Penny Stocks: Das ist DIE Alternative zu Zocker-Aktien!

Freitag, 15.09.17 16:17
Kennen Sie die TV-Sendung “Kunst+Krempel”, in der Laien Bilder, Schmuck, Skulpturen und andere “Schätze” Experten vorlegen, um zu erfahren, ob sie Kitsch oder echte Kunst ihr Eigen nennen dürfen? Sehr amüsant und zuweilen überraschend, denn tatsächlich hat sich schon so mancher Flohmarkt-Kauf als echter “Schatz” erwiesen. Viele von uns träumen davon, einmal den “großen Wurf” zu landen. Sei es beim Briefmarkensammeln, auf dem Trödelmarkt, Omas Speicher oder: dem Börsenparkett.

Auch an den Finanzmärkten lockt mitunter der Ruf des schnellen Geldes, die vermeintliche Chance, mit geringem Einsatz große Gewinne zu erwirtschaften. Natürlich wissen die meisten Anleger, dass das Erzielen überdurchschnittlicher Renditen oft mit ebensolchen Risiken einhergehen. Trotzdem liegt es scheinbar in unserem Naturell, uns manchmal etwas zu weit aus dem Fenster zu lehnen und auf “Nummer unsicher” zu gehen. Zum Beispiel mit sogenannten “Penny Stocks”, also Aktien, die weniger oder in etwa ein Euro pro Stück kosten und angeblich gigantische Gewinnmöglichkeiten eröffnen. Verführerisch, doch es gibt auch lohnendere Alternativen mit ähnlich hohem “Spaßfaktor” und weitaus geringeren Risiken...

Angst und Gier

Warum werden wir überhaupt dazu verleitet, unser mühsam Erspartes durch hochspekulative Investments aufs Spiel zu setzen? Schließlich ist die Börsenwelt sehr facettenreich und bietet mit Aktien, Fonds oder Zertifikaten verschiedener Märkte, Branchen und Unternehmen genug Möglichkeiten zur soliden, langfristigen Geldanlage. Viel gesünder als “Zockerpapiere”, die glücklicherweise nur einen Bruchteil des Marktes ausmachen, wären doch solide, langfristige Anlageformen wie der boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der mit +38,3 Prozent Rendite innerhalb der vergangenen drei Jahre sogar besser performt, als Dax oder Dow Jones.

Die Antwort auf diese Frage ist in der Psychologie zu finden. Menschen sind und bleiben triebgesteuerte Wesen, die von Angst und Gier geleitet werden. Eine explosive Kombination, die schon zu mancher Börsenblase oder Crash geführt haben soll. Steigen die Kurse, erwacht die Habsucht. Jeder will in der Hausse das schnelle Geld machen und die steigende Nachfrage treibt die Aktienkurse höher und höher. Eine Euphorie entsteht und auch der letzte Marktteilnehmer kauft Aktien und steigt in den Trend ein: „Die Hausse nährt die Hausse!“ Besonders extrem verlaufen solche Trends bei Aktien, deren Kurswert sich von einem Tag auf den anderen vervielfachen kann und dann ebenso schnell wieder fällt: Penny Stocks.

Zocken mit Penny Stocks

Kennzeichnend für Wertpapiere dieser Kategorie sind ihr Preis (nicht mehr als ein Euro), das oftmals sehr geringe Handelsvolumen, die hohe Volatilität und das fragwürdige Geschäftsmodell des dahinterstehenden Unternehmens, das allerdings die wenigsten kennen. Penny Stock-Zocker interessieren sich häufig überhaupt nicht für Bilanzkennzahlen, Wettbewerb, Marktumfeld oder ähnliche Einflussfaktoren, die eine sinnvolle, fundamentale Bewertung überhaupt ermöglichen, sondern spekulieren einzig und allein auf eine möglichst schnelle Kurs-Vervielfachung. Zudem ist die Informationsbeschaffung zu Penny Stock-Unternehmen recht mühselig. Sie sind meist im ungeregelten Freiverkehr (“Open Market”) gelistet und müssen deshalb weder Bilanzen noch Geschäftsberichte veröffentlichen.

Kein Wunder, dass Penny Stock-Spekulanten häufig die “Katze im Sack” kaufen, und teils derbe Rückschläge - bis hin zum Totalverlust - verkraften müssen. Aber natürlich gibt es auch Erfolgsgeschichten. Selbst Börsenstar Apple war 1994 für 0,86 Euro pro Anteilsschein zu haben. Beim heutigen Kurswert von rund 134 Euro wären aus den Spekulanten von damals echte Börsen-Millionäre geworden.

Doch es geht auch anders: Hätten Sie vor sechs Monaten in Aktien der insolventen Solarworld investiert, so müssten Sie nun einen Gewinneinbruch von über 86 Prozent verschmerzen. Tendenz: Totalverlust.

Gewinnen mit Turnarounds

Solange die Basis Ihrer Investment-Strategie auf “echten Werten” wie Immobilien und Aktien mit langfristigen Gewinnperspektiven beruht, ist gegen ein bisschen “zocken” nichts einzuwenden. Aber es gibt eine (ent-)spannende Alternative zu hochriskanten Penny Stocks: Turnaround-Aktien. Mein Kollege Thomas Driendl vom Turnaround-Trader begibt sich Woche für Woche auf die Suche nach Aktien, die an der Börse übertrieben abgestraft werden und deshalb unter Wert zu haben sind. Zum Beispiel Unternehmen, die in einer Krise verkehrten, aber kurz vor einer entscheidenden Trendwende stehen. Seine Turnaround-Kandidaten fallen also nicht in die Kategorie Penny Stocks-Glücksspiel, denn er empfiehlt ausnahmslos Werte, die:

  • keine Börsenneulinge
  • nicht unmittelbar insolvenzgefährdet und
  • fundamental gesund sind.

Mit dieser “Value Strategy”, die auch Investorenlegende Warren Buffett verfolgt, konnten die Leser des Turnaround-Trader mit Anteilen des darin empfohlenen Spezialanlagenbauers Aixtron nach einer Haltedauer von nur vier Monaten 100% Kursgewinn an Land ziehen. Ein Beispiel von vielen, das deutlich macht, dass Börse sehr wohl Spaß machen kann und Investoren auf eine gesunde Dosis Nervenkitzel keineswegs verzichten müssen. Nur vor dem Penny Stock-Glücksspiel sollten Sie sich besser in Acht nehmen.

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

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