Verfallsmonat

Was ist Verfallsmonat?

Der Begriff Verfallsmonat bezeichnet den Monat, in dem ein Derivat wie eine Option oder ein Future abläuft und ausgeübt oder abgerechnet werden muss. Der Verfallsmonat ist ein wichtiger Bestandteil im Handel mit Derivaten, da er den zeitlichen Rahmen vorgibt, in dem Rechte oder Pflichten des Instruments realisiert werden müssen. Anleger und Trader orientieren sich am Verfallsmonat, um Handelsstrategien zu planen und Risiken zu steuern.

Bedeutung des Verfallsmonats

Der Verfallsmonat bestimmt, wann ein Options- oder Futures-Kontrakt seine Gültigkeit verliert. Für Optionen bedeutet dies, dass der Inhaber bis zum Ende des Verfallsmonats entscheiden muss, ob er die Option ausübt, verkauft oder verfallen lässt. Bei Futures wird der Verfallsmonat genutzt, um die Lieferung oder die Barausgleichung des Kontrakts zu planen.

Beispiel: Ein Anleger hält Optionen auf die Siemens-Aktie. Wenn der Verfallsmonat März ist, muss er bis zum letzten Handelstag im März entscheiden, ob er die Option ausübt oder nicht. Die Entscheidung hängt vom Kurs der Siemens-Aktie im Verhältnis zum Ausübungspreis der Option ab.

Typische Verfallsmonate

Je nach Derivatart gibt es unterschiedliche Regelungen für den Verfallsmonat:

  • Monatliche Optionen: Laufen meist am dritten Freitag des jeweiligen Monats ab.
  • Quartalsoptionen: Häufig für Indexoptionen und Futures, typischerweise im März, Juni, September und Dezember.
  • Wöchentliche Optionen: Einige Börsen bieten wöchentliche Verfallsmonate an, um kurzfristige Handelsstrategien zu ermöglichen.

Die Festlegung des Verfallsmonats ist für Händler und institutionelle Investoren wichtig, um Volatilität und Handelsvolumen korrekt einzuschätzen und Strategien optimal zu planen.

Auswirkungen auf den Markt

Der Verfallsmonat kann zu erhöhtem Handelsvolumen führen, insbesondere wenn viele Optionen oder Futures im Geld liegen. Marktteilnehmer schließen oder rollen Positionen, was zu kurzfristigen Kursbewegungen führen kann. Diese Effekte werden oft als "Verfallstags-Effekte" bezeichnet und sind besonders bei Aktienindizes spürbar.

Beispiel: Am Verfallsmonat eines DAX-Futures kann es zu deutlichen Bewegungen kommen, wenn große Positionen glattgestellt oder neu aufgebaut werden. Trader nutzen diese Zeiträume oft gezielt, um kurzfristige Gewinne zu realisieren.

Praktische Bedeutung für Anleger

Für Anleger ist der Verfallsmonat ein zentraler Faktor bei der Planung von Handelsstrategien. Optionen können gezielt in einem bestimmten Verfallsmonat gekauft oder verkauft werden, um von erwarteten Kursbewegungen zu profitieren. Futures-Trader nutzen den Verfallsmonat, um die Lieferung oder Abrechnung ihrer Kontrakte optimal zu timen.

Ein weiterer Aspekt ist das sogenannte "Rollen" von Optionen oder Futures: Anleger, die ihre Position über den Verfallsmonat hinaus halten möchten, schließen die laufenden Kontrakte und eröffnen neue im nächsten Verfallsmonat.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Verfallsmonat ist ein wesentliches Konzept im Derivatehandel, das den Zeitraum definiert, in dem Optionen und Futures ablaufen. Die Kenntnis des Verfallsmonats ermöglicht es Anlegern und Tradern, Marktbewegungen besser einzuschätzen, Risiken zu steuern und Handelsstrategien gezielt umzusetzen. Ob bei Aktienoptionen oder Index-Futures – die Beachtung des Verfallsmonats ist entscheidend für eine fundierte Handelsplanung.



Kennen Sie bereits die 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt? Klicken Sie hier...