Künstliche Intelligenz ist die prägendste technologische Entwicklung der vergangenen Jahre. Ihr Durchbruch ist jedoch nicht nur eine Frage immer leistungsfähigerer Modelle; ein zentraler Flaschenhals ist die Infrastruktur. Rechenzentren werden nur so schnell ausgebaut, wie die benötigten Bausteine verfügbar sind.
Zu den Schlüsselkomponenten zählen Speicherchips. Diese lassen sich grob in drei Bereiche einteilen: Arbeitsspeicher (DRAM) als „Kurzzeitgedächtnis“ für den laufenden Serverbetrieb, Premiumspeicher (HBM) für KI-Beschleuniger und Hochleistungsrechner sowie Flash-Speicher (NAND) für die langfristige Datenhaltung. Weltweit dominiert hier ein Trio –
Samsung,
SK Hynix und
Micron kommen zusammen auf rund 92% Marktanteil in den Segmenten DRAM und HBM. Alle drei Anbieter sind spannende Darwin-Unternehmen im
boerse.de-Technologiefonds, mit jeweils eigenen Stärken und strategischen Schwerpunkten:
Samsung: Speicher-Gigant mit Preissetzungsmacht
Samsung ist der weltweit größte Speicherchip-Hersteller. Mittlerweile ist das
Halbleitergeschäft wieder die wichtigste Ertragsquelle und sorgt für mehr als die Hälfte des Gewinns. Der südkoreanische Konzern ist breit aufgestellt und deckt mehrere Stufen der Wertschöpfung im eigenen Haus ab. Samsung produziert eine Vielzahl leistungsfähiger Speicherchips, die einerseits an externe Abnehmer geliefert werden und andererseits in der eigenen Elektronik zum Einsatz kommen – etwa in Smartphones, Fernsehern oder Serverlösungen. Diese enge Verzahnung bietet mehrere Vorteile:
Durch die interne Nachfrage kann das Unternehmen die Auslastung seiner Produktionskapazitäten gezielt steuern. Gleichzeitig sinken die Stückkosten, weil Entwicklung und Fertigung unter einem Dach stattfinden. Diese Struktur beschleunigt Innovationen und macht den Konzern weniger abhängig von externen Zulieferern.
Zudem verfügt Samsung als Marktführer über erhebliche Preissetzungsmacht. In der vergangenen Woche meldete der Konzern in vorläufigen Zahlen, dass im Schlussquartal 2025 voraussichtlich ein operativer Gewinn von 20 Billionen Won (rund 11,7 Milliarden Euro) erwirtschaftet wurde. Das ist mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. In den vergangenen drei Jahren hat die Aktie 51% an Wert gewonnen, die aktuelle Gewichtung im
boerse.de-Technologiefonds beträgt 0,29%.
SK Hynix: Innovationsführer im Premium-Segment
SK Hynix ist hinter Samsung der zweitgrößte Produzent von Speicherchips und ebenfalls in Südkorea beheimatet. Das Unternehmen hat sich frühzeitig auf den Premium-Markt spezialisiert und gilt insbesondere im Bereich High Bandwidth Memory (HBM) als Innovationsführer. Diese Chips sind unverzichtbare Komponenten für KI-Beschleuniger und Hochleistungsrechner. Marktschätzungen zufolge dominiert SK Hynix dieses Segment derzeit mit mehr als 50% Weltmarktanteil.
Im Gegensatz zu Samsung ist SK Hynix vollständig auf das Geschäft mit Speicherchips konzentriert. Das erlaubt eine hohe Entwicklungstiefe und schnelle Reaktionsfähigkeit auf technologische Trends. Das Unternehmen entwickelt, produziert und testet seine Lösungen selbst und kann dadurch seine Angebote optimal auf Kundenbedürfnisse zuschneiden. Hinzu kommt der Rückhalt durch die Muttergesellschaft SK Group, einen der größten südkoreanischen Mischkonzerne. Das sichert finanzielle Stabilität und langfristige Investitionsfähigkeit, etwa für neue Fertigungsanlagen. In den vergangenen drei Jahren gewann die Aktie 634% an Wert.
Micron Technology: Spezialist mit Standortvorteil
Micron Technology gehört zu den weltweit führenden Herstellern von DRAM- und NAND-Flash-Speichern. In den vergangenen Jahren konnte der Konzern außerdem auch seine Position im lukrativen HBM-Markt deutlich ausbauen.
Strategisch setzt das Unternehmen zunehmend auf höherwertige Lösungen für anspruchsvolle Einsatzbereiche. Dazu gehören etwa besonders energieeffiziente oder temperaturresistente Produkte, wie sie in Fahrzeugen oder in industriellen Umgebungen eingesetzt werden – und natürlich auch in Rechenzentren. Das ermöglicht höhere Margen, also mehr Gewinn pro verkauftem Chip.
Als US-Konzern bündelt Micron wichtige Entwicklungs- und zunehmend auch Fertigungskapazitäten in den Vereinigten Staaten. Das ist in der aktuellen geopolitischen Lage ein klarer Vorteil. US-Kunden und Behörden legen bei kritischer
KI-Infrastruktur immer mehr Wert auf Lieferanten im eigenen Einflussbereich.
Hinzu kommt, dass Micron von Initiativen wie dem US CHIPS and Science Act profitiert, mit dem die amerikanische Regierung den Aufbau und Erhalt einer eigenständigen Halbleiterfertigung im Land gezielt fördert. Diese Subventionen und Steuererleichterungen verbessern die Wettbewerbsfähigkeit und erleichtern Investitionen in neue Werke und modernste Fertigungstechnologien. Die politische Rückendeckung verleiht Micron damit einen strategischen Standortvorteil gegenüber asiatischen Wettbewerbern. Auf Dreijahressicht legte die Aktie um 455% zu, der aktuelle Anteil im
boerse.de-Technologiefonds beträgt 0,65%.
boerse.de-Technologiefonds: Kombiniertes Konzept für die Champions von heute und morgen
Der KI-Boom lässt den Bedarf an Speicherlösungen deutlich steigen. Auch langfristig spricht vieles für Rückenwind. Rechenzentren entstehen neu oder werden erweitert, und KI-Anwendungen ziehen zunehmend in den Alltag ein – die Datenflut wächst stetig. Aus Investorensicht ist ein Oligopol grundsätzlich attraktiv, weil wenige große Anbieter den Markt dominieren und dadurch der Preiskampf häufig moderater ausfällt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für bessere Margen und stabilere Cashflows. Zudem schützen hohe Eintrittsbarrieren die bestehenden Marktführer vor neuer Konkurrenz – ein echter Burggraben. Das kann sich langfristig in höheren Gewinnen niederschlagen. Doch selbst in einem Oligopol müssen technologische Vorsprünge immer wieder verteidigt werden.
Die hohe Dynamik der Technologiebranche stellt Anleger vor Herausforderungen, denn hier werden die Karten regelmäßig aufs Neue gemischt. Der
boerse.de-Technologiefonds begegnet diesem Umfeld transparent, regelbasiert und innovativ mit einem kombinierten Anlagekonzept:
60% des Fondsvolumens fließen als Kerninvestment in Technologie-Champions – also in die nach den Kennzahlen der boerse.de-Performance-Analyse in der Vergangenheit erfolgreichsten Technologie-Aktien der Welt. Die übrigen 40% werden in mehr als 500 weitere Werte angelegt, um auch bei möglichen Champions von morgen frühzeitig investiert zu sein. In diesem Darwin-Portfolio erhalten die erfolgreichsten Technologie-Titel mit der Zeit den höchsten Depotanteil. Ausführliche Informationen zur Methodik finden Sie im
White Paper „Die Anlagestrategie des boerse.de-Technologiefonds“ von Prof. Dr. Hubert Dichtl und Thomas Müller, das hier direkt kostenfrei heruntergeladen werden kann.
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Maurice Beaunesse
boerse.de Vermögensverwaltung GmbH
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