ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Zurückhaltung wegen Nahost-Unsicherheit

Dienstag, 24.03.26 18:08
Kursticker auf einer digitalen Anzeige.
Bildquelle: pixabay
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Unsicherheit rund um den Iran-Krieg hat dem deutschen Aktienmarkt am Dienstag zu schaffen gemacht. Der Großteil der Marktteilnehmer hielt sich zurück und positionierte sich an der Seitenlinie. Der Dax schloss 0,07 Prozent tiefer bei 22.636,91 Punkten. In der zweiten deutschen Börsenliga verlor der MDax 0,37 Prozent auf 28.125,11 Zähler.



Europas andere wichtige Börsen legten zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 0,1 Prozent. Außerhalb des Euroraums gewann der Londoner FTSE 0,7 Prozent und der Züricher SMI 1,0 Prozent. In New York befestigte sich der Dow Jones Industrial zuletzt um 0,1 Prozent.

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Nachdem US-Präsident Donald Trump am Montag ein Ultimatum für Angriffe auf iranische Energieanlagen verlängert hatte, brachte Börsenbrief-Autor Hans Bernecker wieder einmal den sogenannten "TACO-Trade" ins Spiel, der für "Trump Always Chickens Out" steht und die Erwartung ausdrückt, dass der US-Präsident bei seinen Ankündigungen immer wieder Rückzieher macht. Wegen der Wankelmütigkeit Trumps stellt Bernecker aber ein großes Fragezeichen dahinter, ob ein baldiges Kriegsende im Iran realistisch ist.

Zur Belastung für den Dax wurden die SAP-Aktien , die um 4,1 Prozent nachgaben. Nachdem die US-Bank JPMorgan ihr bisher optimistisches Votum für das Index-Schwergewicht aufgegeben hatte, fielen die Papiere des Softwarekonzerns auf den tiefsten Stand seit Januar 2024. Analyst Toby Ogg argumentierte, das Bild einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung und Margenexpansion habe sich bei SAP geändert.

Die Anteilsscheine von Bayer büßten 1,9 Prozent ein. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, hat die 2023 eingestiegene Beteiligungsgesellschsaft Inclusive Capital Partners des aktivistischen Investors Jeffrey Ubben ein Aktienpaket des Pharma- und Agrarchemiekonzerns verkauft. Dabei wurde ein 25-prozentiger Abschlag auf den Preis hingenommen, den Ubben Anfang 2023 bei der Bekanntgabe der Beteiligung bezahlt hatte.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit im Zuge des Nahost-Konflikts sorgte die Deutsche Bank im Chemiesektor für Bewegung mit einer Reihe an Umstufungen. Analystin Virginie Boucher-Ferte sieht in BASF und Brenntag letztlich Profiteure des Krieges und empfiehlt die Titel nun zum Kauf. Beide Werte gehörten mit einer Erholung um bis zu 7,6 Prozent zu den Spitzenwerten im Dax.

Ohne eine Hochstufung der Deutschen Bank setzten aus dem Chemiesektor die Lanxess-Aktien ihre Erholung um 9,9 Prozent fort. Ein Börsianer verwies darauf, dass zuletzt vermehrt Anleger bei dem Spezialchemiekonzern auf fallende Kurse gesetzt hätten. Neuerdings wieder anziehende Kurse könnten auf die Schließung solcher Positionen hindeuten, hieß es.

Der Internetdienstleister Ionos will bis zu 60 Millionen Euro in einen weiteren Aktienrückkauf stecken. Damit sollen bis zu 2,2 Millionen eigene Aktien - etwa 1,6 Prozent des Grundkapitals - erworben werden, teilte die Tochter des United-Internet-Konzerns mit. Die Aktie legte um rund 2,4 Prozent zu.

Im Nebenwertebereich gab es am Dienstag Zahlen von Nagarro , Indus Holding und Drägerwerk auszuwerten. Indus-Titel profitierten mit 1,6 Prozent Plus von einer angehobenen Dividende. Drägerwerk stiegen um 5,5 Prozent, nachdem das Analysehaus MWB wegen "starker Zahlen" eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte.

Jenoptik hat einen Nachfolger für den vorzeitig ausgeschiedenen Ex-Chef Stefan Traeger gefunden. Dominic Dorfner werde spätestens am 1. Oktober den Vorstandsvorsitz übernehmen, teilte das Hightech-Unternehmen mit. Dorfner kommt vom Halbleiterhersteller Semikron Danfoss, wo er Unternehmenschef ist. Für die Jenoptik-Papiere ging es um 0,6 Prozent nach oben.

Einen Kursgewinn von 6,5 Prozent verbuchten die Aktien des Prothesenherstellers Ottobock nach einer Kaufempfehlung der UBS. Analyst Graham Doyle sieht nach dem massiven Kursrutsch inzwischen ein klares Chancen-Übergewicht./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

Quelle: dpa-AFX







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