert dem Emittenten so den Verkaufserlös, unabhängig von der tatsächlichen Nachfrage am Markt.
  • Das Underwriting kann vollständig (Firm Commitment) oder teilweise (Best Effort) erfolgen.

Bei einem Firm Commitment übernimmt die Bank das volle Risiko: Sie kauft die gesamte Emission und verkauft sie weiter. Beim Best Effort-Underwriting versucht die Bank, die Wertpapiere zu verkaufen, garantiert jedoch nicht den vollen Erlös.

Beispiele für Underwriting

Ein klassisches Beispiel ist der Börsengang eines Unternehmens, etwa eines Technologieunternehmens wie Apple. Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Morgan Stanley fungieren als Underwriter und kaufen die Aktien zu einem festgelegten Preis, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen. Dies gibt dem Unternehmen Sicherheit über den Emissionserlös und stabilisiert den Marktstart der Aktie.

Auch bei Anleiheemissionen kommt Underwriting zum Einsatz. So können Banken Unternehmensanleihen kaufen und garantieren dem Unternehmen die Mittelaufnahme, selbst wenn die Nachfrage bei Anlegern geringer ausfällt als erwartet.

Rolle von Banken beim Underwriting

Investmentbanken übernehmen beim Underwriting mehrere Aufgaben:

  • Preisfindung der Wertpapiere anhand von Marktanalysen und Unternehmensbewertungen.
  • Marketing der Emission durch Roadshows und Investorenkontakte.
  • Absicherung des Emittenten gegen Nachfragerisiken.
  • Koordination zwischen Emittent, Investoren und Börsenaufsicht.

Für die Übernahme des Risikos erhalten die Banken eine Underwriting-Gebühr, die sich prozentual am Emissionserlös orientiert. Diese Gebühr ist auch eine Vergütung für die organisatorische Leistung und das Risiko, das die Bank übernimmt.

Chancen und Risiken

Für den Emittenten bietet das Underwriting den Vorteil einer garantierten Kapitalaufnahme. Das Risiko liegt jedoch bei der Bank, die das Marktrisiko trägt. Bei stark schwankenden Märkten oder einer geringen Investorennachfrage kann die Bank gezwungen sein, Wertpapiere mit Verlust zu verkaufen. Gleichzeitig kann ein erfolgreiches Underwriting das Vertrauen der Investoren stärken und den Börsengang stabilisieren.

boerse.de-Schlussfolgerung

Underwriting ist ein zentrales Instrument im Finanzwesen, das sowohl bei Börsengängen als auch bei Anleiheemissionen eingesetzt wird. Durch die Übernahme von Risiko durch Banken wird die Kapitalaufnahme für Unternehmen abgesichert und die Platzierung der Wertpapiere am Markt erleichtert. Anleger sollten die Rolle der Underwriter verstehen, da diese erheblich zur Stabilität und Attraktivität von Emissionen beitragen und gleichzeitig die Marktrisiken beeinflussen.



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