Siemens Healthineers: Zahlen mau, Aktie wow!

Montag, 29.07.19 13:38
Die Siemens Healthineers-Aktie machte heute zu Handelsbeginn trotz durchwachsener Zahlen einen gesunden Eindruck: das Papier gewann rund 3,5 Prozent an Wert. Der heutige Kursgewinn sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Siemens Healthineers-Aktie mit -2,2 Prozent seit Jahresbeginn zu den schwächsten Werten im MDax zählt, der im Vergleichszeitraum +21 Prozent zugelegt hat. Auch deuten die heute veröffentlichten Q3-Zahlen auf große Herausforderungen hin - für das Unternehmen und Investoren gleichermaßen...

Hoffnungsträger wird Hemmschuh
Denn das neue Labor-Diagnostiksystem Atellica kostet mehr und bringt weniger als erwartet. Im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 werden davon voraussichtlich nur 1800 Stück ausgeliefert. Ursprünglich wollte Siemens Healthineers 2200 bis 2500 der modernen Labor-Straßen bei Kunden installieren. Das Problem: die Einführung und Inbetriebnahme dauert bei großen Labors länger, als ursprünglich geplant. Da Siemens bei Atellica aber vor allem an teuren Verbrauchsmaterialien und Reagenzien Geld verdient, rollt der Rubel erst, wenn die Labor-Diagnostiksysteme auch tatsächlich in Betrieb sind.

Um den Hoffnungsträger und potenziellen Wachstumstreiber Atellica schneller auf den Weg zu bringen, stockte Siemens Healthineers Anfang des Jahres die Vertriebskapazitäten auf. Bislang jedoch ohne den erhofften Erfolg. Deshalb erklärt der Konzern die Diagnostik-Sparte jetzt zur Chefsache: der für Atellica zuständige Vorstand Michael Reitermann nimmt seinen Hut und übergibt an Geschäftsführer Bernd Montag.

Dieser kommentierte die heutigen Bilanzzahlen: "Wir haben unseren Wachstumskurs auch im dritten Quartal sehr erfolgreich fortgesetzt...im Diagnostikgeschäft stehen wir dagegen vor großen Herausforderungen."

Trotz Atellica mehr Umsatz & Gewinn
Die höheren Anlaufkosten für Atellica belasteten zwar die operative Umsatzrendite, die im dritten Quartal auf 15,2 (Vorjahr: 16,0) Prozent schrumpfte. Dafür stieg aber der Umsatz der Erlanger, angetrieben durch gute Geschäfte mit bildgebender Diagnostik (Röntgengeräte und Computertomographen), um acht Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro. Auch der Gewinn wuchs um ein Fünftel auf 353 Millionen Euro. Healthinieers gibt sich deshalb heute betont optimistisch und hält an der Prognose fürs Geschäftsjahr fest. Bis Ende September wollen die Erlanger ein Umsatzzuwachs von vier bis fünf Prozent erzielen, die operative Marge soll auf 17,5 bis 18,5 Prozent steigen.

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