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Was ist der Dax?

Anfangs nur als Ergänzung zu anderen Indizes gedacht, hat sich der Deutsche Aktienindex Dax längst zum Richtungsweiser für die heimische Wirtschaft entwickelt und ist deshalb auch aus der internationalen Börsenlandschaft nicht mehr wegzudenken.


Dax-Historie bis zum Jahr 1959

Das „Projekt Dax“ begann am 1. Juli 1988 in Zusammenarbeit von Deutscher Börse, Börsen-Zeitung (BZ) und Arbeitsgemeinschaft der deutschen Wertpapierbörsen bei einem Indexstand von 1000 Punkten. Die Vorarbeit dazu hatte der eigentliche „Vater“ des Dax Frank Mella geleistet, indem er die Zeitreihe des seit 28. September 1959 vom Frankfurter Bankhaus Hardy & Co. berechneten „Hardy-Index“ nach dessen Einstellung direkt in den am 1. April 1981 ins Leben gerufenen BZ-Index übernahm. Dadurch konnte der neugegründete Dax mit den Daten aus 28 Börsenjahren im Gepäck vom Start weg bis ins Jahr 1959 zurückgerechnet werden.


Dax-Meilensteine

In seiner bisherigen Geschichte musste der Dax viele Auf- und Abwärtsphasen überstehen, erwies sich dabei aber stets als „Stehaufmännchen“. Bereits ein gutes Jahr nach Börsenstart folgte der bislang größte prozentuale Tagesabsturz um 12,8%, als nach einer geplatzten Großfinanzierung in den USA das damalige Fusionsfieber erlosch. Im März 2000 kletterte der deutsche Leitindex im Zuge der Internetblase das erste Mal auf ein Hoch von 8136 Zählern, um nur drei Jahre später nach deren Platzen auf 2188 Punkte abzusacken. Der nächste Aufschwung erreichte im Juli 2007 bei 8151 Punkten seinen Höhepunkt, bevor das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und die anschließende Lehman-Pleite den Dax bis März 2009 wieder auf 3588 Zähler zurechtstutzten. Die historischen Rettungsmaßnahmen der Notenbanken verhalfen dem Index in der Folgezeit zu neuen Höchstkursen. So wurde die Marke von 10.000 Punkten erstmals im Januar 2015 genommen. Trotz der zahlreichen Rückschläge ist eine weitere Aufwärtsbewegung des Dax mit einer langfristigen Gewinnperspektive von 9% p.a. vorgezeichnet.


Dax-Handelszeiten

Anders als die meisten international bedeutenden Indizes handelt es sich bei dem allseits bekannten deutschen Leitbarometer um einen Performance-Index mit Berücksichtigung sämtlicher Kapitalerträge. Daneben berechnet die deutsche Börse gleichzeitig auch einen bei Anlegern wenig beachteten Kurs-Index, bei dem der Indexstand allein aufgrund der Aktienkurse bestimmt wird. Die Berechnung des Dax erfolgt über das elektronische Handelssystem XETRA der Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) börsentäglich von 9.00 bis 17.30 Uhr im Sekundentakt. Von 8.00 bis 9.00 Uhr und von 17.45 bis 20.00 wird minütlich der Late- bzw. Early-Dax (L/E-Dax), bis zum Handelsende am US-Markt um 22.00 Uhr der X-Dax ermittelt.


Index-Zusammensetzung

Der streng regelbasierte Index bündelt 30 der 35 nach Handelsvolumen und Marktkapitalisierung größten deutschen Unternehmen (Blue Chips) und deckt damit zirka 80% der Marktkapitalisierung des Prime Standard Segments der deutschen Börse ab. Dabei wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes nach der „35/35“-Regel geprüft, ob die beiden Kriterien noch von allen Index-Aspiranten erfüllt werden. Zudem kann es quartalsweise nach der „Fast-Entry“- bzw. der „Fast-Exit“-Regel zu einem vorzeitigen Austausch kommen, wenn ein Unternehmen neu in die Top-25 aufsteigt bzw. nicht mehr zu den Top-45 gehört.


Dax-Aktien

Die 30 Dax-Einzeltitel werden nach der Index-Formel des deutschen Ökonomen und Statistikers Ernst Louis Étienne Laspeyres unterschiedlich gewichtet. Als Berechnungsgrundlage dient dabei wie bei vielen internationalen Indizes die Marktkapitalisierung bzw. der Börsenwert des frei handelbaren Streubesitzes (Free-Float) unterhalb eines Einzelanteils von 5%, wobei das Indexgewicht einer Aktie auf maximal 10% begrenzt ist.


Alternativen zum Dax

Beim Blick auf die Branchenverteilung im Dax fällt auf, dass gerade zyklische, konjunkturabhängige Sektoren wie Verbrauchsgüter, Grundstoffe, Industrie und Technologie, aber auch Finanzdienstleister einen sehr hohen Anteil besitzen. Dagegen sind nicht-zyklische, defensive Sektoren im Index deutlich unterrepräsentiert. So findet beispielsweise essen, trinken oder rauchen, alles Verhaltensweisen ohne direkten Konjunkturbezug, im Dax überhaupt nicht statt. Ganz anders beim boerse.de-Champions-Defensiv-Index (BCDI), der auf zehn besonders sichere Aktien setzt, die sich durch einfache Geschäftsmodelle, starke Marken und damit dauerhafte Wettbewerbsvorteile auszeichnen.


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