Genussrechte

Was sind Genussrechte?

Genussrechte sind verbriefte Beteiligungsrechte an einem Unternehmen, die es den Inhabern ermöglichen, am Gewinn und/oder Liquidationserlös teilzuhaben, ohne dass sie gleichzeitig Aktionärsrechte wie Stimmrecht auf der Hauptversammlung erhalten. Sie zählen zu den sogenannten hybriden Finanzinstrumenten, da sie Eigenschaften von Eigenkapital und Fremdkapital kombinieren. Unternehmen setzen Genussrechte ein, um zusätzliches Kapital aufzunehmen, ohne das Grund- oder Stammkapital zu erhöhen.

Merkmale von Genussrechten

Genussrechte besitzen folgende charakteristische Eigenschaften:

  • Gewinnbeteiligung: Inhaber erhalten in der Regel einen Anteil am Jahresüberschuss oder eine vertraglich vereinbarte Vergütung, die oft variabel ist.
  • Keine Mitgliedsrechte: Genussrechtsinhaber haben in der Regel kein Stimmrecht auf Hauptversammlungen und kein Mitspracherecht bei Unternehmensentscheidungen.
  • Rückzahlung: Genussrechte können befristet oder unbefristet ausgestaltet sein. In einigen Fällen ist eine Rückzahlung des investierten Kapitals vorgesehen.
  • Flexibilität: Unternehmen können Bedingungen wie Verzinsung, Gewinnbeteiligung und Kündigungsrechte individuell gestalten.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger bieten Genussrechte die Möglichkeit, am wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens teilzuhaben und dabei in der Regel eine feste oder variable Vergütung zu erhalten. Im Vergleich zu klassischen Anleihen bieten sie häufig höhere Erträge, da sie ein höheres Risiko tragen. Gleichzeitig ermöglichen sie Investoren, ohne Einfluss auf die Unternehmensführung zu partizipieren.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen möchte frisches Kapital aufnehmen und gibt Genussrechte aus. Die Anleger erhalten eine jährliche Gewinnbeteiligung von z.B. 5% und haben keinen Anspruch auf Stimmrechte. Ein bekanntes Unternehmen, das Genussrechte ausgibt, ist die Siemens AG. Durch die Ausgabe von Genussrechten kann das Unternehmen liquide Mittel beschaffen, ohne das Eigenkapital zu verwässern oder zusätzliche Aktionärsrechte zu gewähren.

Vorteile und Risiken

  • Vorteile: Beteiligung am Gewinn, häufig höhere Rendite als klassische Anleihen, flexible Ausgestaltung, keine Mitspracherechte erforderlich.
  • Risiken: Kein Stimmrecht, mögliche Schwankungen bei der Gewinnbeteiligung, im Insolvenzfall nachrangig, begrenzte Handelbarkeit.

boerse.de-Schlussfolgerung

Genussrechte sind flexible Finanzinstrumente, die Unternehmen erlauben, Kapital aufzunehmen, ohne Aktionärsrechte zu vergeben, und Anlegern die Chance bieten, am Gewinn teilzuhaben. Sie verbinden Eigenschaften von Eigen- und Fremdkapital, bieten oft höhere Erträge als klassische Anleihen und stellen für Investoren eine interessante Möglichkeit dar, ohne Mitspracherechte am Unternehmenserfolg zu partizipieren. Trotz der Chancen bergen Genussrechte auch Risiken, insbesondere durch Nachrangigkeit und variable Gewinnbeteiligung, weshalb eine sorgfältige Analyse vor dem Investment notwendig ist.



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