Kurs-Buch-Verhältnis

Was ist das Kurs-Buch-Verhältnis?

Das Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) ist eine Kennzahl, die den aktuellen Börsenkurs einer Aktie ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie setzt. Der Buchwert spiegelt das Eigenkapital des Unternehmens wider, das auf die einzelnen Aktien entfällt. Das KBV gibt Anlegern eine Orientierung darüber, ob eine Aktie im Vergleich zum bilanziellen Eigenkapital über- oder unterbewertet ist. Es wird häufig in Kombination mit anderen Bewertungskennzahlen wie KGV, KUV oder KCV verwendet.

Berechnung des Kurs-Buch-Verhältnisses

Das KBV wird folgendermaßen berechnet:

KBV = Börsenkurs / Buchwert je Aktie

Alternativ kann es auch als Verhältnis der Marktkapitalisierung zum Eigenkapital dargestellt werden:

KBV = Marktkapitalisierung / Eigenkapital

Beispiel: Liegt der Börsenkurs einer Aktie bei 50€ und der Buchwert je Aktie beträgt 40€, ergibt sich ein KBV von 50 / 40 = 1,25. Das bedeutet, dass die Aktie 1,25-mal so hoch bewertet wird wie ihr bilanzielles Eigenkapital. Ein KBV unter 1 kann auf eine Unterbewertung hinweisen, während ein Wert deutlich über 1 auf eine hohe Markterwartung oder Bewertung hinweist.

Vorteile des KBV

Das Kurs-Buch-Verhältnis bietet mehrere Vorteile:

  • Analyse des Eigenkapitals: Das KBV zeigt, wie der Markt das Eigenkapital eines Unternehmens bewertet.
  • Vergleichbarkeit: Das KBV ermöglicht den Vergleich von Unternehmen innerhalb derselben Branche, unabhängig von Gewinnschwankungen.
  • Sicherheit bei Vermögenswerten: Unternehmen mit hohem Substanzwert, wie Immobilien oder Maschinen, lassen sich über das KBV gut einschätzen.

Beispiele aus der Praxis

Ein Anleger betrachtet die Siemens-Aktie. Das Eigenkapital des Unternehmens pro Aktie beträgt 80€, der Kurs liegt bei 120€. Daraus ergibt sich ein KBV von 120 / 80 = 1,5. Das zeigt, dass der Markt Siemens mit dem 1,5-fachen seines Buchwerts bewertet. Ein weiteres Beispiel: Ein Finanzunternehmen, das überwiegend aus liquiden Mitteln und Anlagen besteht, weist ein KBV von 0,9 auf. Dies könnte auf eine Unterbewertung hinweisen, wenn die Marktteilnehmer die Substanzwerte des Unternehmens nicht vollständig einpreisen.

Chancen und Risiken

Das KBV bietet sowohl Chancen als auch Risiken:

  • Chancen: Anleger können unterbewertete Unternehmen identifizieren, deren Kurs unter dem Buchwert liegt. Dies ist besonders interessant bei substanzstarken Firmen.
  • Risiken: Ein niedriges KBV bedeutet nicht automatisch eine gute Aktie. Das Eigenkapital könnte durch stille Lasten oder Verluste überbewertet sein.
  • Branchenspezifische Unterschiede: KBVs variieren stark zwischen Branchen. Banken oder Versicherungen weisen oft niedrigere KBVs auf als Technologieunternehmen, die hohe Wachstumserwartungen haben.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger ist das Kurs-Buch-Verhältnis ein wertvolles Instrument, um die Bewertung eines Unternehmens im Verhältnis zu seinem Eigenkapital zu beurteilen. Es liefert Hinweise auf Unter- oder Überbewertung, besonders bei substanzorientierten Unternehmen, und ergänzt andere Kennzahlen wie KGV, KUV oder KCV. Eine fundierte Analyse kombiniert KBV mit weiteren Finanzkennzahlen und Branchenvergleichen, um realistische Einschätzungen zu treffen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Das Kurs-Buch-Verhältnis ist eine zentrale Kennzahl, die den Börsenkurs einer Aktie in Relation zum Buchwert je Aktie setzt. Sie zeigt, wie der Markt das Eigenkapital eines Unternehmens bewertet und liefert Anlegern Hinweise auf Unter- oder Überbewertung. In Kombination mit weiteren Kennzahlen bietet das KBV eine solide Grundlage für fundierte Anlageentscheidungen und Portfolioanalysen.



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