Instacart kann nach IPO nicht liefern – kommt jetzt die Uber-Übernahme?

Mittwoch, 24.01.24 11:49

In Großstädten zählen Lebensmittellieferdienste mittlerweile schon zum „Straßenbild”. Denn durch die Covid-19-Pandemie sind viele Menschen „auf den Geschmack” gekommen und lassen sich Supermarkteinkäufe gerne ganz bequem nach Hause liefern. In Deutschland buhlen vor allem große Einzelhändler sowie spezialisierte Anbieter wie Flaschenpost, Knuspr, Uber Eats oder Flink um den Markt. In den USA ist dagegen die App Instacart äußerst populär. Deren Muttergesellschaft Maplebear Inc. ist im September 2023 an die US-Börse Nasdaq gegangen. Doch die Euphorie rund um den Börsengang ist bereits eine Woche nach dem IPO wieder einer nüchternen Betrachtungsweise gewichen – und Investoren strichen die Aktie in den Folgemonaten von der Einkaufsliste. Aber ist das gerechtfertigt oder hat die Instacart-Aktie doch noch Luft nach oben?

 

Starke Wachstumsstory – dank Corona

 

Das in San Francisco ansässige Unternehmen ist einer der größten Lebensmittellieferanten der Welt. Instacart bietet seinen Personal-Shopping-Service in über 14.000 Städten in den USA und Kanada an und hat Partnerschaften mit mehr als 500 Einzelhändlern geschlossen – unter anderem mit Branchengrößen wie Walmart, Kroger, Target Corporation oder dem Champions-Neuling Costco. Die Geschäfte legen die Preise für ihre Produkte auf dem Instacart-Marktplatz fest. Darüber hinaus müssen Kunden noch eine Servicegebühr an Instacart entrichten – entweder pro Einkauf oder als Abomodell.

 

Aufgrund der kontaktlosen Lieferung und Bezahlung durch Instacart sorgte der Ausbruch der Corona-Pandemie bei dem 2012 gegründeten Unternehmens für einen wahren Auftragsboom: Allein von Mitte März bis Mitte April 2020 stellte Instacart über 300.000 weitere Mitarbeiter ein, um die Nachfrage-Explosion bei Lebensmittellieferungen während der Covid-19-Pandemie zu decken. Infolgedessen verdoppelte sich der Wert des Unternehmens Anfang 2021 innerhalb weniger Monate und erreichte nach einer privaten Finanzierungsrunde 39 Milliarden Dollar.

 

Um auch nach der Pandemie ein weiteres Wachstum zu ermöglichen, entschied sich Instacart 2023 dazu, mit einem Börsengang frisches Kapital einzusammeln. Aufgrund der hohen Nachfrage im Vorfeld des IPO legte Instacart den Ausgabepreis auf den oberen Zielwert von 30 Dollar fest.

 

Am ersten Handelstag stieg der Aktienkurs zwar auf über 33 Dollar und der Lebensmittel-Lieferdienst nahm mit dem Börsengang gut 660 Millionen Dollar ein. Doch in den Folgemonaten verlor das Instacart/Maplebear-Papier stetig an Wert. Immerhin wirtschaftet das Unternehmen mittlerweile profitabel: Die Werbe- und andere Einnahmen konnten im ersten Halbjahr 2023 um 24 Prozent auf 406 Millionen Dollar zulegen, und Instacart erzielte einen Nettogewinn von 242 Millionen Dollar. Im Vorjahr stand hier noch ein Minus von 74 Millionen Dollar in den Büchern.

 

Übernimmt Uber Instacart?


Die vergleichsweise gute Bilanz könnte auch Instacarts Attraktivität als mögliches Übernahmeziel deutlich verbessern. Manche Analysten haben beispielsweise den Fahr- und Lieferdienst Uber, der in vielen Ländern mit Uber Eats Lebensmittelbestellungen abwickelt, als möglichen Käufer im Visier. Durch eine Übernahme könnten sich für Instacart potenziell erhebliche Umsatz- und Kostensynergien ergeben und Investoren dürften auch bei der Aktie wieder zugreifen.


Spekulationen hin oder her: Börsenneulinge wie Instacart (Maplebear) stellen aus Investorensicht immer ein erhebliches Anlagerisiko dar. Denn im Gegensatz zu den insgesamt 100 Champions-Aktien aus dem boerse.de-Aktienbrief haben erst seit Kurzem an der Börse notierte Unternehmen noch keine mindestens zehnjährige erfolgreiche Kurshistorie und konnten ihre langfristige Anlagequalität somit noch nicht unter Beweis stellen.

 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

 

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