Euro-Rettung und Strafzinsen (2014)

Im Jahr 2014 war die schwellende Unsicherheit über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Ansteckungsgefahr auf andere EU-Länder eines der beherrschenden Themen.

So waren auch die Finanzmärkte mehrmals mit den Auswirkungen der Entscheidungen in der Euro-Rettungspolitik konfrontiert. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hatten die EU-Mitgliedstaaten durch die Rettung der Finanzindustrie über die Jahre immer höhere Schuldenberge angehäuft. Das Staatsdefizit Spaniens zum Beispiel stieg im Februar 2014 auf den Rekordwert von 94% der Wirtschaftsleistung. Vor diesem Hintergrund wurde im Mai nach langen Verhandlungen auch die Bankenunion auf den Weg gebracht. Dieses europäische Integrationsprojekt sollte künftige Systemkrisen verhindern. Durch eine zentrale Bankenaufsicht und ein einheitliches Banken-Insolvenz-Verfahren sollte die europäische Finanzindustrie auf zukünftige Krisen vorbereitet sein.

Euro-Rettung und Strafzinsen 
Ferner sollte die schwächelnde Wirtschaft im Euro-Raum durch verschiedene Maßnahmen stimuliert werden.  Im Juni kündigte EZB-Präsident Mario Draghi ein erstes milliardenschweres Programm zum Aufkauf von Kreditverbriefungen sowie Pfandbriefen an. Wie sich noch herausstellen sollte, war dieser Entschluss der Anfang eines riesigen Anleihekauf-Programms der EZB.  Desweiteren senkten die Währungshüter den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,05%. Finanzinstitute mussten ab diesem Zeitpunkt sogar erstmals einen Strafzins in Höhe von 0,2% bezahlen, wenn sie Geld über einen längeren Zeitraum bei den Zentralbanken parken wollten. Die Märkte rund um den Globus reagierten auf die finanzpolitischen Maßnahmen der Währungshüter positiv. Besonders gefragt waren dabei Technologie-Aktien. So kletterte der TecDAX innerhalb eines Jahres um 17,53% und der Nasdaq-100 um 17,94%. Erst weit dahinter folgten die jeweiligen nationalen Leitbarometer Dow Jones mit 7,52% beziehungsweise der Dax mit gerade einmal 2,65% Wachstum. 

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