Wie steht es um Deutschlands Wirtschaft? Drei Buchstaben liefern regelmäßig die Antwort auf diese Frage. Die Rede ist vom DAX. Er gilt mit seinen inzwischen 40 Titeln hierzulande als Leitindex und damit wichtigstes Börsenbarometer. Zum DAX gibt es einiges zu wissen, das wir Ihnen in unserem Ratgeber deshalb zusammengefasst haben.
Der DAX ist Deutschlands bekanntester Börsenmarkt-Indikator. Als solcher misst er die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen im Land. An Börsentagen geschieht dies von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr. Vor der Reform im Jahr 2021 bestand der DAX lediglich aus den 30 umsatzstärksten börsennotierten Konzernen Deutschlands. Bei diesen Unternehmen spricht man aufgrund deren hoher Marktkapitalisierung auch von Blue Chips. Ungefähr 80 Prozent des gesamten Aktienhandels hierzulande entfallen auf DAX-Aktien.
Welche Firmen in Deutschlands Leitindex aufgenommen werden, ist durch strenge Kriterien genau spezifiziert. Eine Notierung im DAX, sozusagen der ersten Börsenliga, ist für viele Unternehmen erstrebenswert, da damit neben einem gewissen Renommee auch der erleichterte Zugang zu Kapital verbunden ist.
Angesichts der Zusammensetzung des DAX könnte man auf die Idee kommen, dass auf jeden einzelnen Titel ein Gewicht von exakt 2,5 Prozent entfällt. Dem ist allerdings nicht so. Vielmehr wird die individuelle Gewichtung anhand der sogenannten Streubesitz-Marktkapitalisierung bestimmt. Darunter versteht man das Volumen frei handelbarer Aktien, die sich nicht im festen Besitz von Großinvestoren befinden.
Erwähnenswert ist des Weiteren die Tatsache, dass es genau genommen zwei Arten des DAX gibt. Unterschieden werden muss nämlich zwischen dem DAX-Kursindex einerseits und dem DAX-Performanceindex andererseits. Bei Letzterem werden etwaige ausbezahlte Dividenden der Gesellschaften mit einbezogen, beim Kursindex fließen in die Berechnung dagegen ausschließlich die Kursentwicklungen ein. Mit dem DAX ist normalerweise der Performanceindex gemeint.
Stichwort Performance. Der Identifikation von Champions-Aktien, also solchen Titeln, die in der Vergangenheit überdurchschnittliche Renditen lieferten und die marktführenden Unternehmen entstammen, liegt die boerse.de-Performance-Analyse zugrunde. Dieser Ansatz stellt vor allem auf eine ausreichend lange Kurshistorie sowie weitere wichtige Ertrags- und Risikokennzahlen ab und stellt somit sicher, dass Sie Zugang zu den weltweit vielversprechendsten Aktien erhalten.
Bereits am 1. Juli 1988 wurde der DAX erstmals veröffentlicht. Seine Gründung geht auf die Zusammenarbeit von Börsen-Zeitung, Frankfurter Wertpapierbörse sowie der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen zurück. Anfangs war der DAX lediglich als Ergänzung zu anderen etablierten deutschen Börsenindizes gedacht, konnte diesen im Laufe der Zeit jedoch den Rang ablaufen.
Über die Jahre kletterte der DAX trotz temporärer Rückschläge wie etwa während der Finanzkrise oder der Corona-Pandemie fast kontinuierlich nach oben. Einen besonderen Meilenstein erlebte er im Juni 2014, als er erstmals die Marke von 10.000 Punkten durchbrach.
In Erinnerung bleiben dürfte vielen Investoren der Bilanzskandal rund um das einstige DAX Mitglied Wirecard. Obwohl der Konzern schon Insolvenz beantragt hatte, blieb er noch ganze acht Wochen im Index enthalten. Daraufhin erfolgte im September 2021 eine Reform, die unter anderem eine Aufstockung von bis dato 30 auf 40 Titel vorsah. Ebenfalls wurden die Aufnahmekriterien verschärft und Veröffentlichungspflichten eingeführt.
Wer in den DAX aufgenommen und wer ihn gegebenenfalls wieder verlassen muss, wird jeweils im März und September eines jeden Jahres umfassend geprüft (hier finden Sie alle Dax Auf- und Absteiger). Als wichtigstes Aufnahmekriterium gilt dabei der Free Float, also der Börsenwert der frei handelbaren Aktien, der vergangenen zwanzig Handelstage. Anschließend erfolgt ein Ranking beginnend beim größten Börsenwert. Um in diesem Ranking überhaupt berücksichtigt zu werden, müssen wiederum die folgenden Kriterien erfüllt werden:
- Juristischer Sitz oder operativer Hauptsitz in Deutschland
- Listing im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse und fortlaufender Handel auf Xetra
- Positiver Umsatz (EBITDA) in den letzten beiden Jahren vor der Aufnahme
- Streubesitzanteil von mindestens zehn Prozent
- Listing der Aktie seit wenigstens 30 Handelstagen
Mit Blick auf die Aufnahme sowie das Verlassen des DAX sind weiterhin die untenstehenden Regelungen zu berücksichtigen.
Regular-Entry: Aufgenommen werden Unternehmen, die im Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien unter den Top 40 landen und gleichzeitig ein bisheriges Mitglied ersetzen können, das im Ranking auf Platz 47 oder schlechter abgerutscht ist.
Regular-Exit: Bisherige Mitglieder verlassen den DAX nur dann, wenn sie im Ranking nach Börsenwert der frei handelbaren Aktien nicht mehr zu den Top 53 gehören und gleichzeitig ein Nicht-Mitglied in die Top 47 des Rankings aufsteigt.
Der DAX wurde bei seiner Gründung im Jahr 1987 auf 1.000 Punkte festgeschrieben. Wie er beziehungsweise die in ihm befindlichen Einzeltitel sich seitdem entwickelt haben, lässt sich am Punktezugewinn des Index ablesen. Liegt der DAX bei mehr als 1.000 Punkten, bedeutet dies, dass sich die enthaltenen Unternehmen besser entwickelt haben als zum Zeitpunkt der Gründung 1987. Fällt er stattdessen auf weniger als 1.000 Punkte, entwickeln sich die gelisteten Unternehmen entsprechend schlechter als im ersten Jahr des DAX.
Schon seit 1999 liefert das zur Deutschen Börse gehörende elektronische Handelssystem Xetra die zur Berechnung des DAX notwendigen Daten. Im Jahr 2006 wurde die Berechnung auf einen Sekundentakt beschleunigt. Übrigens gibt es neben dem DAX auch noch einen LDAX sowie einen XDAX, deren Ermittlung außerhalb der Handelszeit von Xetra erfolgt.
Gerade inländische Börsianer legen ihr Geld sehr gerne in heimischen Unternehmen an. Die Psychologie hat diesem Phänomen sogar einen eigenen Begriff gewidmet: Home Bias. Daher verwundert es nicht, dass der DAX bei vielen Investoren im Fokus des Interesses steht. Um an dessen Entwicklung zu partizipieren, gibt es mehr als nur eine Möglichkeit.
Denkbar ist beispielsweise der Kauf sämtlicher im DAX enthaltenen Aktien. Wer sich für dieses Vorgehen entscheidet, kann sich die Kosten eines Fondsmanagers sparen. Er sollte dann aber auch bedenken, dass sich die Gewichtung zwischen den Positionen fortlaufend verändert. Zudem könnte es gerade für Anleger mit kleinem Budget schwierig werden, alle 40 Titel zu erwerben. Auch die Steuerung des Portfolios dürfte angesichts der Vielzahl an Positionen einige Herausforderungen mit sich bringen.
Praktikabler erscheint da die Anlage in Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Als Indexfonds imitieren sie passiv die Wertentwicklung des DAX. Vorteilhaft an diesem Produkt ist neben den niedrigen Kosten und der hohen Transparenz auch der geringe Aufwand. Da ETFs rechtlich gesehen als Sondervermögen gelten, sind Anleger von einer etwaigen Insolvenz ihres Depotanbieters finanziell nicht betroffen.
Auch Derivate wie einschlägige Indexzertifikate bieten Anlegern die Möglichkeit, den DAX mit nur einem Wertpapier zu kaufen. Hier ist allerdings zu bedenken, dass ein sogenanntes Emittentenrisiko besteht. Rutscht also der Herausgeber des Indexzertifikats in die Pleite, ist auch das Investment vollständig verloren. Diese Art von Handelsprodukt eignet sich daher grundsätzlich nur für sehr risikoaffine Marktteilnehmer.
Möchten Sie dagegen breit gestreut und dennoch renditestark investieren, kommen für Sie vielleicht die vier unterschiedlichen boerse.de-Fonds in Betracht. Diese bauen auf dem Fundament der Champions-Aktien auf, verfolgen eine gleichsam transparente wie innovative Anlagepolitik und sind als Sparplan erhältlich. Ausgabeaufschläge müssen Sie nicht bezahlen. Mehr Infos zu den boerse.de-Fonds finden Sie hier.
Sieht man sich seine Wertentwicklung über die zurückliegenden Jahre und Jahrzehnte an und vergleicht diese mit herkömmlichen Sparanlagen, ist die Antwort ein deutliches „Ja“. Dennoch gibt es ein großes „Aber“.
Zwar hat der DAX inzwischen 40 Titel. Es bleibt aber die Frage, ob das eigene Portfolio dadurch gut diversifiziert ist. In geographischer Hinsicht wäre das definitiv zu verneinen und auch die Branchengewichtung zeigt, dass in puncto Streuung Verbesserungspotenzial besteht. Eine Alternative bietet Ihnen etwa der boerse.de-Weltfonds, der weltweit in starke Unternehmen aus diversen Ländern und Branchen investiert. Hier haben Sie zudem die Wahl zwischen einer ausschüttenden und einer thesaurierenden Variante.