Ölkrise und Ölpreis-Verfall (2014)

Seit der Jahrtausendwende kannte der Rohöl-Preis eigentlich nur eine Richtung, nämlich steil nach oben. Hinter dieser Entwicklung stand die Annahme:

Die stetig steigende weltweite Nachfrage bei gleichzeitiger begrenzter Verfügbarkeit und Förderung des schwarzen Goldes würde den Kurs immer weiter nach oben treiben. Doch diese Gleichung ging aber zumindest im Jahr 2014 aus mehreren Gründen nicht mehr auf.

Ölpreisverfall: China trübt Lage ein
Denn der in der Vergangenheit riesige Energiehunger der aufstrebenden Schwellenländer hatte unerwartet nachgelassen. Allem voran trübte sich die Wirtschaftlage in China nachhaltig ein. Mit einem Wachstum von 7,3% im dritten Quartal war das BIP für chinesische Verhältnisse weit hinter den allgemeinen Erwartungen zurückgeblieben. Denn zuletzt war ein so niedriger Wert im Jahr 1990 erreicht worden.

Gleichzeitig hatten die OPEC-Staaten unter der Führung von Saudi-Arabien die geförderte Öl-Menge aber trotzdem unverändert hoch belassen. Der Grund hierfür liegt darin begründet, dass die Mitglieder festkalkulierbare Einnahmen brauchten, um die heimischen Sozialsysteme finanzieren zu können.
 
Ölpreisverfall und Überangebot

Auch eine weitere Entwicklung spielte eine Rolle bei der Ölpreisnotierung. Denn neue Konkurrenz hatte sich über mehrere Jahre gegenüber der OPEC aufgebaut. Vor allem die USA war mittlerweile durch das sogenannte Fracking zu einem der größten Förderer von fossilen Brennstoffen geworden. Ebenso hatte Kanada durch die Filterung von Öl-Sanden die Produktion massiv steigern können. Aus dem gestiegenen Wettbewerb zwischen der OPEC und den neuen Förderstaaten entwickelte sich eine Eigendynamik. Aufgrund des resultierenden Überangebots an den internationalen Rohstoffbörsen fiel der Ölpreis im Jahresverlauf um gut 45%.

Ölkrise und Ölpreis-Verfall


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