Volume Price Trend VPT von Kille Erklärung – Technische Analyse

Aussage:
Der von Steven L. Kille entwickelte „Volume Price Trend (VPT)“ repräsentiert eine recht einfache Kombination des Kurs-„Momentums“ mit dem Handelsvolumen. Wie im „Force-Index“ von Dr. Elder wird hier ganz einfach die tägliche Kursveränderung (das „Momentum“ zum Vortag) mit den Umsätzen multipliziert. Die Glättung erfolgt jedoch nicht über die Berechnung eines „Moving Average“, sondern über eine Aufsummierung der einzelnen Tagesergebnisse entsprechend des Einstellungszeitraums. Das Ergebnis ist eine um Null als Mittelpunkt oszillierende Darstellung mit theoretisch unbegrenzten Extrema. Die einzelnen „VPT“-Werte sind an Tagen mit Kursgewinnen stets positiv und analog an Tagen mit Kursrückgängen negativ, wobei der Ausschlag der einzelnen „VPT“-Werte primär von der Größe der Kursveränderung zum Vortag bestimmt wird.

Berechnung:
Für die Berechnung des „Volume Price Trend“ wird vom heutigen Schlusskurs der gestrige Schlusskurs subtrahiert. Diese Differenz wird dann mit dem Tages-Volumen multipliziert und entsprechend der Periodenlänge summiert.

Formel:
VPT = ((Ct - Ct-1) * Vt) + ((Ct-1 - Ct-2) * Vt-1) + ...((Ct-n+1- Ct-n) * Vt-n+1)

Einstellung:
tägliche Berechnung für n beliebige Tages-(Wochen-, Monats-)Einstellungen

Interpretation:
Die Trendbewegungen im „Volume Price Trend“ zeigen weniger die Trends der Umsätze, als die der Kursveränderungen an. Je kräftiger die Kursgewinne ausfallen, desto steiler wird der „VPT“ ansteigen und analog umso stärker fallen, je deutlicher die Kursverluste sind. Wenn der „VPT“ im positiven Bereich nach unten dreht, zeigt dies, dass entweder die Umsätze bei gleichbleibenden Kursgewinnen abnehmen oder die Kurse zurückfallen. In beiden Fällen ist ein Nachlassen des Aufwärts-„Momentums“ gegeben, so dass der Basistitel in einen Abwärtstrend übergehen könnte. Analog gilt, dass der Basistitel in einen Aufwärtstrend übergehen könnte, wenn der „VPT“ im negativen Bereich nach oben dreht, also dementsprechend das Abwärts-„Momentum“ abnimmt. Der „Volume Price Trend“ kann damit als eigenständige Handels-Systematik verwendet werden, wobei sich die Untersuchungen bei der Analyse des „VPT“ dementsprechend auf die Trendwechsel der „VPT“-Linie beziehen. Am sinnvollsten erscheint hier die Konstruktion eines „Moving Average“, um dann die Kreuzungen mit der „VPT“-Linie als Handelssignal zu benutzen. Ein Kaufsignal gilt, wenn der „VPT“ seinen „GD“ nach oben kreuzt und analog ein Verkaufssignal, wenn er seinen „GD“ nach unten kreuzt. Alternativ könnten auch die Schnittpunkte mit der Mittelpunktslinie zur Signalgenerierung herangezogen werden. Ein Kaufsignal ist hier gegeben, wenn der „Volume Price Trend“ über seinen Mittelpunkt kreuzt und analog ein Verkaufssignal, wenn er die Mittelpunktslinie nach unten schneidet. Daneben liefern auch hier Divergenzen zwischen „VPT“ und Basistitel wichtige Warnhinweise für eine möglicherweise bevorstehende, länger andauernde Trendwende.

Empfehlung:
Die Verwendung der Mittelpunktslinie zur Signalgenerierung macht nur bei den kürzerfristigen Einstellungen Sinn. Andernfalls wird in den kräftigen Trendphasen das Drehen der Position mit einer viel zu großen Zeitverzögerung angezeigt.

Querverweise:
Accumulation/Force-Index

Quelle:
Thomas Müller, TM BÖRSENVERLAG AG: Das GROSSE Buch der TECHNISCHEN INDIKATOREN

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