Was wurde eigentlich aus ... Cannabis-Aktien?

Donnerstag, 29.10.20 16:34
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

2017 und 2018 waren für Spekulanten besonders spannende Jahre. Denn parallel zur Bitcoin-Blase entwickelte sich sowohl ein Cannabis- als auch ein Wasserstoff-Aktien-Hype. Allesamt relativ neue Branchen mit ebensolchen Geschäftsmodellen und entsprechend unklarer Zukunftsperspektive. Vor allem Cannabis-Investoren mussten deshalb starke Nerven und eine hohe Frustrationstoleranz beweisen, denn Aktien von Branchengrößen wie Aurora Cannabis, Tilray oder Aphria wiesen die klassischen Muster einer Spekulationsblase auf, die typischerweise in fünf Phasen verläuft: Aufmerksamkeit, Boom, Euphorie, finanzielle Not und Abscheu.

20017/2018: Investoren im Cannabis-Rausch

Betrachten wir als Benchmark den Verlauf des „Global Cannabis Stock Index”, der seit 2013 in die wichtigsten Branchenvertreter investiert: Das Cannabis-Börsenbarometer stieg zwischen Oktober 2017 unter wildesten Schwankungen um +430% auf ein Blasenhoch von 174 Zählern Anfang 2018. Was auf das „High” folgte, war ein heftiger Kater.

2019/2020: Die große Ernüchterung

Der Marihuana-Index sackte in den Folgejahren auf aktuell rund 30 Punkte. Ein Rückgang von in der Spitze -82%, wobei sich sogar Marktführer der allgemeinen Ernüchterung nicht entziehen konnten: Die Aurora Cannabis-Aktie verlor innerhalb der vergangenen drei Jahre -83 % und Tilray büßte -78% ein.

Ob sich Cannabis-Aktien von den erheblichen Kursverlusten erholen werden ist fraglich, zumal die Branche mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren behaftet ist. So lässt sich weder die Entwicklung des Cannabis-Angebots, noch die tatsächliche Nachfrage seriös einschätzen. In Folge zu hoher Erwartungen investierten Cannabis-Unternehmen in der Vergangenheit immense Summen in Produktion und Infrastruktur. Dadurch entstand zum einen ein teils erhebliches Minus in den Unternehmensbilanzen, zum anderen ein Überangebot an Marihuana, das nun auf die Preise drückt. Verschärfend kommt hinzu, dass viele Anbieter auf den vermeintlich lukrativen Markt drängen – der am Ende nur Platz für wenige Gewinner lassen wird. Welche das schlussendlich sein werden, kann derzeit niemand prognostizieren.

Deshalb: Widerstehen Sie dem Reiz spekulativer Cannabis-Aktien und informieren Sie sich stattdessen über die langfristig erfolgreichen Vermögensaufbau-Champions, die seit mindestens einem Jahrzehnt von einem „High” zum nächsten eilen. Denn: „Gegessen, getrunken und geputzt wird immer”. Legal Cannabis konsumiert dagegen nur selten.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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