Wasserstoff als neuer Trend und auf der Suche nach neuen Rennpferden und Einhörnern

Montag, 29.06.20 09:24

Seit 2019 investiere ich engagiert in Wasserstoff-Aktien; denn ich bin überzeugt, dass dieser Bereich zu den großen Zukunftstechnologien gehört. Dies gilt sowohl für die „grüne“, also regenerative Ausrichtung auf erneuerbare Energien, als auch die „blaue“ Version mit Erdgas, wie von Skandinavien weitgehend bevorzugt. Die Bundesregierung will neben dem Batteriesektor jetzt auch zielstrebig die grüne Brennstoffzellen-Technologie fördern. Vielleicht gelingt es, mit Wasserstoff endlich wieder einmal eine Weltmarktführerschaft aufzubauen.

Es geht hier ja nicht nur um Nutzfahrzeuge, sondern ebenso um den Schienen- und Schiffverkehr, um Luftfracht und sicherlich auch um den weltumspannenden Heizungssektor. In einem solch wichtigen Zukunftsmarkt sollte die noch keinen Umsatz und Gewinn erzielende NIKOLA-Aktie in den Depots seriös handelnder Investoren kaum einen Platz finden. Ausnahme: Zocken mit „Spielgeld“ macht Spaß und erzeugt Nervenkitzel. Oder Herdentrieb als Orientierung ersetzt Informationen aus den Quellen eines verantwortungsbewussten Journalismus.

Statt gierig bei NIKOLA zuzugreifen und mit schnellen Gewinnen zu prahlen, machte ich am Freitag, 26. Juni 2020, einen Teilverkauf bei dem amerikanischen Wasserstoff-Konzern Plug Power, WKN A1JA81. Ich erwarb den Titel im Juli 2019 zum Preis von 2,09 Euro und verkaufte jetzt einen kleineren Teil zu 6,45 Euro. Ein verwirklichter Kursgewinn in weniger als einem Jahr um über 300 %.

In diesem Zusammenhang fällt mir eine Frage ein, die ich öfters gestellt bekomme: „Warum berichten Sie immer nur über Ihre Kursgewinne von über 100 % oder sogar mehr als 1.000 % und nie von Ihren Kurseinbußen in gleicher Höhe? Vorsicht Falle! Kennen Sie die Antwort? Eine Aktie ist keine Rakete mit begrenztem Treibstoff. Umgekehrt können Sie vom Einsatz oder Einstandspreis ausgehend allerhöchstens 100 % einbüßen, also wie bei Wirecard bis zu 99 %.



Es ist schon ungemein reizvoll, aber auch mühselig und zeitraubend, schon im Fohlenalter die künftigen Rennpferde für die großen Erfolge ausfindig zu machen. Wer nun etwa glaubt, deshalb jede Neuemission zeichnen zu müssen, sollte wissen, dass etwa 9 von 10 Börsengängen enttäuschen. Es ist also besser, sich zu gedulden und abzuwarten, bis eine klare Entwicklung nach oben oder unten erkennbar ist Dies hängt immer auch von der aktuellen Börsenlage und sich abzeichnenden Zukunfts-Trends ab.

Aus welchen Aktien könnte ein Rennpferd bzw. Einhorn werden? Sicherlich gilt dies für Teamviewer, WKN A2YN90, Spezialist für Computerfernwartung, und ZOOM, WKN A2PGJ2, weil Videokonferenzen auch nach der Corona-Krise wegen Kosten- und Zeitersparnis gefragt bleiben werden. Auch der Pharmakonzern Dermapharm, WKN A2GS5D, beste Neuemission 2018, verfügt über Qualität.

Dies gilt auch für das Gesundheitsunternehmen Medios, WKN A1MMCC, das sich auf Wirkstoffe für seltene und chronische Krankheiten spezialisiert hat. Im Kampf gegen den Klimawandel sind gewiss 2G Energy, WKN A0HL8N, und Encavis, WKN 609500, gut unterwegs. Wer es etwas spekulativer liebt, kann auf die beiden Impfstoffkandidaten BionTech, WKN A2PSR2, und Moderna, WKN A2N9D9, wetten. Aber da ist der internationale Wettbewerb groß.

Auch ich besitze keine Glaskugel, bin aber in alle genannten Titel mit über 1.000 €, im Regelfall 1.500 € eingestiegen.

 

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Beate Sander, eine ehemalige Realschullehrerin, startete ihre Börsenkarriere erst im Alter von 59 Jahren und ist heute Börsen-Millionärin. Die gefragte Kolumnistin, Moderatorin und...
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