Unter Pari-Emission

Was ist die Unter Pari-Emission?

Die Unter Pari-Emission bezeichnet im Börsen- und Kapitalmarktbereich die Ausgabe von Aktien oder Anleihen zu einem Preis, der unter dem Nennwert des Wertpapiers liegt. Mit anderen Worten: Die Wertpapiere werden "unter pari" verkauft. Dies kann verschiedene Gründe haben, wie zum Beispiel die Attraktivität für Investoren zu erhöhen, Marktbedingungen zu berücksichtigen oder eine schnelle Kapitalaufnahme zu ermöglichen.

Definition und Funktionsweise

Bei einer Unter Pari-Emission wird der Emissionspreis bewusst unter dem Nennwert festgelegt. Wenn beispielsweise eine Aktie mit einem Nennwert von 10 Euro für 9 Euro ausgegeben wird, sprechen Finanzexperten von einer Unter Pari-Emission. Die Differenz zwischen dem Nennwert und dem Ausgabepreis wird als Disagio bezeichnet. Dieses Disagio stellt für den Emittenten einen sofortigen Abschlag dar, kann jedoch notwendig sein, um Investoren für die Zeichnung zu gewinnen.

Gründe für eine Unter Pari-Emission

Unternehmen greifen aus verschiedenen strategischen Gründen auf eine Unter Pari-Emission zurück:

  • Kapitalaufnahme in schwierigen Marktphasen: Liegen die Marktbedingungen ungünstig, kann ein niedrigerer Preis helfen, Investoren anzuziehen.
  • Attraktivität für Anleger erhöhen: Ein niedrigerer Einstiegspreis kann das Risiko für Investoren reduzieren und die Nachfrage nach den Wertpapieren steigern.
  • Restrukturierung oder Sanierung: Bei Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten kann die Unter Pari-Emission Teil einer Kapitalmaßnahme sein, um Liquidität zu schaffen.

Beispiele aus der Praxis

Ein Beispiel wäre die Ausgabe von Unternehmensanleihen durch ein mittelständisches Unternehmen, das dringend Kapital benötigt. Die Anleihen könnten mit einem Nennwert von 1.000 Euro, aber zu einem Ausgabepreis von 950 Euro angeboten werden. Für Anleger ergibt sich damit ein direkter Vorteil, da sie die Papiere unter ihrem eigentlichen Wert erwerben.

Im Aktienbereich kann eine Unter Pari-Emission bei jungen Unternehmen oder Start-ups vorkommen, die auf schnelle Kapitalzuflüsse angewiesen sind. So könnte ein Unternehmen in der Wachstumsphase seine Aktien unter pari ausgeben, um Investoren für eine Beteiligung zu gewinnen.

Auswirkungen auf Anleger und Emittenten

Für Anleger bedeutet die Unter Pari-Emission die Möglichkeit, Wertpapiere unter dem Nennwert zu erwerben, was zu einem sofortigen Buchgewinn führt, sobald der Kurs den Nennwert erreicht. Allerdings sollte beachtet werden, dass ein niedriger Ausgabepreis auch auf Risiken hinweisen kann, wie etwa finanzielle Probleme des Unternehmens.

Für Emittenten bedeutet eine Unter Pari-Emission, dass sie zunächst einen geringeren Mittelzufluss im Vergleich zum Nennwert erhalten. Langfristig kann dies jedoch sinnvoll sein, um Kapital zu beschaffen, das für Investitionen, Expansion oder Restrukturierungen benötigt wird.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Unter Pari-Emission ist ein flexibles Instrument der Kapitalbeschaffung, das sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Für Anleger bietet sie die Möglichkeit, Wertpapiere unter Nennwert zu erwerben, während Emittenten den Zugang zu Kapital erleichtern können, insbesondere in schwierigen Marktphasen. Eine sorgfältige Analyse der Emittentenstrategie und der wirtschaftlichen Lage ist entscheidend, um die Chancen und Risiken dieser Emissionsform richtig einzuschätzen.



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