Warum Microsoft bei OpenAI einsteigt

Freitag, 10.02.23 15:30
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

mein Selbstversuch zeigt: Wer dieser Tage versucht, sich auf OpenAI einzuloggen, muss lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Denn die sogenannte „ChatGPT” – ein auf Künstlicher Intelligenz basierendes Schreibprogramm – ist hoffnungslos überlastet. Vielen Lesern dürfte OpenAI noch kein Begriff sein. Doch das könnte sich bald ändern, denn der US-Technologie-Champion Microsoft hat angekündigt, dass er sich mit zehn Milliarden Dollar an OpenAI beteiligen und die Chatbot-Software in eigene Dienste integrieren will.

Milliarden-Investment in OpenAI



Vor allem Schüler und Studenten möchten das Tool momentan ausprobieren und erhoffen sich durch die automatisierte Texterstellung eine Zeitersparnis bei Referaten oder Aufsätzen. Doch auch im professionellen Kontext gelten sprachbasierte Anwendungen und andere KI-Werkzeuge als künftiger Milliardenmarkt. Sei es im Bereich der Bildung, Forschung oder Suchmaschinen-Kompetenz. Für Microsoft ist die Integration von ChatGTP in Bing und in Office-Anwendungen besonders interessant. Denn insbesondere im Software- und Suchmaschinengeschäft könnte die KI-Software Microsoft den entscheidenden Schub verschaffen, um dem Branchenprimus Google langfristig wieder auf Augenhöhe begegnen zu können.

Die Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI, die bereits seit 2019 besteht, beinhaltet Medienberichten zufolge eine mehrjährige und milliardenschwere Investition, um die Entwicklung von KI-Technologien voranzutreiben. Die Verhandlungen über Microsofts zehn Milliarden Dollar Investment laufen nach Informationen von Nachrichtenagenturen seit mehreren Monaten. In einem komplexen Deal, an dem sich womöglich auch andere Investoren beteiligen, werde OpenAI mit 29 Milliarden Dollar bewertet, wodurch das Unternehmen zu einem der wertvollsten Start-ups der Welt würde. Bis die Anfangsinvestition von Microsoft wieder hereingeholt wird, soll ein Konzern namens Semafor 75 Prozent aller Gewinne von OpenAI erhalten.

Zweistelliges Wachstum in der Cloud



Neben KI-Investments steht auch das wachstumsstarke Cloud-Geschäft im Mittelpunkt von Microsofts Strategie. Die Cloud-Plattform Azure hat etwa knapp 15 Millionen Unternehmenskunden und verfügte 2022 Schätzungen zufolge über einen Marktanteil von rund 30 Prozent. Damit befindet sich Azure auf dem zweiten Platz hinter dem Marktführer Amazon Web Services (AWS) und vor der Google Cloud. Das Geschäft mit der „Daten-Wolke” ist zum Zugpferd Microsofts geworden, das beinahe die Hälfte des gesamten Umsatzes beisteuert. Auch im vergangenen, herausfordernden Quartal sprudelte das Cloud-Geschäft des Konzerns: Der Umsatz in diesem Segment stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um stolze 31 Prozent.

Natürlich gehen die jahrelangen, wirtschaftspolitischen Herausforderungen auch an Technologie-Champions wie Microsoft nicht spurlos vorüber. Doch dank seiner starken Marktposition und gleichzeitigen Innovationskraft könnte der Champion, der aufgrund seiner hohen Anlagequalität in allen drei boerse.de-Fonds enthalten ist, einmal mehr gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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