Champions statt Zombies: Warum der Börsencrash die Spreu vom Weizen trennen wird

Donnerstag, 26.03.20 15:55
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

keine Frage: Die Corona-Pandemie ist ein Härtetest für Medizin, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, die Experten zufolge zu einer Rezession führen könnte. Momentan ist zwar noch nicht absehbar, wie lange die Krise anhalten wird und wie tief ihre Spuren der (ökonomischen) Verwüstung sein werden. Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass sich in den Folgejahren aus wirtschaftlicher Sicht die „Spreu vom Weizen” trennen wird. Sprich: Unternehmen mit starken Marken, starken Bilanzen und (krisen-)erprobten Geschäftsmodellen werden voraussichtlich überleben, wohingegen Firmen, die sich in den vergangenen Jahren vor allem mithilfe von günstigem Fremdkapital über Wasser gehalten haben, „den Bach runtergehen” könnten. Darunter fallen Start-Ups, aber auch namhafte, teils börsennotierte „Zombie-Firmen” – verschuldete Unternehmen, die aufgrund eines unprofitablen Geschäftsbetriebs nicht in der Lage sind, die Zinsen aufgenommener Kredite zurückzuzahlen.
 
Zombie-Firmen werden ausgesiebt
 
So hat die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) den Anteil börsennotierter US-Zombie-Firmen 2018 auf zehn Prozent taxiert – eine gewaltige Zahl, die ironischerweise erst durch die zinspolitischen Maßnahmen nach der Finanzkrise zustande kommen konnte. Denn bei Niedrig- bis Nullzinsen ist es natürlich verlockend, mehr und mehr Fremdkapital aufzunehmen.
 
Wenn jedoch rund um den Globus Lieferketten nicht mehr funktionieren, die Produktionsabläufe gestört sind und die Nachfrage einknickt, kommen ohnehin desolate Firmen schnell unter die Räder. Entweder, weil die Zinsen wieder steigen und sie Schulden nicht zurückzahlen können, oder weil Banken bei der Kreditvergabe restriktiver sein müssen.
 
Eine Rezession würde somit zum „Brandbeschleuniger” für Zombie-Unternehmen werden.
 
Champions-Unternehmen überleben
 
Zu den Überlebenden der Krise zählen dagegen aller Wahrscheinlichkeit nach mal wieder die Unternehmen, die über langfristig erfolgreiche, dynamische Geschäftsmodelle, starke Marken und Innovationsgeist verfügen. Kurz: die Top-Champions aus dem boerse.de-Aktienfonds (WKN: A2AQJY). Natürlich mussten auch die darin enthaltenen Champions-Aktien in den vergangenen Wochen Rücksetzer verkraften, die jedoch nach der Krise relativ schnell wieder „ausgebügelt” sein sollten.
 
Nehmen wir zum Beispiel einmal den niederländisch-britischen Verbrauchsgüterhersteller Unilever: das 1929-1930 gegründete Unternehmen begann ursprünglich mit der Herstellung von Margarine und Seife, überlebte Weltkrieg, Weltwirtschaftskrise, diverse Reorganisationen sowie die Finanzkrise und ist heute einer der führenden Hersteller von Nahrungsmitteln, Kosmetika, Körperpflege-, Haushalts- und Textilpflegeprodukten. Allesamt gefragte Güter des täglichen Bedarfs. Sogar in konjunkturellen Schwächephasen. So kommentierte Unilever kürzlich: „Wir maximieren die Kapazitäten in unseren Fabriken, um die gestiegene Nachfrage (u.a. nach lange haltbaren Knorr- und Pfanni-Produkten) zu decken".
 
Oder Disney: der 1923 gegründete Unterhaltungskonzern „rettet” in vielen Familien dieser Tage mit Filmklassikern den Haussegen und lanciert in Deutschland am 24. März den Online-Streamingdienst Disney+. Aufgrund der anhaltenden Ausgangssperre bzw. Ausgangsbeschränkung in vielen Ländern rund um den Globus könnten die Rahmenbedingungen zum Start von Disney+ kaum besser sein – zumal der Konzern auch noch kräftig die Werbetrommel rührt und mit Frühbucherrabatten lockt. Deshalb:
 
Halten Sie es mit Investorenlegende Warren Buffett und „seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind”. Nutzen Sie die aktuellen Schnäppchen-Kurse als Nachkaufgelegenheit für den boerse.de-Aktienfonds (WKN: A2AQJY). Denn Qualität macht sich bekanntlich früher oder später immer bezahlt…
 
In diesem Sinne: bleiben Sie gesund und krisenresistent,

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Miss boerse.de liest lieber Wirtschaftszeitungen als Illustrierte und kauft Amazon-Aktien statt neuer Schuhe. Unsere Autorin schreibt in ihrer Kolumne tagesaktuell über Ereignisse aus der...
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