Knock-Outs sind eine Form von Hebelprodukten, die es Anlegern ermöglichen, überproportional an Kursbewegungen von Basiswerten wie Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen zu partizipieren. Im Gegensatz zu klassischen Optionsscheinen besitzen Knock-Outs eine sogenannte Knock-Out-Schwelle, die das Produkt automatisch beendet, wenn der Kurs des Basiswertes diese Schwelle erreicht. Sie zählen zu den Derivaten und werden häufig von Privatanlegern und institutionellen Investoren genutzt, um auf steigende oder fallende Kurse zu spekulieren. Ein Beispiel für einen Basiswert könnte die Allianz-Aktie sein.
Knock-Outs haben einen inneren Hebel, der die prozentuale Kursbewegung des Basiswertes verstärkt. Anleger können somit mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz hohe Gewinne erzielen, tragen aber auch das Risiko eines vollständigen Verlustes, falls die Knock-Out-Schwelle erreicht wird. Es gibt zwei Haupttypen:
Die Knock-Out-Schwelle ist dabei entscheidend. Erreicht oder unterschreitet der Basiswert bei einem Call-Knock-Out die Schwelle (bzw. überschreitet sie bei einem Put-Knock-Out), verfällt das Produkt sofort wertlos. Zusätzlich wird oft ein kleiner Restwert gezahlt, der als Rückzahlung bezeichnet wird.
Ein Anleger, der auf steigende Kurse der Allianz-Aktie setzt, könnte einen Call-Knock-Out mit einem Hebel von 10 kaufen. Steigt der Aktienkurs um 5%, würde der Knock-Out um rund 50% im Wert steigen. Fällt der Kurs jedoch und erreicht die Knock-Out-Schwelle, verfällt das Produkt vollständig. Analog könnte ein Put-Knock-Out eingesetzt werden, um von fallenden Kursen der gleichen Aktie zu profitieren.
Auch bei Indizes wie dem DAX oder Rohstoffen wie Gold sind Knock-Outs beliebt. Hier ermöglichen sie eine präzise Spekulation auf kurzfristige Marktbewegungen ohne den vollen Kapitaleinsatz für den Basiswert.
Knock-Outs sind hochriskant. Die Hebelwirkung verstärkt Verluste ebenso wie Gewinne. Wird die Knock-Out-Schwelle erreicht, verfällt das Produkt sofort wertlos. Anleger sollten daher die Kursbewegungen des Basiswertes genau beobachten und Stop-Loss-Strategien in Betracht ziehen. Zusätzlich können hohe Spread-Kosten oder Finanzierungskosten bei längeren Haltedauern die Rendite schmälern. Knock-Outs eignen sich daher primär für erfahrene Anleger, die kurzfristige Chancen nutzen und die Risiken steuern können.
Knock-Outs werden vor allem im kurzfristigen Trading eingesetzt. Sie eignen sich für Anleger, die auf gezielte Kursbewegungen spekulieren, sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Märkten. Durch die klare Definition der Knock-Out-Schwelle lässt sich das Risiko besser planen. Institutionelle Investoren nutzen Knock-Outs auch zur Absicherung bestehender Positionen, während Privatanleger sie zur Diversifikation oder Spekulation einsetzen.
Knock-Outs sind flexible, aber risikoreiche Finanzinstrumente, die Hebelwirkung und eine klare Risikobegrenzung durch die Knock-Out-Schwelle kombinieren. Sie ermöglichen Anlegern eine gezielte Partizipation an Marktbewegungen, erfordern jedoch fundiertes Wissen und ein aktives Risikomanagement. Wer die Funktionsweise versteht und die Risiken beachtet, kann Knock-Outs als effizientes Werkzeug sowohl für kurzfristige Gewinne als auch für strategische Absicherungen einsetzen.