Geldumlauf

Was ist der Geldumlauf?

Der Geldumlauf bezeichnet die Menge an Bargeld und Sichteinlagen, die in einer Volkswirtschaft aktiv für den Zahlungsverkehr verwendet werden. Anders als das Geldvolumen umfasst der Geldumlauf nur das Geld, das tatsächlich in Transaktionen eingesetzt wird, also das Geld, das zwischen Haushalten, Unternehmen und dem Staat zirkuliert. Der Geldumlauf ist ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Aktivität und die Liquidität im Markt.

Definition und Abgrenzung

Der Geldumlauf ist ein Teil des gesamten Geldvolumens. Während das Geldvolumen alle liquiden Mittel einschließt, die den wirtschaftlichen Akteuren zur Verfügung stehen, betrachtet der Geldumlauf nur den Anteil des Geldes, der tatsächlich für Kauf- und Zahlungsvorgänge genutzt wird. Er lässt sich in verschiedenen Formen messen:

  • Bargeldumlauf: Banknoten und Münzen, die im Alltag verwendet werden.
  • Sichteinlagen: Girokonten und andere sofort verfügbare Kontoguthaben, die für Transaktionen eingesetzt werden.

Der Geldumlauf gibt somit Aufschluss darüber, wie aktiv Geld in einer Volkswirtschaft zirkuliert und wie hoch die Nachfrage nach Zahlungsmitteln ist.

Bedeutung des Geldumlaufs

Der Geldumlauf ist ein entscheidender Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit:

  • Konjunkturindikator: Ein steigender Geldumlauf deutet auf wachsende wirtschaftliche Aktivitäten und Konsum hin, während ein sinkender Umlauf auf eine Abschwächung der Konjunktur hindeuten kann.
  • Liquidität: Ein hoher Geldumlauf zeigt, dass ausreichend Zahlungsmittel vorhanden sind, um den Handel und Transaktionen effizient abzuwickeln.
  • Geldpolitik: Zentralbanken beobachten den Geldumlauf, um die Geldversorgung und Liquidität im Markt zu steuern.

Messung des Geldumlaufs

Der Geldumlauf wird regelmäßig von Zentralbanken ermittelt, z.B. durch die Deutsche Bundesbank oder die Europäische Zentralbank. Es wird zwischen verschiedenen Aggregaten unterschieden:

  • M1: Bargeld im Umlauf und Sichteinlagen – der engste und liquide Geldumlauf.
  • M2 und M3: Erweiterte Aggregate, die kurzfristige Spareinlagen und andere leicht verfügbare Mittel einschließen, geben ein umfassenderes Bild, werden aber nicht immer als Umlauf im engeren Sinne betrachtet.

Praxisbeispiel

In Deutschland steigt der Bargeldumlauf in wirtschaftlich aktiven Zeiten, z.B. vor Feiertagen oder während wirtschaftlicher Wachstumsphasen. Unternehmen und Verbraucher nutzen Sichteinlagen und Bargeld für tägliche Transaktionen. Ein Investor, der in Aktien wie die Siemens AG investiert, profitiert indirekt von einem hohen Geldumlauf, da mehr Liquidität im Markt die Handelsaktivität und Nachfrage nach Finanzinstrumenten erhöht.

Vorteile und Risiken

  • Vorteile: Indikator für wirtschaftliche Aktivität, Grundlage für geldpolitische Entscheidungen, zeigt Liquidität im Markt.
  • Risiken: Ein zu hoher Geldumlauf kann Inflation fördern, ein zu niedriger Umlauf kann die Wirtschaftstätigkeit bremsen und Liquiditätsengpässe verursachen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Geldumlauf ist ein zentrales Maß für die Liquidität und die wirtschaftliche Aktivität in einer Volkswirtschaft. Er zeigt, wie viel Geld tatsächlich im Zahlungsverkehr zirkuliert, und ist ein wichtiger Indikator für Konsum, Investitionen und wirtschaftliche Entwicklung. Zentralbanken nutzen die Beobachtung des Geldumlaufs, um die Geldpolitik gezielt zu steuern. Für Anleger ist der Geldumlauf relevant, da er Einfluss auf Nachfrage, Preise und Marktdynamik hat und somit mittelbar die Entwicklung von Aktien, Anleihen und anderen Finanzinstrumenten beeinflussen kann.



Kennen Sie bereits die 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt? Klicken Sie hier...