Der Begriff Diskont bezeichnet in der Finanzwelt den Abschlag, der vom Nennwert einer Forderung oder eines Wertpapiers abgezogen wird, wenn dieses vor Fälligkeit eingelöst oder an eine Bank verkauft wird. Er ist ein zentrales Instrument in kurzfristigen Finanzierungen und wird häufig bei Wechseln, Schuldscheinen oder anderen kurzfristigen Forderungen verwendet.
In der Geldpolitik bezeichnet der Diskont zudem den Zinssatz, zu dem Banken Kredite bei der Zentralbank aufnehmen. Unabhängig vom Kontext ist der Diskont eng mit dem Zeitwert des Geldes verbunden: Eine Zahlung in der Zukunft ist weniger wert als derselbe Betrag heute, und der Diskont spiegelt diesen Unterschied wider.
Die Funktionsweise eines Diskonts hängt vom Anwendungsbereich ab:
Ein Unternehmen hält einen Wechsel über 100.000€, der in 90 Tagen fällig ist, benötigt aber sofort Liquidität. Die Bank bietet einen Diskont von 2.000€ an. Das Unternehmen erhält somit 98.000€ ausgezahlt. Am Fälligkeitstag zahlt der ursprüngliche Schuldner den vollen Nennwert an die Bank.
Ein weiteres Beispiel ist die Geldpolitik: Die Europäische Zentralbank kann den Diskontsatz für Geschäftsbanken senken, um kurzfristig Liquidität in den Markt zu bringen, oder erhöhen, um die Kreditaufnahme zu verteuern und Inflation zu dämpfen.
Der Diskont ist ein zentrales Finanzinstrument, das sowohl in der kurzfristigen Unternehmensfinanzierung als auch in der Geldpolitik und Unternehmensbewertung eine Rolle spielt. Durch den Abschlag auf Forderungen oder Wertpapiere ermöglicht er schnelle Liquidität, berücksichtigt den Zeitwert des Geldes und erleichtert die Steuerung von Kreditströmen. Für Unternehmen, Banken und Investoren ist der Diskont ein wichtiges Werkzeug, um finanzielle Planung und Risikomanagement effizient zu gestalten.